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Eisenvergiftung

Version vom 10. September 2014, 13:18 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Synonym: Eisenintoxikation
Englisch: iron poisoning

1 Definition

Unter einer Eisenvergiftung versteht man eine übermäßige orale oder parenterale Zufuhr von Eisen - über die physiologisch verkraftbare Menge hinaus.

Entsteht der Eisenüberschuss durch Akkumulation auf der Basis von wiederholten Bluttransfusionen oder hämolytischen Anämien spricht man von einer Eisenüberladung.

2 Ursachen

3 Pharmakologie

Die letale Dosis (LD50) von Eisensalzen wird bei oraler Aufnahme zwischen 180 und 630 mg/kg Körpergewicht angegeben (Tiermodell). Diese Angaben lassen sich aber nur bedingt auf den Menschen übertragen.

Auf die Blutplasmakonzentration bezogen, gelten Werte von 350-500 µg/dl als toxisch, Werte über 1.000 µg/dl als Zeichen einer schweren Eisenvergiftung.

3.1 Symptome

Symptome einer akuten Eisenintoxikation sind u.a.

3.2 Therapie

Es ist auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Die Gabe von Milch oder rohen Eiern hat sich als sinnvoll erwiesen, weil dadurch Eisenkomplexe gebildet werden, welche die Resorption verzögern. Gegebenenfalls erfolgt eine Magenspülung mit 1%iger Natriumhydrogencarbonat-Lösung.

Als Antidot kommen 8-12 g Deferoxamin oral per Magensonde und die Applikation von Aktivkohle in Betracht. Parenteral wird Deferoxamin mit maximal 6 g/Tag gegeben. Ein ggf. auftretender Schock wird intensivmedizinisch behandelt.

Fachgebiete: Toxikologie

Diese Seite wurde zuletzt am 29. Oktober 2018 um 13:04 Uhr bearbeitet.

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