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Frozen shoulder

Version vom 4. Mai 2008, 21:43 Uhr von 80.135.67.50 (Diskussion)

Synonym: fibröse Schultersteife, adhäsive Kapsulitis, adhäsives Subacromialsyndrom

1 Definition

Unter der Frozen shoulder versteht man chronische, entzündliche Veränderungen im Bereich der Schultergelenkkapsel, welche zu einer temporären Einsteifung des Schultergelenks führen.

2 Epidemiologie

Es handelt sich um eine häufige Erkrankung, von der vor allem Patienten zwischen vierzig und sechzig Jahren betroffen sind und die bei jedem viertem Patienten an beiden Schultern auftritt. Männer sind seltener betroffen als Frauen.

3 Ätiopathogenese

Prädisponierend wirken eine KHK, Erkrankungen der Halswirbelsäule sowie Stoffwechselerkrankungen.

Die genaue Entstehung der entzündlichen Veränderungen ist noch nicht geklärt. Histologisch imponiert die Erkrankung durch eine Fibrose des periartikulären Gewebes sowie durch perivaskuläre Infiltrate.

4 Klinik

Die Erkrankung kann über maximal zwei Jahre andauern. Man unterscheidet verschiedene Stadien:

  • Stadium I: In diesem Stadium kann das Schultergelenk frei bewegt werden, jedoch klagen die Patienten über Schmerzen, die insbesondere nachts auftreten.
  • Stadium II: In diesem Stadium steht die Einschränkung der aktiven und passiven Beweglichkeit im Vordergrund, wobei die Schmerzen nachlassen.
  • Stadium III: In diesem Stadium klingen die Symptome ab.

5 Diagnostik

5.1 Klinische Untersuchung

Im Rahmen der klinischen Untersuchung zeigen sich dem Krankheitsstadium entsprechende Befunde.

5.2 Bildgebung

In der Regel werden Röntgenbilder in zwei Ebenen angefertigt sowie ebenfalls eine Sonographie durchgeführt, um andere Erkrankungen auszuschließend.

Die Frozen shoulder stellt häufig eine Ausschlussdiagnose dar.

6 Differenzialdiagnose

Differenzialdiagnostisch sollte an eine Tendinosis calcarea, an eine Omarthrose sowie an ein subakromiales Impingement gedacht werden.

7 Therapie

7.1 Konservativ

Die Konservative Therapie erfolgt durch die orale Einnahme von NSAR. Krankengymnastische Übungen können ebenfalls zu einer Besserung der Beschwerden führen. Injektionen von Kortikosteroiden in das Gelenk oder in die Bursa subacromialis sollten zurückhaltend erfolgen, da sie keine langanhaltende Besserung bringen.

Wenn auch nach sechs Monaten noch Beschwerden bestehen, kann eine Narkosemobilisation durchgeführt werden. Dabei wird das betroffene Schultergelenk unter Kurznarkose in alle Richtungen bewegt, um die Adhäsionen zu lösen. Nach der Narkosemobilisation werden eine Thorax-Arm-Abduktionsschiene in einer Abduktion von neunzig Grad angelegt sowie krankengymnastische Übungen durchgeführt.

7.2 Operativ

Wenn die oben beschriebenen Therapiemaßnahmen nach sechs bis zwölf Monaten nicht zu einer Besserung der Beschwerden geführt haben, wird eine arthroskopische Spaltung der Gelenkkapsel durchgeführt.

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Fachgebiete: Orthopädie

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