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Endotoxin: Unterschied zwischen den Versionen

 
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Das zugehörige Adjektiv lautet '''endotoxisch'''.
 
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Der Begriff "Endotoxin" ist insoweit irreführend, als dass es sich ''nicht'' um innere Bestandteile der Bakterien handelt, wie bei ihrer Entdeckung irrtümlich angenommen wurde.
  
 
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Aktuelle Version vom 25. Juli 2021, 21:44 Uhr

Synonym: Lipid A

1 Definition

Als Endotoxin bezeichnet man Bestandteile der Lipopolysaccharide der äußeren Zellmembran gramnegativer Bakterien. Sie werden von lebenden gramnegativen Bakterien durch Abspaltung von Vesikeln (OMVs), beziehungsweise beim Absterben von gramnegativen Bakterien freigesetzt.

Das zugehörige Adjektiv lautet endotoxisch.

2 Nomenklatur

Der Begriff "Endotoxin" ist insoweit irreführend, als dass es sich nicht um innere Bestandteile der Bakterien handelt, wie bei ihrer Entdeckung irrtümlich angenommen wurde.

3 Hintergrund

Endotoxin spielt durch Induktion einer Entzündung für das Krankheitsgeschehen bei Infektionskrankheiten eine wichtige verstärkende Rolle und gilt daher als wichtiger Virulenzfaktor. Endotoxine sind im Gegensatz zu Exotoxinen ein fester Bestandteil der Bakterienzelle selbst.

4 Pathophysiologische Interaktionen

Der eigentlich toxisch wirksame Bestandteil des Endotoxins ist das Lipid A. Es reagiert mit Rezeptoren auf Zellen des Immunsystems, hauptächlich Makrophagen.

Lipid A bindet dabei zunächst an das membranständige CD 14. Durch einen bisher ungeklärten Mechanismus der intrazellulären Signaltransduktion produzieren und sezernieren die betroffenen Zellen daraufhin Entzündungsmediatoren (IL-1, IL-6, IL-12, TNF-α).

Im Rahmen der Reaktion auf die Bindung des Lipid A werden von den Makrophagen auch CD 14 in die Umgebung freigesetzt. Diese können dann auch Zellen, die im Grunde nicht auf das Lipid A reagieren, beeinflussen. Beispielsweise exprimieren Zellen des Endothels nach Bindung von CD 14 vermehrt Selektine und Integrine, die wiederum eine vermehrte Adhäsion von Leukozyten und Thrombozyten an den Gefäßwänden bewirken.

Die vermehrte Adhäsion von Thrombozyten an die Gefäßwand führt zur Aktivierung der Blutgerinnung und Freisetzung von Kininen (z.B. Bradykinin) mit der Folge der Entstehung von Thromben, die im Zuge ihres Abbaus die Fibrinolyse anstoßen. Die Kininfreisetzung bewirkt zudem eine Vasodilatation.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass durch die Wirkungen des Endotoxins Gleichgewicht zwischen Entzündungsgeschehen, Gerinnung und Lyse gestört ist. Mögliche Folgen sind:

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Fachgebiete: Mikrobiologie

Diese Seite wurde zuletzt am 25. Juli 2021 um 21:44 Uhr bearbeitet.

In der englischen Wikipedia ist das sehr schön erklärt: "Subsequent work showed that release of LPS from gram negative microbes does not necessarily require the destruction of the bacterial cell wall, but rather, LPS is secreted as part of the normal physiological activity of membrane vesicle trafficking in the form of bacterial outer membrane vesicles (OMVs), which may also contain other virulence factors and proteins." Also entweder das lebende Bakterium sezerniert LPS-haltige Vesikel oder die Membran setzt LPS nach dem Tod frei. Vesikel sind keine Federn. Die Vesikelbildung ist ein energieverbrauchender Prozess, der einen intakten Zellstoffwechsel voraussetzt.
#4 am 25.07.2021 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Ich hatte es so verstanden, dass Endotoxine (zum Teil) Bestandteile der Zellmembran von Bakterien sind welche nach deren Tod & Zerfall in freigesetzt werden. Um auf Ihren Analogie mit Monty Python zurückzukommen... die Endotoxine wären die Federn welche dem toten Papagei ausfallen. Nach 5 min googlen habe ich nichts widersprüchliches gefunden.
#3 am 25.07.2021 von Johann Maaß (Student/in der Humanmedizin)
Gegenfrage: Wie sollen tote Bakterien Vesikel abspalten? https://en.wikipedia.org/wiki/Dead_Parrot_sketch
#2 am 07.12.2018 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Ich möchte nicht indiskret sein, aber müsste es nicht in der Definition etwa nicht so lauten:"Sie werden von NICHT-lebenden gramnegativen Bakterien durch Abspaltung von Vesikeln, beziehungsweise beim Absterben von gramnegativen Bakterien freigesetzt". Ich kann mich irren und mich selbstverständlich eines besseren belehren. Wäre aber froh über eine Rückmeldung. Mit freundlichen Grüßen
#1 am 03.12.2018 von Ramtin Atrafshan (Student/in der Humanmedizin)

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