Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Endgradige Gelenkstellung

Version vom 1. August 2021, 23:07 Uhr von HP Dipl. Math. Stefan Rolf Paff (Diskussion | Beiträge)

Englisch: terminal

1 Definition

Eine Gelenkstellung heißt endgradig, wenn von der Mitte des ROM aus in ihre Richtung keine weitere Bewegung mehr möglich ist.

2 Eigenschaften

Diese Definition ist unabhängig von der Anzahl der Bewegungsdimensionen eines Gelenks, sie gilt also sowohl für das eindimensional bewegliche Ellbogengelenk wie für das dreidimensional bewegliche Glenohumeralgelenk oder Hüftgelenk. Auch erfordert diese Definition keine genaue Zerlegung der Bewegung in die Bewegungsdimensionen.

Die Grenze der Bewegung kann physiologisch von verschiedenen Strukturen gesetzt werden und wird bei passiver Untersuchung vom Untersucher auf verschiedene Weise wahrgenommen:

  • Muskeln: weich-elastisches Endgefühl (z.B. Einschränkung der Hüftflexion bei gestrecktem Kniegelenk durch die Ischiocruralen Muskeln)
  • Bänder: fest-elastisches Endgefühl (z.B. Begrenzung der Inversion und Eversion des Fußgelenkkomplexes durch verschiedene Bänder)
  • der knöcherne Gelenkstruktur, also den Knorpeln der artikulierenden Gelenkpartner: hart-elastisches Endgefühl (z.B. Ellbogengelenk bzw. der Extension durch Anstoßen des Olecranons an den Humerus)

Der weich-elastische Fall, also die Begrenzung der Bewegung durch Muskeln ist durch Training in nennenswertem Maß beeinflußbar, etwa durch dehnendes Training, welches durch (positive) longitudinale Muskeladaption die Beweglichkeit der Muskeln erhöht. Um die Grenze der Bewegung in Richtung größerer Länge des Muskels (größerer Sarkomerlängen) zu verschieben mus dehnendes Training (idealerweise mit dem Ergebnis positiver longitudinaler Muskeladaption) ausgeführt werden. Um die Grenze in Richtung kleinerer Länge des Muskels (kleinerer Sarkomerlänge) zu verschieben, muß eine etwaige passive Insuffizienz des Muskels also eine Einschränkung der Bewegung durch Flexibilitätseinschränkungen von Antagonisten überwunden, diese also gedehnt werden.

Anderseits kann durch ungünstig gewählte längere Immobilisation negative longitudinale Muskeladaption zu einer verminderten Anzahl serieller Sarkomere und damit zu geringerer Beweglichkeit der Muskeln führen.

Jegliche Art von sportlichem Training sollte die anderen Grenzen jedoch nicht zu verändern suchen: im Fall der Knorpel hätte dies per definitionem eine Arthrose zur Folge, im Fall der Bänder wäre eine Bandlaxität bzw. Insuffizienz des Bandes zur Folge.

Diese Seite wurde zuletzt am 1. August 2021 um 23:07 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

1 Wertungen (4 ø)

50 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: