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Feldnarkose (Pferd): Unterschied zwischen den Versionen

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Damit eine [[Anästhesie]] unter Feldbedingungen für [[Mensch]] und [[Tier]] so sicher wie möglich durchgeführt werden kann, müssen folgende Punkte gewährleistet sein:
* Die Umgebung muss sicher sein - es dürfen keine Zäune, Bäche, Autos oder sonstige Hindernisse in der Nähe Sein. Im Idealfall sollte eine große ebene Wiese ausgewählt werden.
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* Die Umgebung muss sicher sein - es dürfen keine Zäune, Bäche, Autos oder sonstige Hindernisse in der Nähe sein. Im Idealfall sollte eine große ebene Wiese ausgewählt werden.
* Das Personal muss entsprechend instruiert und/oder retourniert sein.
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* Das Personal muss entsprechend instruiert und erfahren sein.
 
* Der Eingriff darf nicht zu lange dauern - im Idealfall weniger als eine Stunde.
 
* Der Eingriff darf nicht zu lange dauern - im Idealfall weniger als eine Stunde.
  
Zusätzlich müssen die gleichen Vorbereitungen gemacht werden, wie sie bei einer Narkose unter kontrollierten Umständen in einer Klinik gemacht werden:
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Zusätzlich müssen die gleichen Vorbereitungen getroffen werden, wie sie bei einer Narkose unter kontrollierten Umständen in einer Klinik üblich sind:
 
* Das Pferd sollte vor der Narkose für mindestens vier Stunden gefastet haben.
 
* Das Pferd sollte vor der Narkose für mindestens vier Stunden gefastet haben.
 
* Eine [[Anamnese (Veterinärmedizin)|Anamnese]] und gründliche [[Allgemeiner Untersuchungsgang (Pferd)|klinische Untersuchung]] sind Voraussetzung für eine Narkose.
 
* Eine [[Anamnese (Veterinärmedizin)|Anamnese]] und gründliche [[Allgemeiner Untersuchungsgang (Pferd)|klinische Untersuchung]] sind Voraussetzung für eine Narkose.
 
* Das Pferd benötigt einen [[venös]]en Zugang ([[Venenverweilkatheter]]).
 
* Das Pferd benötigt einen [[venös]]en Zugang ([[Venenverweilkatheter]]).
* Nach erfolgter [[Prämedikation (Pferd)|Prämedikation]] muss das Maul ausgespült und die Hufeisen abgenommen werden.
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* Nach erfolgter [[Prämedikation (Pferd)|Prämedikation]] müssen das Maul ausgespült und die Hufeisen abgenommen werden.
 
* Je nach Eingriff ist das Pferd [[präoperativ]] mit [[Antibiose]] und geeigneten [[Analgetikum|Analgetika]] zu versorgen.
 
* Je nach Eingriff ist das Pferd [[präoperativ]] mit [[Antibiose]] und geeigneten [[Analgetikum|Analgetika]] zu versorgen.
  
 
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Je nach Eingriff und Anästhesie-Protokoll wird vom [[Anästhesist]] ein Anästhesie-Protokoll erstellt. Normalerweise erfolgt die Prämedikation und [[Narkoseeinleitung (Pferd)|Narkoseeinleitung]] wie unter Klinik-Bedingungen. Der einzige Unterschied der Narkose liegt in der [[Narkose (Pferd)|Erhaltungsphase]], die im Gegensatz zu [[Inhalationsanästhetikum|Inhalationsanästhetika]] nur mit [[Injektionsanästhetikum|Injektionsanästhetika]] erfolgt. Folglich ein Beispiel einer Feldnarkose:
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Je nach Eingriff wird vom [[Anästhesist]]en ein Anästhesie-Protokoll erstellt. Normalerweise erfolgt die Prämedikation und [[Narkoseeinleitung (Pferd)|Narkoseeinleitung]] wie unter klinischen Bedingungen. Der einzige Unterschied der Narkose liegt in der [[Narkose (Pferd)|Erhaltungsphase]], die im Gegensatz zu [[Inhalationsanästhetikum|Inhalationsanästhetika]] nur mit [[Injektionsanästhetikum|Injektionsanästhetika]] erfolgt.  
  
