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Dura mater: Unterschied zwischen den Versionen

(Anatomie)
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==Definition==
 
==Definition==
Die '''Dura mater''' ist die äußerste [[Hirnhaut]], die das [[Zentralnervensystem]] umschließt. Sie grenzt an die benachbarten [[Knochen]] des [[Schädel]]s bzw. der [[Wirbelsäule]].
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Die '''Dura mater''' ist die äußerste [[Hirnhaut]] ([[Pachymeninx]]), die das [[Zentralnervensystem]] umschließt. Sie grenzt an die benachbarten [[Knochen]] des [[Schädel]]s bzw. der [[Wirbelsäule]].
 
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==Anatomie==
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Die Dura mater befindet sich innerhalb der [[Schädelhöhle]] und des [[Wirbelkanal]]s. Das angrenzende Periost wird als so genanntes ''Stratum periostale'' oder "äußeres Blatt" meist als Bestandteil der Dura mater betrachtet, die Dura im engeren Sinn dann als "inneres Blatt" oder ''Stratum meningeale'' bezeichnet. Da beide Schichten im Bereich des Schädels ineinander übergehen, bilden sie eine funktionelle Einheit. An bestimmten Stellen trennen sich beide Blätter voneinander, und formen die so genannten [[Hirnsinus|Sinus]], eine besondere Form venöser Blutleiter.
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Das innere Blatt der Dura mater zieht in die [[Fissura longitudinalis]] zwischen den beiden Großhirnhemisphären sowie in den Spalt zwischen den beiden Kleinhirnhemisphären und lagert sich dort als [[Duplikatur]] zur [[Falx cerebri]] bzw. [[Falx cerebelli]] zusammen. Zwischen Großhirn und Kleinhirn entsteht auf gleiche Weise das [[Tentorium cerebelli]].
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Im Bereich der [[orbital]]en [[Fissur]]en geht die Dura mater in das Periost der [[Orbitalhöhle]] ([[Periorbita]]) über.
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==Einteilung==
 
==Einteilung==
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* die [[Dura mater spinalis]].
 
* die [[Dura mater spinalis]].
 
Beide Strukturen gehen im [[Foramen magnum]] ineinander über.
 
Beide Strukturen gehen im [[Foramen magnum]] ineinander über.
 
==Versorgung==
 
Die Dura mater wird von verschiedenen meningealen Gefäßen mit Blut versorgt, u.a. von der
 
* [[Arteria meningea anterior]] aus der [[Arteria ethmoidalis anterior]].
 
* [[Arteria meningea media]] aus der [[Arteria maxillaris]] (Pars mandibularis).
 
* [[Arteria meningea posterior]]  aus der [[Arteria pharyngea ascendens]] (medialer Ast der [[Arteria carotis externa]]).
 
  
 
