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Ergospirometrie: Unterschied zwischen den Versionen

 
 
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Die Ergospirometrie ist eine Untersuchung der Pneumologen und Kardiologen.
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''Synonyme: Spiroergometrie, Ergospirographie''<br>
Als Ergometrie bezeichnet man Messungen von körperlicher Leistungsfähigkeit. Spirometrie bedeutet Messung der Lungenfunktion. Kombiniert man beide Methoden bekommt man ein Verfahren, mit dem die Leistung eines Probanden sehr ausführlich beschrieben werden kann.
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'''''Englisch:''' cardiopulmonary exercise testing (CPET, CPX)''<br>
Die Untersuchung erlaubt die Beantwortung der Frage, welches Leistung maximal erbracht werden kann. Außerdem könen die an der Leistungserbringung beteiligten Organe (Lungen, Herz, Kreislauf, Muskeln) beurteilt werden.
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Die Leistung wird auf dem Fahrradergometer oder Laufband erbracht. Die Steigerung der Leistung erfolgt entweder im Stufen- oder Rampenverfahren.
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==Definition==
Gemessen werden neben einfachen Parametern wie Herzfrequenz und Blutdruck , Atemfrequnez und Atemfluß vor allem die Atemgase (O2 und CO2). Meistens wird ein EKG mitgeschrieben.
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Die '''Ergospirometrie''' ist eine Kombination aus [[Spirometrie]] und [[Ergometrie]]. Sie ist  in der [[Kardiologie]] und [[Pneumologie]] eine Untersuchung zur Leistungsdiagnostik.
Die Messung der Atemgase läßt den Sauerstoffverbrauch und den Anfall von Kohlensäure während der Leistung berechnen. Die Werte werden mit Referenzwerten verglichen.
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Man kann die sogenannte "anaerobe Schwelle" bestimmen. An der anaeroben Schwelle erfolgt die Verbrennung des Substrats Glucose (Traubenzucker) nicht mehr vollständig und es fällt Lactat (Milchsäure) an. Das sich im Muskel anhäufende Lactat verhindert ein Weiterarbeiten. Die anaerobe Schwelle wird somit auch als Dauerleistungsgrenzen bezeichnet.
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Die Bewertung der einzelnen gemessenen und abgeleiteten Parameter kann auf bestimmte Erkrankungen hinweisen. So kann unterschieden werden, ob die Leistung kardial, pulmonal oder möglicherweise durch eine Anämie limitiert ist.
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==Hintergrund==
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Als [[Ergometrie]] bezeichnet man Messungen von körperlicher Leistungsfähigkeit unter Erfassung [[kardiovaskulär]]er Parameter ([[EKG]], [[Blutdruck]], [[Puls]]). [[Spirometrie]] bedeutet Messung der Lungenfunktion mit Erfassung [[pulmonal]]er Parameter (z.B. [[Vitalkapazität]], [[Einsekundenkapazität]]). Kombiniert man beide Methoden, erhält man ein Verfahren, mit dem die Leistungsfähigkeit eines Probanden sehr ausführlich beschrieben werden kann.
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Die Untersuchung erlaubt die Beantwortung der Frage, welche Leistung maximal erbracht werden kann. Außerdem können die an der Leistungserbringung beteiligten Organe ([[Lunge]]n, [[Herz]], [[Kreislauf]], [[Muskeln]]) im Zusammenspiel beurteilt werden.
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==Durchführung==
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Die Leistung wird auf dem Fahrradergometer oder dem Laufband erbracht. Die Steigerung der Leistung erfolgt entweder im Stufen- oder Rampenverfahren.
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Gemessen werden neben einfachen Parametern wie Herzfrequenz, Blutdruck, [[Atemfrequenz]] und Atemfluß vor allem die Atemgase ([[Sauerstoff]] und [[Kohlendioxid]]). Meistens wird ein EKG mitgeschrieben (''siehe auch: [[Belastungs-EKG]]'').
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==Diagnostische Bedeutung==
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Die Messung der Atemgase läßt den Sauerstoffverbrauch und den Anfall von Kohlendioxid während der Leistung berechnen. Die Werte werden mit Referenzwerten verglichen.
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Dabei kann unter anderem die "[[anaerob]]e Schwelle" bestimmt werden. An der anaeroben Schwelle erfolgt die Verbrennung des Substrats [[Glucose]] (Traubenzucker) nicht mehr vollständig und es fällt [[Lactat]] (Milchsäure) an. Das sich im Muskel anhäufende Lactat erschwert ein Weiterarbeiten der Muskulatur. Die anaerobe Schwelle wird somit auch als Dauerleistungsgrenze bezeichnet.
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Die Bewertung der einzelnen gemessenen und abgeleiteten Parameter kann auf bestimmte Erkrankungen hinweisen. So kann unterschieden werden, ob die Leistung kardial, pulmonal oder möglicherweise durch eine [[Anämie]] limitiert ist.
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''siehe auch: [[Spirometrie]]''
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[[Fachgebiet:Kardiologie]]
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[[Fachgebiet:Pneumologie]]
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[[Tag:Ergometrie]]
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[[Tag:Spirometrie]]

