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Dyspraxie: Unterschied zwischen den Versionen

 
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Unter '''Dyspraxie''' versteht man den Zustand des deutlich erschwerten Ablaufs von Handlungen und Bewegungen, . Man unterscheidet die [[motorische Dyspraxie]] von der [[ideatorischen Dyspraxie]].
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Unter '''Dyspraxie''' versteht man den Zustand des erschwerten Ablaufs von [[Handlung]]en und [[Bewegung]]en, wobei man die motorische Dyspraxie von der ideatorischen unterscheidet.
 
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Bei 4–6 % der Kinder ist mit einer motorischen umschriebenen Entwicklungsstörung zu rechnen.
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Als Hauptmerkmal der Dyspraxie gilt eine schwerwiegende Entwicklungsbeeinträchtigung der motorischen Koordination, die nicht allein durch eine Intelligenzminderung oder eine spezifische angeborene oder erworbene neurologische Störung erklärbar ist.
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Es zeigen sich klinisch deutlich entwicklungsneurologische Unreifezeichen - meist schon ab dem Kindes- bzw. Babyalter.
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Diagnostisch relevant ist ein stetiger Verlauf ohne Remissionen und Rezidive. Im späteren Erwachsenenalter vermindern sich die Störungen, auch wenn geringere Defizite immer zurückbleiben.  
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==Ursachen==
 
==Ursachen==
Bisher sind die genauen Ursachen für den Ablauf dyspraktischer Störungen nicht bekannt. Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen werden als mögliche ursächliche Faktoren aufgeführt.
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Bisher sind die genauen Ursachen für den Ablauf dyspraktischer Störungen nicht bekannt.
  
 
==Symptome==
 
==Symptome==
Allgemeine [[Symptom]]e können von einfacher motorischer Ungeschicklichkeit bis hin zu [[Dyskalkulie]], [[Dyslexie]] mit deutlichen Beeinträchtigungen im Alltag.
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Allgemeine [[Symptom]]e können von einfacher motorischer Ungeschicklichkeit bis hin zu Sprach- und Lernschwierigkeiten und Komplikationen im Alltag reichen.
 
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Meist sind bei der Dyspraxie unter anderem die Sprache, die visuellräumlichen Fertigkeiten und die Bewegungskoordination betroffen.
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Bei Babys und Kleinkindern kann man [[choreoforme Bewegungen]] bei freigehaltenen Gliedern oder [[Spiegelbewegungen]] beobachten.
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Das Hüpfen, Ballwerfen, Zeichnen und Fangen gelingt in der Regel problemlos.
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Mangelhafte fein- oder grobmotorischen Koordination.
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Im Kleinkindalter oft ein verspätetes Aufrichten des Oberkörpers und verspätetes freies Laufen.
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Der Bewegungsablauf ist unflüssig, das Gangbild ungeschickt.
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[[Graphomotorische Störung]]en. Sie betreffen Störungen der Bewegung (Strichführung und Druckgebung), Störungen der Formgebung und Störungen der Raumverteilung.  
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[[Dyslalie]]
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Verspätete Sprachentwicklung
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===Motorische Dyspraxie===
 
===Motorische Dyspraxie===
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==Diagnose==
 
==Diagnose==
Im Rahmen eines genauen Beobachtungstests müssen nicht nur bestimmte psychische [[Erkrankung]]en, sondern auch [[Muskelschwäche]]n, hereditäre, die [[Intelligenz]] beeinträchtigende Erkrankungen sowie [[Lähmung]]serscheinungen ausgeschlossen werden, damit die [[Diagnose]] einer Dyspraxie gestellt werden kann.
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Im Rahmen eines genauen Beobachtungstests müssen nicht nur psychische [[Erkrankung]]en, sondern auch [[Muskelschwäche]]n, hereditäre, die [[Intelligenz]] beeinträchtigende Erkrankungen sowie [[Lähmung]]serscheinungen ausgeschlossen werden, damit die [[Diagnose]] einer Dyspraxie gestellt werden kann.
 
