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Fugu-Vergiftung: Unterschied zwischen den Versionen

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'''''Englisch''': tetrodotoxism, fugu poisoning
 
'''''Englisch''': tetrodotoxism, fugu poisoning
  
 
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Als '''Tetraodon-Vergiftung''' bezeichnet man die nach dem Verzehr von [[Kugelfisch]]en auftretenden Lähmungs- und Vergiftungserscheinungen.<br>
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Als '''Fugu-Vergiftung''' bezeichnet man die nach dem Verzehr von [[Kugelfisch]]en auftretenden Lähmungs- und Vergiftungserscheinungen.<br>
  
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Besonders in Japan stellen Kugelfische der Spezies Fugu eine besondere Delikatesse dar und werden dementsprechend gegessen.<br>
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Besonders in Japan stellen Kugelfische eine besondere Delikatesse dar und werden dementsprechend gegessen ("Fugu"). Neben Kugelfischen der Gattung Takifugu, Lagocephalus und Sphoeroides können auch Igelfische und bestimmte Oktopusarten das [[Neurotoxin]] [[Tetradotoxin]] enthalten. Vermutlich wird es nicht vom Tier selbst, sondern von verschiedenen [[symbiotisch]] lebenden [[Bakterien]] gebildet.  
Dabei stellt besonders der Konsum von inneren Organen, wie [[Ovar]]ien, [[Hoden]], [[Leber]] und [[Gallenblase]], eine besondere Gefahr dar, da sie sehr hohe [[Konzentration]]en des [[Neurotoxin]]s [[Tetrodotoxin]] enthalten. Eine Reihe von Gesetzen reguliert in Japan die Zubereitung und den Verzehr von Kugelfisch-Produkten. Dennoch kommt es immer wieder zu Todesfällen (in einigen Jahren bis zu 200).
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==Mechanismus==
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Dabei stellt der Konsum von inneren Organen, wie [[Ovar]]ien, [[Hoden]], [[Leber]] und [[Gallenblase]], eine besondere Gefahr dar, da sie sehr hohe [[Konzentration]]en des [[Neurotoxin]]s enthalten.
Das in Kugelfischen enthaltene [[Tetrodotoxin]] blockiert die spannungsabhängigen [[Natriumkanal|Natriumkanäle]] vieler Zellen und hemmt auf diese Weise besonders den Natriumeinstrom in postsynaptische Membranen nach der Stimulation. Besonders [[Nerv]]en und [[Muskulatur]] sind von den Vergiftungserscheinungen betroffen. Weiterhin führt es dosisabhängig zur peripheren [[Vasodilatation]] und [[Blutdruc]]kabfällen.
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Eine Reihe von Gesetzen reguliert in Japan die Zubereitung und den Verzehr von Kugelfisch-Produkten. Dennoch kommt es immer wieder zu Todesfällen (in einigen Jahren bis zu 200).
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Das in Kugelfischen enthaltene Tetrodotoxin blockiert die [[spannungsabhängiger Natrium-Kanal|spannungsabhängigen]] [[Natriumkanal|Natriumkanäle]] und hemmt auf diese Weise die [[neuromuskulär]]e Signalübertragung. Weiterhin führt es dosisabhängig zur peripheren [[Vasodilatation]] und [[Blutdruck]]abfällen.
  
 
==Symptome==
 
==Symptome==
Die Tetraodon-Vergiftung macht sich durch eine Reihe von Symptomen bemerkbar, die etwa 30 Minuten nach Ingestion auftreten:
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Die Tetraodon-Vergiftung macht sich durch eine Reihe von Symptomen bemerkbar, die meist 30 Minuten bis 4 Stunden nach [[Ingestion]] auftreten:
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* [[neurologisch]]e Symptome:
* Benommenheit
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** [[Parästhesie]]n und [[Hypästhesie]]n: zunächst an Zunge und Lippen, später über den ganzen Körper verteilt
* [[Hypotonie]] oder [[Hypertonie]]
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** [[Kopfschmerz]]en, [[Schwäche]], [[Lethargie]]
* [[Kopfschmerz]]en
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** [[Koordinationsstörung]]en, [[Ataxie]], [[Tremor]]
* [[Emesis]]
+
** [[Parese]]n, [[Sprechstörung]]en
* [[Abdominell]]e Krämpfe
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** [[Benommenheit]]
* [[Diarrhoe]]
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** [[Krampfanfall|Krampfanfälle]]  
* [[Sprechstörung]]en
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* [[kardiovaskulär]]e Symptome: Schwitzen, [[Zyanose]], [[Dyspnoe]], [[Bronchospasmus]], [[Ateminsuffizienz]], [[Hypotonie]] oder [[Hypertonie]], [[Herzrhythmusstörung]]en
* [[Muskelschwäche]], [[Parese]]n
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* [[gastrointestinal]]e Symptome: [[Hypersalivation]], [[Bauchschmerzen]], [[Übelkeit]], [[Erbrechen]], [[Durchfall]]
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Der [[Tod]] tritt bei ausreichender Konzentration von Tetrodotoxin innerhalb von 24 Stunden durch [[Atemlähmung]] auf.
 