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Der venöse Abfluss erfolgt über die [[Sinus durae matris]], die im Gegensatz zu peripheren [[venös]]en [[Blutgefäß]]en keine Dehnungsfähigkeit besitzen und daher keine Volumenspeicherung ermöglichen.
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==Dura mater cranialis==
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Die Dura mater cranialis befindet sich innerhalb der [[Schädelhöhle]]. Sie setzt sich aus dem außen gelegenen [[Stratum fibrosum]] und dem zur [[Arachnoidea]] hin gelegenen [[Stratum neurotheliale]] zusammen.
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Das Stratum fibrosum besteht aus [[Straffes Bindegewebe|straffem Bindegewebe]] mit vielen [[kollagen]]en und [[elastische Faser|elastischen Fasern]], während das Stratum neurotheliale einen mehrschichtigen Verband von [[epithel]]ähnlichen Meningealzellen ([[Duraneurothel]]) darstellt. Diese Zellen sind untereinander durch [[Desmosom]]en, [[Zonula occludens|Zonulae occludentes]] und [[Nexus]] verbunden. Der abgedichtete, enge [[Interzellularspalt]] zwischen der äußeren Arachnoidalzellschicht und der innersten Schicht des Duraneurothels bildet eine [[Diffusion]]sbarriere zwischen [[Liquor]] und [[Blutgefäß]]system der Dura (Teil der [[Blut-Liquor-Schranke]]). Das Duraneurothel endet im Bereich der Austrittsstellen von [[Hirnnerv]]en.
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Das Stratum fibrosum ist über [[Sharpey-Faser]]n mit dem Kollagensystem der Schädelknochen verbunden. Daher wird es von einigen Autoren auch als Stratum periostale bezeichnet. Diese Fixierung lockert sich zunehmend ab dem 10. Lebensjahr, bleibt aber an einigen Stellen zeitlebens fest vorhanden, z.B. am Rand des [[Foramen magnum]] sowie im Bereich von [[Sutur]]en, [[Lamina cribrosa]], [[Felsenbein]], [[Schläfenbein]] und an [[Clivus]] und [[Sella turcica]].
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An einigen Stellen spaltet sich die Dura in zwei Blätter:
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* Lamina externa: haftet am Schädelknochen
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* Lamina interna: löst sich von der Lamina externa und bildet membranäre Strukturen, welche die Schädelhöhle in Kammern und Nischen untergliedern:
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** hirnwärtige Durabedeckung von [[Sinus durae matris]] und [[Cavum trigeminale]]
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** [[Diaphragma sellae]]: überspannt [[Fossa hypophysialis]], setzt sich seitlich in die Transversalplatte fort, die den [[Sinus cavernosus]] bedeckt
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* [[Falx cerebri]]: sichelförmiges Durablatt in der [[Fissura longitudinalis cerebri]] zwischen beiden [[Großhirnhemisphäre]]n. Umfasst [[Sinus sagittalis superior]]. Vorne an [[Crista galli]] befestigt, reicht [[dorsal]] bis zur [[Protuberantia occipitalis interna]]. Umfasst außerdem den [[Sinus rectus]] und geht dann beidseits in das Tentorium cerebelli über.
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** [[Tentorium cerebelli]]: überspannt die hintere Schädelgrube. Die Wurzel umfasst dorsal und seitlich den [[Sinus transversus]] und vorne den [[Sinus petrosus superior]]. Reicht vorne [[medial]] beidseits bis zum [[Dorsum sellae]], wo die Tentoriumschenkel an den [[Processus clinoideus posterior|Processus clinoidii posteriores]] et [[Processus clinoideus anterior|anteriores]] befestigt sind. Zwischen den Schenkeln verbleibt der [[Tentoriumschlitz]] für den [[mesencephal]]en Abschnitt des [[Hirnstamm]]s mit [[Arteria cerebri posterior|Arteriae cerebri posteriores]], [[Nervus trochlearis|Nervi trochleares]] und [[Nervus oculomotorius|oculomotorii]].
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** [[Falx cerebelli]]: sichelförmiges Durablatt zwischen [[Kleinhirnhemisphäre]]n. Entspringt von [[Crista occipitalis interna]] und dringt in die [[Incisura cerebelli posterior]] vor.
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Die Falx verebri und das Tentorium cerebelli bilden ein [[Zuggurtung]]ssystem, das den Schädel von innen mechanisch stabilisiert. Das Tentorium fängt den Druck des Endhirns auf Kleinhirn und Hirnstamm ab. Durch Falx und Tentorium werden Massenverschiebungen des Gehirns bei Traumen abgefangen und Deformierungen des Gehirns reduziert.
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===Blutgefäße===
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Die Blutgefäße der Dura mater cranialis werden in [[Vasa privata]] und [[Vasa publica]] unterteilt.
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Die Vasa publica sind die [[Sinus durae matris]], die das venöse Blut des Gehirns aufnehmen und v.a. beidseits zu den [[Vena jugularis interna|Venae jugulares internae]] weiterleiten.
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Die Vasa privata werden durch die Meningealgefäße gebildet. Das von ihnen ausgehende [[Kapillarsystem]] breitet sich im Stratum fibrosum aus und besitzt teilweise ein [[fenestriertes Endothel]]. Das Neurothel besitzt keine Blutkapillaren. Zu den Vasa privata der Dura mater cranialis zählen u.a.:
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* [[Ramus meningeus anterior]] der [[Arteria ethmoidalis anterior]]: wird auch als Arteria meningea anterior bezeichnet. Versorgt Dura der Rückseite des [[Os frontale]] und mediale Abschnitte der Dura des Bodens der [[vordere Schädelgrube|vorderen Schädelgrube]]. Ein Ast, die Arteria falcata, versorgt vordere Abschnite der [[Falx cerebri]].
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* Ramus meningeus der [[Arteria ethmoidalis posterior]]: unregelmäßiger Ast, der die Dura dorsal vom Ramus meningeus anterior der Arteria ethmoidalis anterior versorgt.
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* [[Arteria meningea media]] der [[Arteria maxillaris]]: tritt durch [[Foramen spinosum]] in [[mittlere Schädelgrube]] ein und verzweigt sich in Ramus frontalis, orbitalis, parietalis und petrosus. Versorgt Großteil der Dura oberhalb des Tentorium cerebelli. Anastomosiert mit [[Arteria lacrimalis]] (Ramus anastomoticus cum Arteria lacrimalis).
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* [[Arteria meningea centralis]] aus [[Arteria carotis interna]]. Versorgt Tentorium cerebelli und dorsale Abschnitte der Falx.