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- Die Dyspraxie kommt häufig als Komorbidität bei Entwicklungsstörungen aus dem [[Autismus]] Spektrum vor ([[Asperger-Syndrom]], [[Kanner-Syndrom]], [[atypischer Autismus]]).
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Basisdiagnostik:
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* Klinisch-neurologische Untersuchung
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* Klinische Überprüfung der Motorik und
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* Körperkoordination.
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* Bildgebende Verfahren und [[EEG]] (fakultativ).
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* Fachärztlich orthopädische Untersuchung.
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* Untersuchung des Entwicklungsstands, Intelligenzdiagnostik.
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* Orientierend: Freies Malen und Malen von Haus, Baum und Mensch, feinmotorische Aufgaben.
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==Therapie==
 
==Therapie==
* [[Logopädie]] bei Defiziten in der Sprachentwicklung.
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Abhängig von der [[Symptomatik]] können [[Logopädie|Logopäde]]n bzw. [[Ergotherapie|Ergotherapeut]]en weiterhelfen und die [[Motorik]] verbessern.
* [[Ergotherapie]], [[Physiotherapie]] zur Verbesserung bei fein-oder grobmotorischen Defiziten.
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* Sozialpädagogen bei Abweichungen des Entwicklungsstands manchmal notwendig. 
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* Psychologen in Bezug auf die auf die Wechselwirkung von Körper, Psyche und Verhalten.
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[[Fachgebiet:Kinderheilkunde]]
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[[Fachgebiet:Neurologie]]
 
[[Fachgebiet:Neurologie]]
[[Tag:Dyspraxie]]
 
[[Tag:Entwicklungsstörung]]
 
[[Tag:Motorische Entwicklungsstörung]]
 

Aktuelle Version vom 12. November 2019, 19:24 Uhr

1 Definition

Unter Dyspraxie versteht man den Zustand des erschwerten Ablaufs von Handlungen und Bewegungen, wobei man die motorische Dyspraxie von der ideatorischen unterscheidet.

2 Ursachen

Bisher sind die genauen Ursachen für den Ablauf dyspraktischer Störungen nicht bekannt.

3 Symptome

Allgemeine Symptome können von einfacher motorischer Ungeschicklichkeit bis hin zu Sprach- und Lernschwierigkeiten und Komplikationen im Alltag reichen.

3.1 Motorische Dyspraxie

Bei der motorischen Dyspraxie kann sich der Betroffene den Ablauf der gewünschten Handlung zwar genauestens vorstellen, doch er kann sie nicht oder nur erschwert in die Tat umsetzen. Wird zum Beispiel ein Kind aufgefordert, einen Stift aufzuheben, kann man die Ansätze eines Handlungswillens zwar erkennen, jedoch ohne Ergebnis. Oft kann man auch beobachten, dass kurze Zeit später dieselbe Handlung problemlos abläuft.

3.2 Ideaotorische Dyspraxie

Bei der ideatorischen Dyspraxie kann sich der Betroffene den Ablauf der Handlung nicht genau vor Augen führen. So verlieren zum Beispiel Kinder oft den Überblick bezüglich der Reihenfolge der Kleidungsstücke, die sie anziehen sollen.

4 Diagnose

Im Rahmen eines genauen Beobachtungstests müssen nicht nur psychische Erkrankungen, sondern auch Muskelschwächen, hereditäre, die Intelligenz beeinträchtigende Erkrankungen sowie Lähmungserscheinungen ausgeschlossen werden, damit die Diagnose einer Dyspraxie gestellt werden kann.

5 Therapie

Abhängig von der Symptomatik können Logopäden bzw. Ergotherapeuten weiterhelfen und die Motorik verbessern.

Fachgebiete: Neurologie

Diese Seite wurde zuletzt am 12. November 2019 um 19:24 Uhr bearbeitet.

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