Der [[Tod]] tritt bei ausreichender Konzentration von Tetrodotoxin innerhalb von 24 Stunden durch [[Atemlähmung]] auf.
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==Therapie==
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Die Therapie erfolgt symptomorientiert. Meist ist eine frühzeitige [[Intubation]] und [[Beatmung]] sowie die Gabe von [[Alphablocker]] und Volumen notwendig. Die Wirksamkeit von [[Cholinesterase-Hemmer]] ist umstritten.
 
[[Fachgebiet:Toxikologie]]
 
[[Fachgebiet:Toxikologie]]
 
[[Tag:Gift]]
 
[[Tag:Gift]]
 
[[Tag:Kugelfisch]]
 
[[Tag:Kugelfisch]]
 
[[Tag:Vergiftung]]
 
[[Tag:Vergiftung]]

Version vom 11. Oktober 2019, 11:16 Uhr

Synonyme: Tetraodon-Vergiftung, Tetrodotoxin-Intoxikation
Englisch: tetrodotoxism, fugu poisoning

1 Definition

Als Fugu-Vergiftung bezeichnet man die nach dem Verzehr von Kugelfischen auftretenden Lähmungs- und Vergiftungserscheinungen.

2 Ätiologie

Besonders in Japan stellen Kugelfische eine besondere Delikatesse dar und werden dementsprechend gegessen ("Fugu"). Neben Kugelfischen der Gattung Takifugu, Lagocephalus und Sphoeroides können auch Igelfische und bestimmte Oktopusarten das Neurotoxin Tetradotoxin enthalten. Vermutlich wird es nicht vom Tier selbst, sondern von verschiedenen symbiotisch lebenden Bakterien gebildet.

Dabei stellt der Konsum von inneren Organen, wie Ovarien, Hoden, Leber und Gallenblase, eine besondere Gefahr dar, da sie sehr hohe Konzentrationen des Neurotoxins enthalten.

Eine Reihe von Gesetzen reguliert in Japan die Zubereitung und den Verzehr von Kugelfisch-Produkten. Dennoch kommt es immer wieder zu Todesfällen (in einigen Jahren bis zu 200).

3 Pathophysiologie

Das in Kugelfischen enthaltene Tetrodotoxin blockiert die spannungsabhängigen Natriumkanäle und hemmt auf diese Weise die neuromuskuläre Signalübertragung. Weiterhin führt es dosisabhängig zur peripheren Vasodilatation und Blutdruckabfällen.

4 Symptome

Die Tetraodon-Vergiftung macht sich durch eine Reihe von Symptomen bemerkbar, die meist 30 Minuten bis 4 Stunden nach Ingestion auftreten:

Der Tod tritt bei ausreichender Konzentration von Tetrodotoxin innerhalb von 24 Stunden durch Atemlähmung auf.

5 Therapie

Die Therapie erfolgt symptomorientiert. Meist ist eine frühzeitige Intubation und Beatmung sowie die Gabe von Alphablocker und Volumen notwendig. Die Wirksamkeit von Cholinesterase-Hemmer ist umstritten.

Fachgebiete: Toxikologie

Diese Seite wurde zuletzt am 27. November 2019 um 21:44 Uhr bearbeitet.

Es ist von zentraler Atemlähmung die Rede. Ich finde ad hoc keine positiven Belege zur ZNS-Gängigkeit von Tetrodotoxin, lediglich gegenteilige Aussagen. Viele Alkaloide können die Bluthirnschranke überwinden. Trifft das auch auf Tetrodotoxin zu? Bis auf weiteres verallgemeinere ich den Satz; statt "zentrale und periphere Atemlähmung" nur "Atemlähmung". MfG, Danny Siwek
#1 am 14.10.2014 von Danny Steven Siwek (Biotechniker/in | Medizintechniker/in)

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