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* [[Arteria meningea posterior]] der [[Arteria pharyngea ascendens]]. Tritt meist durch [[Foramen jugulare]] ein, versorgt große Teile der Dura in der [[hintere Schädelgrube|hinteren Schädelgrube]].
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* Ramus meningeus der [[Arteria vertebralis]]: versorgt Abschnitte der Dura auf der Innenseite der [[Os occipitale|Squama ossis occipitalis]].
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* Ramus meningeus der [[Arteria occipitalis]]: tritt meist durch [[Foramen mastoideum]] in Dura der hinteren Schädelgrube ein.
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Die Venae meningeae (z.B. [[Venae meningeae mediae]]) begleiten meist als paarige Gefäße die gleichnamigen [[Arterie]]n und münden teilweise auch direkt in die Sinus durae matris ein.
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===Lymphgefäße===
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Die Dura besitzt im Bereich der Austritte von Nervenwurzeln [[Lymphkapillare]]n und -kollektoren, die v.a. die venösen Meningealgefäße begleiten.
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===Innervation===
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Die [[sensorisch]]e [[Innervation]] der Dura erfolgt durch folgende [[Ramus meningeus|Rami meningei]]:
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* Rami meningei des [[Nervus glossopharyngeus]] und des [[Nervus vagus]]: treten durch Foramen jugulare in die Schädelhöhle ein und versorgen Dura der hinteren Schädelgrube (außer [[Klivus]]bereich).
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* Ramus meningeus des [[Nervus mandibularis]] (V3): tritt durch Foramen spinosum in Schädelhöhle ein und versorgt gesamte [[parietal]]e Dura bis zur Falx cerebri.
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* Ramus meningeus des [[Nervus maxillaris]] (V2): zweigt vor Durchtritt des Nervus maxillaris durch das [[Foramen rotundum]] [[intrakraniell]] ab, um die Dura der mittleren Schädelgrube zu versorgen.
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* Ramus meningeus des [[Nervus ophthalmicus]] (V1): zeigt im Sinus cavernosus ab und versorgt die angrenzende Dura. Ein Hauptast, der [[Ramus tentorius]], verläuft in das Tentorium cerebelli. Ein weiterer Ast zweigt vom [[Nervus ethmoidalis anterior]] ab und versorgt Teile der Dura der vorderen Schädelgrube.
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* Rami meningei von [[zervikal]]en Spinalnerven (C1-3) gelangen durch das Foramen magnum und z.T. durch den [[Canalis nervi hypoglossi]] in die Dura und versorgen v.a. den Klivusbereich.
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[[Parasympathisch]]e Fasern stammen aus dem [[Ganglion ciliare|Ganglia ciliare]], [[Ganglion pterygopalatinum|pterygopalatinum]] und [[Ganglion oticum|oticum]] sowie verstreuten Ganglienzellgrupen in der Dura nahe dem Sinus sagittalis superior. [[Sympathisch]]e Fasern sind dem [[Ganglion cervicale superius]] zuzuordnen. Sie gelangen v.a. über [[periarteriell]]e Geflechte mit den Menignealarterien und Arteria carotis interna in die Dura.
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Die höchste Innervationsdichte besitzt die Dura der Schädelbasis, während die [[supratentoriell]]e Dura mit Ausnahme einer Zone in der Nähe des Sinus sagitallis superior geringer innerviert ist. Nervenfasern sind insbesondere entlang der Meningealgefäßen und Sinus durae matris sowie im Bereich [[postkapillär]]er Venulen zu finden.
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===Klinik===
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Der hohe Anteil [[peptiderg]]er [[Axon]]e ([[CGRP]], [[Substanz P]]) im Bereich der Hirnhaut steht u.a. mit bestimmten [[Kopfschmerzform]]en wie [[Migräne]] in Zusammenhang.
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Bei [[Raumforderung|raumfordernden]] Prozessen können die Durafalten Verschiebungen und Einklemmungen von Teilen des Gehirns nicht vollständig verhindern. Im Tentoriumschlitz können z.B. Teile des [[Temporallappen]]s eingeklemmt werden und so auch den Nervus oculomotorius komprimieren. Durch Hirndruck können weiterhin Teile des Kleinhirns in das Foramen magnum gedrückt werden ([[Tonsilleneinklemmung]]).
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Bei Öffnung des Schädels bleibt das Stratum fibrosum am Schädelknochen haften. Im Neurothel kommt es zu Spaltbildungen und zur Trennung von der übrigen Dura. Dieser artifizielle [[Subduralraum]] kann auch durch Blutungen z.B. nach Riss einer [[Brückenvene]], entstehen.
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Blutungen aus den Meningealarterien können zur Ablösung der Dura vom Knochen führen. Dann entsteht ein [[Epiduralhämatom]]. Gelegentlich kann es auch aus rupturierten Meningealvenen entstehen.
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==Dura mater spinalis==
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Im gesamten [[Wirbelkanal]] ist das Rückenmark von einem lang gezogenen Durasack umhüllt. Sie ist nicht mit dem [[Periost]] verbunden. [[Ventral]]e Abschnitte bilden Verbindungen zum [[Ligamentum longitudinale posterior]] aus, während dorsale Faserzüge zur Wand des Wirbelkanals nur spärchlich ausgebildet sind. Wie auch im Bereich des Schädels besteht die spinale Dura aus einem Stratum fibrosum und einem Stratum neurotheliale.
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Der Dursasack wird vom [[Spatium epidurale]] umgeben. Dieses besteht aus [[lockeres Bindegewebe|lockerem Bindegewebe]] mit viel [[Fettgewebe]] sowie einem Venenplexus ([[Plexus venosus vertebralis internus]]). Der Dursaack weist seitliche Ausziehungen (Duratrichter) für die Austritte der Spinalnervenwurzeln auf. Im Bereich der [[Foramen intervertebrale|Foramina intervertebralia]] geht die Dura kontinuierlich in die Bindegewebskapsel und das [[Epineurium]] von Spinalganglien und Spinalnerven über.
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Der Durasack verengt sich verengt sich im mittleren Thorakalbereich und weitet sich im Zervikal- und Lumbalbereich ([[Cisterna lumbalis]]). Im Sakralkanal verjüngt er sich kegelförmig und geht in die Pars duralis des [[Filum terminale]] über.  
  
