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Effektiver Filtrationsdruck (Niere): Unterschied zwischen den Versionen

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==Definition==
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''Synonym: glomerulärer Filtrationsdruck''
  
Der Begriff des '''effektiven Filtrationsdruckes''' wird im gleichnamigen Artikel erklärt (siehe [[effektiver Filtrationsdruck]]).
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==Definition==
In der Niere wird dieser bestimmt, indem der interstitielle Druck durch den [[hydrostatisch]]en der [[Bowmann-Kapsel]] ersetzt wird.
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Der '''effektive Filtrationsdruck''' der Niere ist der [[Druck]], der für die Filtration des [[Plasma]]s aus der [[Glomerulus]][[kapillare]] in die [[Bowmann-Kapsel]] sorgt.  
Es lässt sich also sagen, dass der effektive Filtrationsdruck in der Niere den Druck bezeichnet, der für die Filtration des [[Plasma]]s aus der Glomeruluskapillare in die Bowmann-Kapsel sorgt.
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==Berechnung==
 
==Berechnung==
 
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Ausgehend von der Formel des effektiven Filtrationsdruckes wird o.g. Veränderung vorgenommen, wobei P<sub>glo</sub> für den hydrostatischen Druck in den Glomeruluskapillaren, P<sub>bow</sub> für den hydrostatischen Druck innerhalb der Bowmann-Kapsel und &pi;<sub>pl</sub> für den im Plasma herrschenden [[onkotischer Druck|onkotischen Druck]] (=[[kolloidosmotischer Druck]]) anzunehmen sind:
Ausgehend von der Formel des effektiven Filtrationsdruckes wird o.g. Veränderung vorgenommen, wobei P<sub>glo</sub> für den hydrostatischen Druck in den Glomeruluskapillaren, P<sub>bow</sub> für den hydrostatischen Druck innerhalb der Bowmann-Kapsel und &pi;<sub>pl</sub> für den im Plasma herrschenden [[onkotischen Druck]] (=[[kolloidosmotischer Druck]]) anzunehmen sind:
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* '''''P<sub>eff</sub>''' = P<sub>glo</sub> - P<sub>bow</sub> - &pi;<sub>pl</sub>''+ &pi;<sub>bow</sub>''
 
* '''''P<sub>eff</sub>''' = P<sub>glo</sub> - P<sub>bow</sub> - &pi;<sub>pl</sub>''+ &pi;<sub>bow</sub>''
  
Da jedoch der [[onkotische Druck]] innerhalb der Bowmann-Kapsel (&pi;<sub>bow</sub>) aufgrund der physiologisch nicht vorhandenen Filtration für Proteine null zu setzen ist, entsteht folgende Gleichung:
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Da jedoch der [[onkotischer Druck|onkotische Druck]] innerhalb der Bowmann-Kapsel (&pi;<sub>bow</sub>) aufgrund der physiologisch nicht vorhandenen Filtration für Proteine null zu setzen ist, entsteht folgende Gleichung:
  
 
* '''''P<sub>eff</sub>''' = P<sub>glo</sub> - P<sub>bow</sub> - &pi;<sub>pl</sub>
 
* '''''P<sub>eff</sub>''' = P<sub>glo</sub> - P<sub>bow</sub> - &pi;<sub>pl</sub>
  
 
===Beispielrechnung===
 
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Eine Rechnung mit physiologischem Ergebnis folgt:
 
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== Filtrationsgleichgewicht==
 
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Unter physiologischen Gesichtspunkten tritt auf der Wegstrecke der Glomeruluskapillare angefangen vom [[Vas afferens]] bis zum [[Vas efferens]] ein so genanntes [[Filtrationsgleichgewicht]] ein.
 
Unter physiologischen Gesichtspunkten tritt auf der Wegstrecke der Glomeruluskapillare angefangen vom [[Vas afferens]] bis zum [[Vas efferens]] ein so genanntes [[Filtrationsgleichgewicht]] ein.
 
Dieser Umstand erklärt sich durch die fortlaufende Filtration von Flüssigkeit aus dem Plasma und gleichzeitges Verbleiben von onkotisch wirksamen Bestandteilen, wodurch sich die relative Konzentration dieser Teilchen und damit der onkotische Druck zum Ende der Filtrationsstrecke hin bis auf Werte um 20mmHg erhöhen kann.
 
