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Fibromyalgie

Version vom 10. Oktober 2016, 13:31 Uhr von Karin Willaredt (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: Fibromyalgie-Syndrom, generalisierte Tendomyopathie, Faser-Muskel-Schmerz
Englisch: fibromyalgia

1 Definition

Eine Fibromyalgie ist ein multilokuläres Schmerzsyndrom mit typischen schmerzhaften Druckpunkten, jedoch ohne Anzeichen von degenerativen oder entzündlichen Prozessen. Man beschreibt die Fibromyalgie auch als "central sensitization syndrome".

Die Ätiologie ist bisher (2015) ungeklärt.

2 Epidemiologie

Die Prävalenz liegt bei 2-4%, das Verhältnis betroffener Frauen zu Männern beträgt 9:1. Betroffen sind häufig Patientinnen um das 50. Lebensjahr.

3 Symptome

Die Diagnose "Fibromyalgie" ist eine Ausschlussdiagnose, die aber häufig voreilig als Verlegenheitsdiagnose eingesetzt wird. Sie wird anhand des klinischen Bildes und nach Ausschluß anderer möglicher Ursachen für die Schmerzsymptomatik gestellt.

Nach der ACR (American College of Rheumatology) sind für die Fibromyalgie folgende Symptome kennzeichnend:

  • chronische oder rezidivierende Schmerzen in mindestens 3 von 4 Körperquadranten
  • chronische oder rezidivierende Schmerzen in mindestens 11 von 18 Druckschmerzpunkten ("Tenderpoints")
  • psychovegetative bzw. funktionelle Nebenbefunde:

Der Definition folgend darf KEIN pathologischer Laborbefund o.ä. vorliegen, der die Symptomatik erklären könnte.

Fibromyalgie ist nicht mit "Weichteilrheumatismus" gleichzusetzen. Eine wichtige Differentialdiagnose ist jedoch die Rheumatoide Arthritis.

4 Therapie

Eine grundsätzliche Heilungsmethode existiert bis heute nicht. Allerdings existieren zahlreiche Maßnahmen, um das Schmerzsyndrom zu lindern bzw. ein Leben damit zu erleichtern. Hierzu bedient man sich mehr und mehr einer multimodalen Therapie, die sich aus folgenden Bereichen zusammensetzt:

4.1 Medikamentöse Therapie

Eine kausale Therapie mit Medikamenten, wie sie zum Beispiel bei der rheumatoiden Arthritis zur Anwendung kommt, existiert bei dem Fibromyalgie-Syndrom bisher nicht. Da es sich bei Rheuma um eine Erkrankung handelt, bei der entzündliche Prozesse im Körper ablaufen, ist Kortison das Mittel der Wahl. Bei der Fibromyalgie laufen keine entzündlichen oder degenerativen Prozesse ab, aus diesem Grund bietet sie keine Angriffsfläche für kortisonhaltige Präparate. Allerdings ist dennoch in vielen Fällen eine Linderung der Symptome durch Medikamente möglich. Hier sind in aller erster Linie Antidepressiva zu nennen. Eine besondere Rolle kommt hierbei dem Amitriptylin zu, welches niedrig dosiert eine langfristig schmerzlindernde und v. a. schmerzdistanzierende Wirkung haben kann. Folgende medikamentöse Ansätze zur Fibromyalgietherapie existieren bisher:

4.2 Physikalische Therapie

Trotz teilweise großer Schmerzschübe muss eine Beweglichkeit aufrechterhalten werden, da sich der Zustand andernfalls noch verschlimmert. Aus diesem Grund ist der Einsatz von verschiedensten Methoden aus dem Bereich der physikalischen Medizin in Kombination mit Medikamenten angezeigt.

4.3 Sporttherapie

Eine möglichst hohe aerobe Fitness verbessert nachweislich den Gesundheitszustand von Fibromyalgiepatienten. Herz-Kreislauf-Training ist einer der absolut wichtigsten Bestandteile einer effektiven Therapie gegen das Schmerzsyndrom. In Kombination mit niedrig dosiertem Amitriptylin kann es eine erhebliche Verminderung der Symptomatik – speziell eine längere Zeitspanne zwischen den Schmerzschüben – mit sich bringen. Aufgrund der Schmerzen eignen sich einige Ausdauersportarten besonders gut:

  • Schwimmen
  • Walken
  • Crosstrainer
  • Aquajogging

4.4 Entspannungstherapie

4.5 Sonstige Maßnahmen

  • in manchen Fällen wurde von einer Besserung der Symptome durch Akupunktur berichtet
  • in jedem Fall ist die regelmäßige Zufuhr von Wärme essentiell. Da es sich um keinerlei entzündliche Vorgänge handelt, bringt eine Ganzkörperwärmetherapie keinerlei Schäden, sondern lindert die mitunter sehr starken Schmerzen und führt zu einer Entspannung der verkrampften bzw. verhärteten Muskulatur.

4.6 Psychotherapie

5 Prognose

Hinsichtlich der Lebenserwartung ist die Prognose gut, jedoch nicht hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit. Aufgrund der Symptomatik kommt es häufig zur Frühberentung. Erwähnenswert ist, dass sich das Krankheitsbild nach dem 60. Lebensjahr oft spontan zurückbildet.

6 Leitlinie

7 Weblinks

Im Buch "die 20 besten Nahrungsergänzungsmittel" habe ich außerdem gelesen, dass 5HTP sehr hilfreich sein kann. Ist für den ein oder anderen vielleicht eine nützliche Information.
#1 am 02.02.2018 von Maik S. (Nichtmedizinischer Beruf)

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