==Innervation==
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===Blutgefäße===
Die äußerst schmerzempfindliche Dura mater wird im Schädelbereich [[sensibel]] vor allem durch die Äste des [[Nervus trigeminus]] innerviert. Der [[Nervus ophthalmicus]] (V<sub>1</sub>) versorgt mit seinem [[Ramus tentorius recurrens nervi ophthalmici|Ramus tentorius]] die [[vordere Schädelgrube]] und die [[Falx cerebri]], die [[Ramus meningeus|Rami meningei]] des [[Nervus maxillaris]] (V<sub>2</sub>) und des [[Nervus mandibularis]] (V<sub>3</sub>) ziehen in die [[Temporalregion|Temporal]]- und [[Parietalregion]]. Im Bereich der vorderen Schädelgrube werden kleinere Duraanteile wahrscheinlich auch von feinen Ästen des [[Nervus ethmoidalis anterior]] und [[Nervus ethmoidalis posterior|posterior]] versorgt.
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Die Dura mater spinalis besitzt ein gut entwickeltes Kapillarbett mit z.T. fenestriertem Endothel. Das System wird aus Rami durales und der [[Arteria radicularis|Arteriae radiculares]] aus den Rami spinales verschiedener Arterien gespeist. Es steht ventral und dorsal mit der Arteria vertebralis in Verbindung. Im oberen Zervikalmark bestehen weiterhin direkte Verbindungen zu Meningealarterien der Arteriae vertebrales und [[Arteria inferior posterior cerebelli|Arteriae inferiores posteriores cerebelli]]. Das Blut fließt über den Plexus venosus und Radikularvenen ab.  
  