 
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* Das Pferd sollte stets mit Halfter und Strick fixiert werden.
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* Trotz Feldbedingungen muss unbedingt so [[steril]] wie möglich gearbeitet werden.
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* Zusätzlich zu den Injektionsanästhetika sollte das Pferd mit einer kristalloiden Lösung (10 ml/kgKG/Stunde) während der gesamten Anästhesiedauer versorgt werden. Mithilfe eines 3-Wege-Hahns kann das Anästhetikum leichter appliziert werden.
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* Alle während der Anästhesie verwendeten [[Spritze]]n sind gut zu beschriften, damit im [[Notfall]] keine Verwechslungen stattfinden.
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* Das Pferd muss vor der Umgebungstemperatur geschützt werden: bei Kälte führt man Wärme zu (z.B. mittels warmen Infusionslösungen und aluminiumbedampfen Polyesterfolien), bei Wärme kühlt man das Tier.
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* Unter Feldbedingungen ist nicht zwingend eine [[Intubation (Pferd)|Intubation]] notwendig. Die Möglichkeit einer Intubation muss aber jederzeit gegeben sein.
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* Die perioperative Überwachung beschränkt sich meist auf ein nicht-apparatives Monitoring ([[Pulsfrequenz]] und -qualität, [[Schleimhaut]]farbe, [[Atemfrequenz]] und -typ, [[Auge (Veterinärmedizin)|Bulbusstellung]], [[Reflex]]e, [[kapillär]]e Rückfüllzeit u.ä.).
  
 
==Literatur==
 
==Literatur==

Aktuelle Version vom 22. Juni 2020, 16:42 Uhr

Synonym: Anästhesie unter Feldbedingungen

1 Definition

Unter einer Feldnarkose versteht man die Narkose (Allgemeinanästhesie) beim Pferd außerhalb einer Klinik.

2 Voraussetzungen

Damit eine Anästhesie unter Feldbedingungen für Mensch und Tier so sicher wie möglich durchgeführt werden kann, müssen folgende Punkte gewährleistet sein:

  • Die Umgebung muss sicher sein - es dürfen keine Zäune, Bäche, Autos oder sonstige Hindernisse in der Nähe sein. Im Idealfall sollte eine große ebene Wiese ausgewählt werden.
  • Das Personal muss entsprechend instruiert und erfahren sein.
  • Der Eingriff darf nicht zu lange dauern - im Idealfall weniger als eine Stunde.

Zusätzlich müssen die gleichen Vorbereitungen getroffen werden, wie sie bei einer Narkose unter kontrollierten Umständen in einer Klinik üblich sind:

3 Ablauf

Je nach Eingriff wird vom Anästhesisten ein Anästhesie-Protokoll erstellt. Normalerweise erfolgt die Prämedikation und Narkoseeinleitung wie unter klinischen Bedingungen. Der einzige Unterschied der Narkose liegt in der Erhaltungsphase, die im Gegensatz zu Inhalationsanästhetika nur mit Injektionsanästhetika erfolgt.

Wirkstoffe Dosierung
(mg/kgKG)
Applikation Information
Prämedikation:
Acepromazin 0,02 i.m. oder i.v.
  • 0,4 bis 0,6
  • 0,01 bis 0,02
i.v.
  • α2-Agonist
  • Opiat
Einleitung:
  • 2 bis 2,2
  • 0,05 bis 0,1
i.v.
Erhaltung:
  • Ketamin und
  • Xylazin oder
  • 2 bis 2,2
  • 0,4 bis 0,6
i.v. (Bolus nach Bedarf)
  • Narkotikum
  • α2-Agonist
Double-Drip 0,6 ml/kgKG/Stunde bzw. nach Bedarf DTI Mischung aus Xylazin und Midazolam

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

4 Management

Ein operativer Eingriff mit Anästhesie unter Feldbedingungen sollten idealerweise kürzer als eine Stunde dauern, da mit zunehmender Zeit die Komplikationsrate zunimmt. Zusätzlich sind folgende Punkte zu beachten:

  • Das Pferd sollte stets mit Halfter und Strick fixiert werden.
  • Trotz Feldbedingungen muss unbedingt so steril wie möglich gearbeitet werden.
  • Zusätzlich zu den Injektionsanästhetika sollte das Pferd mit einer kristalloiden Lösung (10 ml/kgKG/Stunde) während der gesamten Anästhesiedauer versorgt werden. Mithilfe eines 3-Wege-Hahns kann das Anästhetikum leichter appliziert werden.
  • Alle während der Anästhesie verwendeten Spritzen sind gut zu beschriften, damit im Notfall keine Verwechslungen stattfinden.
  • Das Pferd muss vor der Umgebungstemperatur geschützt werden: bei Kälte führt man Wärme zu (z.B. mittels warmen Infusionslösungen und aluminiumbedampfen Polyesterfolien), bei Wärme kühlt man das Tier.
  • Unter Feldbedingungen ist nicht zwingend eine Intubation notwendig. Die Möglichkeit einer Intubation muss aber jederzeit gegeben sein.
  • Die perioperative Überwachung beschränkt sich meist auf ein nicht-apparatives Monitoring (Pulsfrequenz und -qualität, Schleimhautfarbe, Atemfrequenz und -typ, Bulbusstellung, Reflexe, kapilläre Rückfüllzeit u.ä.).

5 Literatur

  • Eva Eberspächer-Schweda. MemoVet, AnästhesieSkills, Perioperatives Management bei Klein-, Heim- und Großtieren. Schattauer-Verlag, 2017.

Diese Seite wurde zuletzt am 19. Juni 2020 um 16:39 Uhr bearbeitet.

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