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Ethacridinlactat

Version vom 20. Februar 2016, 19:47 Uhr von Fabian Geßner (Diskussion | Beiträge)

Handelsnamen: Metifex®, NeoChinosol®, Rivanol®

1 Definition

Ethacridinlactat ist ein Arzneimittel mit antiseptischer Wirkung und gehört zur Übergruppe der Acridine.

2 Chemische Eigenschaften

3 Anwendung

  • Behandlung infizierter Wunden und Pyodermien, wie zum Beispiel Furunkel, Abszesse oder Impetigo contagiosa
  • Einsatz von Ethacridinlactat-Implantaten in der Zahnmedizin zur Wundbehandlung
  • Verwendung als Blasen- und Vaginalspüllösung
  • Anwendung in Salben in 0,2-prozentiger Konzentration
  • Anwendung bei Spülungen und Verbänden in 0,05- bis 0,1-prozentiger Konzentration
  • bei der Anwendung gegen Durchfall ist Vorsicht geboten, da eine entsprechend lang anhaltende Behandlung mit dem Ethacridinlactat-ähnlichen Präparat Clioquinol ein spezielles Krankheitsbild hervorrufen kann, welches als SMON (Subakute Myelo-Optico-Neuropathie) bezeichnet wird. Im Rahmen dieses SMON wurden Schädigungen bzw. Störungen an Mastdarm, Blase, Nerven und Augen (Sehstörungen) beobachtet. Man muss davon ausgehen, dass bei der lang anhaltenden Gabe von Ethacridinlactat gegen Durchfall die gleichen Nebenwirkungen auftreten können

4 Wirkungsmechanismus

Die antiseptische Wirkung dieser Acridine ist bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts bekannt. Bekanntes Merkmal von Ethacridinlactat ist seine gelbe Färbung und die Fähigkeit, Haut und Gegenstände gelb zu Färben.

  • vermutlich Wirkung an der RNA-haltigen Zytoplasmamembran der Bakterien
  • feste Bindung an die DNA oder die RNA der Bakterien verhindert eine effektive bakterielle Proteinbiosynthese
  • Ethacridinlactat zeigt eine besonders starke und effektive antibakterielle Wirkung gegenüber Streptokokken, Staphylokokken und Escherischia coli
  • weiterhin kann es die Vermehrung und Ausbildung von Pilzen, Protozoen, Anaplasmen, Kokzidien und Trichomonaden hemmen
  • eine Resistenz gegenüber Ethacridinlactat ist bisher noch nie beobachtet worden
  • bei oral verabreichten Ethacridinlactat werden lediglich 0,1 % aus dem Magen-Darm-Trakt resorbiert
  • ein Abbau erfolgt in der Leber (und in geringen Mengen auch in der Niere) durch ein Enzym mit dem Namen Acridindehydrogenase. Dies oxidiert sämtliche Acridin-Abkömmlinge bzw. Acridin-Arten zu Acridonderivaten
  • Acridonderivate werden über die Niere abfiltriert und ausgeschieden
  • Acridine können sämtliches Gewebe sehr schnell passieren (schnelle Verteilung im Organismus nach intravenöser Verabreichung
  • eine Überwindung der Blut-Hirn-Schranke dagegen ist nicht möglich

5 Toxizität

Ethacridinlactat steht unter Verdacht, potenziell krebserregend zu sein. An Bakterien konnte eine mutagene Wirkung nachgewiesen werden. Konkrete Fälle beim Menschen sind allerdings bisher noch nicht bekannt geworden. Eine Anwendung während der Schwangerschaft sollte dennoch unterlassen werden.

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