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Epiglottitis

Version vom 17. Mai 2018, 20:35 Uhr von Maximilian Ganz (Diskussion | Beiträge)

1 Definition

Die Epiglottitis ist eine Entzündung der Epiglottis, die von seltenen Ausnahmen abgesehen, durch bakterielle Infektion verursacht wird. Sie verläuft als hochakute, lebensbedrohliche Erkrankung.

2 Epidemiologie

Die Epiglottitis war bis zur breitflächigen Anwendung der HiB-Impfung eine häufige Erkrankung des Kindes zwischen 2-6 Jahren. Mittlerweile ist die Epiglottitis durch die hohe Immunisierungsrate bei Kleinkindern eine seltene Erkrankung.

Bei Erwachsenen ist eine Epiglottitis ebenfalls selten, kann jedoch insbesondere bei unzureichendem Impfstatus durch Infektion mit Haemophilus influenzae Typ B und andere Bakterien auftreten. Historische Analysen legen den Schluss nahe, dass George Washington, der erste Präsident der USA, an einer fulminanten Epiglottitis verstarb.

3 Erregerspektrum

Bei Kleinkindern wird eine Epiglottitis fast immer durch eine Infektion mit Haemophilus influenzae Typ B hervorgerufen. Andere Erreger kommen insbesondere bei Erwachsenen vor. Beschrieben sind unter anderem:

4 Klinik

Unabhängig vom Erkrankungsalter kommt es zu einer charakteristischen Symptomatik mit raschem Beginn und fulminantem Verlauf. Die größte Gefahr besteht in der Verlegung der Atemwege, die unbehandelt schnell tödlich enden kann.

Die Symptomatik ist charakteristisch. Betroffene Patienten klagen über starke Halsschmerzen (keine Halsschmerzen bei Krupp-Syndrom) und weisen inspiratorisch einen Stridor auf. Es besteht in der Regel hohes Fieber. Die Sprache ist kloßig, es besteht keine Heiserkeit. Das Schlucken ist schmerzhaft (Dysphagie). Oft besteht eine Hypersalivation.

Betroffene Patienten wollen als Ausdruck der behinderten Atmung lieber sitzen als stehen, halten den Mund offen und strecken die Zunge leicht heraus. Da in der Epiglottis Rezeptoren für Hustenreize fehlen, husten klinisch betroffene Patienten nicht.

5 Diagnostik

Bei Verdacht auf Epiglottitis sollte unter ärztlicher Begleitung eine Verlegung in das Krankenhaus erfolgen. Als diagnostische Maßnahme erfolgt eine Inspektion des Pharynx, eventuell durch eine nasal eingeführte Fiberoptik. Der Lokalbefund entspricht einem hochroten, entzündlich veränderten Kehldeckel.

Während des Transports und der Untersuchung sollte stets Equipment für Intubation und eine notfallmäßige Koniotomie bereitstehen, da es schnell und unvermittelt zu einer Atemwegsverlegung kommen kann. Die Letalität einer Epiglottitis liegt bei bis zu 20 %. Eine schnelle Diagnose und eine konsequente Einleitung der richtigen Therapie sind absolut entscheidend.

6 Therapie

Die Therapie besteht in Intubation und Gabe von wirksamen Antibiotika. Bewährt haben sich Cephalosporine der 3. und 4. Generation (Cefuroxim, Ceftriaxon), welche das Erregerspektrum gut abdecken. Zusätzlich sollten hochdosierte Kortikosteroide (z. B. Prednison i. v.) und ggf. eine Adrenalin-Inhalation zur Abschwellung der Schleimhaut gegeben werden.

Die Intubation gestaltet sich häufig schwierig. Im Notfall sollte als lebensrettende Maßnahme eine Koniotomie erfolgen.

Diese Seite wurde zuletzt am 17. Mai 2018 um 20:35 Uhr bearbeitet.

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