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Effektiver Filtrationsdruck (Niere)

Version vom 25. Mai 2010, 16:55 Uhr von Thomas Neumann (Diskussion | Beiträge)

1 Definition

Der Begriff des effektiven Filtrationsdruckes wird im gleichnamigen Artikel erklärt (siehe effektiver Filtrationsdruck). In der Niere wird dieser bestimmt, indem der interstitielle Druck durch den hydrostatischen der Bowmann-Kapsel ersetzt wird. Es lässt sich also sagen, dass der effektive Filtrationsdruck in der Niere den Druck bezeichnet, der für die Filtration des Plasmas aus der Glomeruluskapillare in die Bowmann-Kapsel sorgt.

2 Berechnung

Ausgehend von der Formel des effektiven Filtrationsdruckes wird o.g. Veränderung vorgenommen, wobei Pglo für den hydrostatischen Druck in den Glomeruluskapillaren, Pbow für den hydrostatischen Druck innerhalb der Bowmann-Kapsel und πpl für den im Plasma herrschenden onkotischen Druck (=kolloidosmotischer Druck) anzunehmen sind:

  • Peff = Pglo - Pbow - πpl+ πbow

Da jedoch der onkotische Druck innerhalb der Bowmann-Kapsel (πbow) aufgrund der physiologisch nicht vorhandenen Filtration für Proteine null zu setzen ist, entsteht folgende Gleichung:

  • Peff = Pglo - Pbow - πpl

3 Beispielrechnung

Eine Rechnung mit physiologischem Ergebnis folgt:

Pglo= 45 mmHg, Pbow= 25 mmHg, πpl= 10 mmHg,

  • Peff = 45 - 25 - 10 = 10 mmHg

Dieses Resultat bedeutet also, dass das Filtrat mit einem Druck von 10mmHg aus der Glomeruluskapillare in die Bowmann-Kapsel gedrückt wird.

4 Filtrationsgleichgewicht

Unter physiologischen Gesichtspunkten tritt auf der Wegstrecke der Glomeruluskapillare angefangen vom Vas afferens bis zum Vas efferens ein so genanntes Filtrationsgleichgewicht ein. Dieser Umstand erklärt sich durch die fortlaufende Filtration von Flüssigkeit aus dem Plasma und gleichzeitges Verbleiben von onkotisch wirksamen Bestandteilen, wodurch sich die relative Konzentration dieser Teilchen und damit der onkotische Druck zum Ende der Filtrationsstrecke hin bis auf Werte um 20mmHg erhöhen kann. Aufgrund dieser Tatsache nähert sich der effektive Filtrationsdruck zum letzten Drittel der Glomeruluskapillare null, wodurch die Filtration im efferenten Schenkel erliegt. Dies lässt sich durch o.g. Gleichung nachvollziehen:

πpl= 20 mmHg


  • Peff = 45 - 25 - 20 = 0 mmHg

Beeinflussen lässt sich dieser Sachverhalt durch die Steigerung des renalen Plasmaflusses zugunsten einer erhöhten Filtrationsstrecke mit steigender Filtrationoberfläche. Außerdem ist eine Regulation durch den Gefäßwiderstand der Vasa afferens und efferens möglich.

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