Aktuelle Version vom 24. Juni 2013, 21:56 Uhr

Synonyme: Spiroergometrie, Ergospirographie
Englisch: cardiopulmonary exercise testing (CPET, CPX)

1 Definition

Die Ergospirometrie ist eine Kombination aus Spirometrie und Ergometrie. Sie ist in der Kardiologie und Pneumologie eine Untersuchung zur Leistungsdiagnostik.

2 Hintergrund

Als Ergometrie bezeichnet man Messungen von körperlicher Leistungsfähigkeit unter Erfassung kardiovaskulärer Parameter (EKG, Blutdruck, Puls). Spirometrie bedeutet Messung der Lungenfunktion mit Erfassung pulmonaler Parameter (z.B. Vitalkapazität, Einsekundenkapazität). Kombiniert man beide Methoden, erhält man ein Verfahren, mit dem die Leistungsfähigkeit eines Probanden sehr ausführlich beschrieben werden kann.

Die Untersuchung erlaubt die Beantwortung der Frage, welche Leistung maximal erbracht werden kann. Außerdem können die an der Leistungserbringung beteiligten Organe (Lungen, Herz, Kreislauf, Muskeln) im Zusammenspiel beurteilt werden.

3 Durchführung

Die Leistung wird auf dem Fahrradergometer oder dem Laufband erbracht. Die Steigerung der Leistung erfolgt entweder im Stufen- oder Rampenverfahren. Gemessen werden neben einfachen Parametern wie Herzfrequenz, Blutdruck, Atemfrequenz und Atemfluß vor allem die Atemgase (Sauerstoff und Kohlendioxid). Meistens wird ein EKG mitgeschrieben (siehe auch: Belastungs-EKG).

4 Diagnostische Bedeutung

Die Messung der Atemgase läßt den Sauerstoffverbrauch und den Anfall von Kohlendioxid während der Leistung berechnen. Die Werte werden mit Referenzwerten verglichen.

Dabei kann unter anderem die "anaerobe Schwelle" bestimmt werden. An der anaeroben Schwelle erfolgt die Verbrennung des Substrats Glucose (Traubenzucker) nicht mehr vollständig und es fällt Lactat (Milchsäure) an. Das sich im Muskel anhäufende Lactat erschwert ein Weiterarbeiten der Muskulatur. Die anaerobe Schwelle wird somit auch als Dauerleistungsgrenze bezeichnet.

Die Bewertung der einzelnen gemessenen und abgeleiteten Parameter kann auf bestimmte Erkrankungen hinweisen. So kann unterschieden werden, ob die Leistung kardial, pulmonal oder möglicherweise durch eine Anämie limitiert ist.

siehe auch: Spirometrie

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