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Fomepizol: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 8. April 2009, 12:22 Uhr

1 Definition

Fomepizol ist ein spezifischer Inhibitor der Alkoholdehydrogenase, der bei Ethylenglykol- oder Methanolvergiftung eingesetzt wird.

2 Chemie

Die Summenformel von Fomepizol lautet C4H6N2. Der IUPAC-Name ist 4-Methylpyrazol.

Fomepizol.png

3 Pharmakologie

Ethylenglykol- oder Methanolvergiftungen verursachen eine metabolische Azidose mit Nierenschädigung. Essentiell ist ein schneller Therapiebeginn, bereits im Verdachtsfall, um das Auftreten toxischer Metabolite zu unterbinden. Bisherige Standardtherapie dieser Vergiftungen in Deutschland war die Gabe von Alkohol in Kombination mit einer Hämodialyse.

Fomepizol hat eine 8000fach höhere Affinität zur Alkoholdehydrogenase und daher bessere Wirksamkeit bei deutlich weniger unerwünschten Wirkungen, als sie bei Ethylalkoholgabe zu beobachten sind. Durch rechtzeitige Gabe von Fomepizol kann besonders die Nierenschädigung zuverlässig vermieden werden (z. B. DETAILLE ET AL., 2004).

4 Pharmakokinetik

Das Verteilungsvolumen von Fomepizol hat liegt zwischen 0,6 und 1,02 l/kg. Die therapeutische Konzentration liegt in einem Bereich von 8,2 to 24,6 mg pro Liter. Die Plasmaproteinbindung der Substanz ist gering. Fomepizol wird in der Leber überwiegend zu 4-Carboxypyrazol metabolisiert. Die Ausscheidung erfolgt renal, wobei ein geringer Teil (bis zu 3,5%) unverändert ausgeschieden wird. Fomepizol ist dialysierbar.

5 Indikation

In Deutschland ist Fomepizol zur Zeit (2009) nur zur Behandlung einer Ethylenglykolvergiftung zugelassen. Der Einsatz bei Methanolvergiftung und Vergiftungen mit anderen toxischen Alkoholen erfolgt als Off-Label-Use.

6 Kontraindikation

Die gleichzeitige Gabe von Ethanol ist kontraindiziert, da Fomepizol durch seinen Wirkmechanismus die Eliminationshalbwertszeit des Alkohols verlängert.

Diese Seite wurde zuletzt am 8. April 2009 um 12:45 Uhr bearbeitet.

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