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GABA-A-Rezeptor: Unterschied zwischen den Versionen

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Neben der allosterischen Bindungstelle für Benzodiazepine, besitzt der GABA-A-Rezeptor auch Bindungsregionen für andere Sedativa, Hypnotika und Anästhetika auf z.B. Ethanol, Barbiturate oder Etomidat. Auch wird vermutet, dass Propofol seine Wirkung über den GABA-A-Rezeptor entfaltet. Sowohl bei der Wirkung von Etomidat als auch Propofol soll die β3-Untereinheit eine wichtige Rolle spielen.
 
Neben der allosterischen Bindungstelle für Benzodiazepine, besitzt der GABA-A-Rezeptor auch Bindungsregionen für andere Sedativa, Hypnotika und Anästhetika auf z.B. Ethanol, Barbiturate oder Etomidat. Auch wird vermutet, dass Propofol seine Wirkung über den GABA-A-Rezeptor entfaltet. Sowohl bei der Wirkung von Etomidat als auch Propofol soll die β3-Untereinheit eine wichtige Rolle spielen.
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==Wirkung der Unterschiedlichen α-Untereinheiten==
 
==Wirkung der Unterschiedlichen α-Untereinheiten==

Version vom 3. Mai 2013, 12:58 Uhr

1 Aufbau

Der GABA-A-Rezeptor gehört zur Familie der Liganden-gesteuerten Ionenkanäle und besteht aus 5 Untereinheiten (ist also ein Heteropentamer). Diese Untereinheiten bilden sich aus je einem Protein, dass 4 transmembranäre Domänen besitzt von denen die Domänen 2 wiederum die Kanalpore formen. Der GABA-A-rezeptor kann aus sieben Klassen von Untereinheiten (α, β, γ, ρ, δ, ε, oder θ) aufgebaut sein. Bisher sind 18 homologe Untereinheiten bekannt: α 1-6, β 1-3, γ 1-3, ρ 1-3 sowie je eine δ, ε, und θ. Die Mehrzahl der GABA-A-Rezeptoren ist aus 2α, 2β und einer γ (meist γ2) Untereinheit aufgebaut.

Während die Bindungstelle für GABA sich an den zwei α-Untereinheiten, genauer gesagt an der Kontaktstelle zu den β-Regionen, befindet, binden Benzodiazepine und benzodiazepinartige Substanzen ("Z-Drugs") an der Kontaktstelle der α-Untereinheit zur γ-Untereinheit. Jedoch ist nicht jede α-Untereinheit in der Lage mit der γ-Untereinheit eine Bindungstelle für Benzodiazepine und "Z-Drug" zu bilden. Lediglich α1,2,3 und 5 sind dazu im Stande. Ungefähr 60% der GABA-A-Rezeptoren weisen die Konfiguration α1β2γ2 auf. Auf die Kombination α2β3γ2 entfallen ca. 15-20% und der α3βnγ2-Komplex kommt zu ca 10-15% vor. Zusammen mach diese 3 Kombinationen 90% aller GABA-A-Rezeptoren im ZNS aus.

Neben der allosterischen Bindungstelle für Benzodiazepine, besitzt der GABA-A-Rezeptor auch Bindungsregionen für andere Sedativa, Hypnotika und Anästhetika auf z.B. Ethanol, Barbiturate oder Etomidat. Auch wird vermutet, dass Propofol seine Wirkung über den GABA-A-Rezeptor entfaltet. Sowohl bei der Wirkung von Etomidat als auch Propofol soll die β3-Untereinheit eine wichtige Rolle spielen.



2 Wirkung der Unterschiedlichen α-Untereinheiten

Je nach Aufbau des Rezeptorkomplexes unterscheidet sich auch die Wirkung die eine Aktivierung des Rezeptors im Körper hervorruft. Die α1-Untereinheiten ist für sedative, hypnotische, antikonvulsive und amnestische Effekte verantwortlich, während die α2-Untereinheiten anxiolytische und zentral muskelrelaxierende Wirkungen hervorruft.

Daraus lassen sich auch die fehlende anxiolytische und muskelrelaxiernde Effekte der "Z-Drugs" erklären. Diese besitzen nämlich eine geringe Affinität zur α2-Untereinheit während Benzodiazepine sowohl an Rezeptorkomplexe mit α1, als auch mit α2-Untereinheiten hochaffin binden.

3 Liganden

Namensgeber für GABA-Rezeptoren ist ihr natürlicher Ligand und Agonist, die γ-Aminobuttersäure - Gamma-AminoButyric Acid.

Antagonist am GABA-A-Rezeptor ist z.B. das Bicucullin. Cave: Flumazenil ist KEIN Antagonist am GABA-A-Rezeptor sondern an der Benzodiazepin-Bindungstelle!

Ein inverser Agonist am GABA-A-Rezeptor ist z.B. Methyl-6,7-Dimethoxy-4-Ethyl-Beta-Carbolin-3-Carboxylat (DMCM).

4 Lokalisation

GABA-A-Rezeptoren finden sich in hoher Dichte vor allem im Hippocampus und im cerebralen Cortex.

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Fachgebiete: Biochemie, Pharmakologie

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