Dieser Umstand erklärt sich durch die fortlaufende Filtration von Flüssigkeit aus dem Plasma und gleichzeitges Verbleiben von onkotisch wirksamen Bestandteilen, wodurch sich die relative Konzentration dieser Teilchen und damit der onkotische Druck zum Ende der Filtrationsstrecke hin bis auf Werte um 20mmHg erhöhen kann.
Aufgrund dieser Tatsache nähert sich der [[effektive Filtrationsdruck]] zum letzten Drittel der Glomeruluskapillare null, wodurch die Filtration im efferenten Schenkel erliegt. Dies lässt sich durch o.g. Gleichung nachvollziehen:
 
  
&pi;<sub>pl</sub>= 20 mmHg
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Aufgrund dieser Tatsache nähert sich der [[effektiver Filtrationsdruck|effektive Filtrationsdruck]] zum letzten Drittel der Glomeruluskapillare null, wodurch die Filtration im efferenten Schenkel erliegt. Dies lässt sich durch o.g. Gleichung nachvollziehen:
  
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&pi;<sub>pl</sub>= 20 mmHg
  
 
* '''''P<sub>eff</sub>''' = 45 - 25 - 20 = 0 mmHg
 
* '''''P<sub>eff</sub>''' = 45 - 25 - 20 = 0 mmHg
  
Beeinflussen lässt sich dieser Sachverhalt durch die Steigerung des [[renalen Plasmaflusses]] zugunsten einer erhöhten Filtrationsstrecke mit steigender Filtrationoberfläche.
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Beeinflussen lässt sich dieser Sachverhalt durch die Steigerung des [[renaler Plasmafluss|renalen Plasmaflusses]] zugunsten einer erhöhten Filtrationsstrecke mit steigender Filtrationsoberfläche. Außerdem ist eine Regulation durch den Gefäßwiderstand der Vasa afferens und efferens möglich.
Außerdem ist eine Regulation durch den Gefäßwiderstand der Vasa afferens und efferens möglich.
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[[Fachgebiet:Nephrologie]]
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Aktuelle Version vom 19. Juli 2017, 11:08 Uhr

Synonym: glomerulärer Filtrationsdruck

1 Definition

Der effektive Filtrationsdruck der Niere ist der Druck, der für die Filtration des Plasmas aus der Glomeruluskapillare in die Bowmann-Kapsel sorgt.

2 Berechnung

Ausgehend von der Formel des effektiven Filtrationsdruckes wird o.g. Veränderung vorgenommen, wobei Pglo für den hydrostatischen Druck in den Glomeruluskapillaren, Pbow für den hydrostatischen Druck innerhalb der Bowmann-Kapsel und πpl für den im Plasma herrschenden onkotischen Druck (=kolloidosmotischer Druck) anzunehmen sind:

  • Peff = Pglo - Pbow - πpl+ πbow

Da jedoch der onkotische Druck innerhalb der Bowmann-Kapsel (πbow) aufgrund der physiologisch nicht vorhandenen Filtration für Proteine null zu setzen ist, entsteht folgende Gleichung:

  • Peff = Pglo - Pbow - πpl

2.1 Beispielrechnung

Eine Rechnung mit physiologischem Ergebnis folgt:

Pglo= 45 mmHg, Pbow= 25 mmHg, πpl= 10 mmHg,

  • Peff = 45 - 25 - 10 = 10 mmHg

Dieses Resultat bedeutet also, dass das Filtrat mit einem Druck von 10mmHg aus der Glomeruluskapillare in die Bowmann-Kapsel gedrückt wird.

3 Filtrationsgleichgewicht

Unter physiologischen Gesichtspunkten tritt auf der Wegstrecke der Glomeruluskapillare angefangen vom Vas afferens bis zum Vas efferens ein so genanntes Filtrationsgleichgewicht ein. Dieser Umstand erklärt sich durch die fortlaufende Filtration von Flüssigkeit aus dem Plasma und gleichzeitges Verbleiben von onkotisch wirksamen Bestandteilen, wodurch sich die relative Konzentration dieser Teilchen und damit der onkotische Druck zum Ende der Filtrationsstrecke hin bis auf Werte um 20mmHg erhöhen kann.

Aufgrund dieser Tatsache nähert sich der effektive Filtrationsdruck zum letzten Drittel der Glomeruluskapillare null, wodurch die Filtration im efferenten Schenkel erliegt. Dies lässt sich durch o.g. Gleichung nachvollziehen:

πpl= 20 mmHg

  • Peff = 45 - 25 - 20 = 0 mmHg

Beeinflussen lässt sich dieser Sachverhalt durch die Steigerung des renalen Plasmaflusses zugunsten einer erhöhten Filtrationsstrecke mit steigender Filtrationsoberfläche. Außerdem ist eine Regulation durch den Gefäßwiderstand der Vasa afferens und efferens möglich.

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