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Elektroretinographie

Version vom 28. Juni 2020, 12:37 Uhr von Leonard Richter (Diskussion | Beiträge)

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1 Übersicht

Das Elektroretinogrammregistriert die Potenzialänderung der Netzhaut auf einen kurzen Lichtblitz. Mit dem ERG lassen sich die Potenziale unterschiedlichen Zellen der Netzhaut zuordnen.

2 Diagnostik

2.1 Helligkeits-Erg

Das Helligkeits-ERG wird im dunkel- und im helladaptierten Zustand abgeleitet (skotopisches und photopisches ERG). Es handelt sich um ein Summenaktionspotenzial, das durch Ionenverschiebungen bei Belichtung entsteht. Das SAP setzt sich aus den Potenzialen der Photorezeptoren (a-Welle), der bipolaren und der Müller-Gliazellen (b-Welle) und des Pigmentepithels (c-Welle) zusammen.

2.1.1 Durchführung

In die Kontaktlinse wird eine Ringelektrode eingebaut, mit deren Hilf die Ableitung erfolgt. Zusätzlich wird noch eine indifferente Elektrode an der Haut angebracht. Neuere Methoden verwenden auch Fadenelektroden, die besser im Auge vertragen werden.

Damit dient das ERG dazu die Stäbchen- bzw. Zapfenantwort zu registrieren, um damit der Funktionalität beurteilen zu können.

2.1.2 Anwendung

Das ERG dient vor allem der Diagnosesicherung einer Retinitis pigmentosa oder einer Siderosis. Dabei gibt das ERG die deutlich ausfallenden Potentiale der untergegangen Ganglienzellen wider. Es kann aber auch angwandt werden bei langjähriger Choloroquin-Einnahme, um damit frühzeitig Schäden der Netzhaut registrieren zu können.


2.2 Muster-ERG

2.2.1 Durchführung

Der Patient blickt auf einem Monitor ein Schachbrettmuster an, bei dem sich schwarze und weiße Felder mit einer Frequenz von 16 Wechseln pro Sekunde umkehren. Das Muster-ERG misst die Funktionalität der retinale Ganglienzellen.

2.2.2 Auswertung

Bei Atrophie des Sehnervs durch Glaukom, traumatischer oder anderen Formen der Optikusatrophie ist das Muster-ERG herabgesetzt oder erloschen. Gleichzeitig ist kann das Helligkeits-ERG aber trotz Erblindung normal sein kann. Grund dafür ist, dass die b-Welle hauptsächlich durch die Aktivität der bipolaren Zellen entsteht, die bei einer Optikusatrophie intakt bleiben.

2.3 Multifokales ERG

Das multifokale ERG registriert durch repetitive Stimulation ortsspezifische Netzhautfunktionen in Form einer Flächendarstellung. Dieses ERG lässt lokale Störungen der Netzhautfunktion topografisch zuordnen.

Diese Seite wurde zuletzt am 29. Juni 2020 um 19:32 Uhr bearbeitet.

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