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Enterobius vermicularis

Version vom 17. Juli 2015, 10:01 Uhr von Alexandra Effenberger (Diskussion | Beiträge)

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Synonyme: Madenwurm, Springwurm, auch: Oxyuris vermicularis

1 Definition

Enterobius vermicularis ist ein Vertreter der Helminthen und zählt zum Stamm der Nematoden (Rund- oder Fadenwürmer). Die humanpathogenen Untergruppen der Nematoden lassen sich in Dünn- und Dickdarmparasiten einteilen, wobei Enterobius vermicularis zu den im Dickdarm parasitierenden Vertretern gehört. Der krankhafte Befall wird als Enterobiose bezeichnet.

2 Vorkommen

Der Madenwurm ist weltweit verbreitet und zählt zu den häufigsten Parasiten des Menschen. Auch in Zonen des gemäßigten Klimas findet er sich gehäuft. Befallen werden vor allem Kinder zwischen 5 und 9 und Erwachsene zwischen 30 und 50 Jahren.

3 Erreger

Auffallend ist die weiße Farbe des Wurms. Die Männchen weisen eine Körperlänge von 2-5 mm auf, die Weibchen messen 8-13 mm und besitzen einen dünnen, spitzen Schwanz.

4 Lebenszyklus

Der Lebenszyklus des Madenwurms ist auf den Menschen begrenzt, er kommt also ohne Zwischenwirt aus. Die Eiaufnahme erfolgt peroral von kontaminierten Gegenständen oder durch digitale Übertragung vom Anus. Auch eine inhalative Aufnahme ist möglich. Die Eier gelangen dann ins Duodenum, wo die Larven bereits nach 6 Stunden schlüpfen, welche dann im Colon zu geschlechtsreifen Würmern auswachsen. Die Männchen sterben nach der Kopulation, die Weibchen wandern meist nachts durch den Anus auf die Perianalhaut, wo sie je etwa 10000 Eier ablegen. Ein weiblicher Wurm kann dabei etwa 2 Monate alt werden. Oft werden bei der Darmentleerung Würmer ausgeschieden, die auf der Fäzes gut sichtbar sind. Die Eier bleiben in feuchter Umgebung 2-3 Wochen lebensfähig und werden wieder peroral aufgenommen.

5 Enterobiose

Die Infektion mit Enterobius vermicularis kann symptomlos verlaufen. Wenn Entwicklungsformen die Wand von Organen penetrieren, kann es zu Entzündungserscheinungen kommen. Bevorzugt handelt es sich Caecum, Appendix und die inneren Geschlechtsorgane. Mögliche Symptome einer Enterobiose sind: starker Juckreiz perianal, damit verbunden eventuell Schlafstörungen und deren Folgen (Konzentrationsstörungen, Nevorsität, Reizbarkeit etc.) sowie Hautabschürfungen und Gefahr der Superinfektion, weiterhin Appetitverlust, Gewichtsabnahme und Entwicklungsverzögerung bei Kindern.

6 Diagnose

Die Verdachstdiagnose wird klinisch gestellt, die Würmer sind ggf. in der Fäzes erkennbar. Für den Nachweis der Eier eignet sich die sogenannte Klebestreifenmethode und eine folgende mikrospkopische Untersuchung. Die parasitologische Stuhluntersuchung ist zum Nachweis des Madenwurms ungeeignet.

7 Therapie und Prophylaxe

Zum Einsatz kommen die folgenden Anthelminthika: Albendazol, Mebendazol und Pyrantel. Eine Reinfektion ist jedoch häufig. Deswegen muss eine Behandlung oft wiederholt werden. Auch sind alle potenziellen Parasitenträger mitzubehandeln und Prophylaxe-Maßnahmen einzuhalten. Die Verbreitung der Eier lässt sich vermindern durch Waschen kontaminierter Gegenstände mit heißem Wasser, morgendliches Waschen der Perianalregion und Abdecken mit Salbe, täglichem Wäschewechsel und strenger Händehygiene.

Fachgebiete: Parasitologie

Diese Seite wurde zuletzt am 23. Juli 2015 um 15:22 Uhr bearbeitet.

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