Die unterhalb des [[Tentorium cerebelli]] lokalisierten Duragebiete werden von kleinen Faserbündeln  des [[Nervus vagus]] und des [[Nervus glossopharyngeus]] innerviert.
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===Lymphgefäße===
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Nur im Bereich der Austrittsstellen der Rückenmarksnerven befinden sich Lymphkapillaren.  
  
==Histologie==
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===Innervation===
Die Dura mater besteht aus derbem [[kollagen]]en [[Bindegewebe]], dem nach innen eine Schicht von flachem [[Epithel]] aufgelagert ist.
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Die Rami meningei der Spinalnerven treten rückläufig durch die Foramina intervertebralia an die Dura und teils weiter zur [[Pia mater]]. Dabei handelt es sich v.a. um sensorische Fasern. [[Noradrenerg]]e Efferenzen entstammen den sympathischen [[Grenzstrang]]ganglien und gelangen über periarterielle Geflechte zur Dura.  
  
==Pathophysiologie==
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===Klinik===
Zwischen der Dura mater und der darunter befindlichen [[Arachnoidea]] befindet sich ein kleiner, mit Bindegewebe teilweise ausgefüllter Spalt, der [[Subduralraum]]. Dieser kann bei [[Trauma]]ta mit [[venös]]em oder selten mit [[arteriell]]em [[Blut ]] angefüllt werden und damit Druck auf tiefer gelegene [[Hirn]]areale ausüben. Ein solches [[Subduralhämatom]] muss notfallmäßig [[operativ]] entlastet werden, um bleibende Schäden zu verhindern.
+
Durch Punktion des Epiduralraums und Applikation eines [[Lokalanästhetikum]]s kann eine [[Anästhesie]] der austretenden Nerven erreicht werden ([[Epiduralanästhesie]]). Bei einer [[Spinalanästhesie]] wird das Lokalanästhetikum hingegegn in den [[Subarachnoidalraum]] appliziert.
 
[[Fachgebiet:Anatomie]]
 
[[Fachgebiet:Anatomie]]
 
[[Fachgebiet:Zentralnervensystem]]
 
[[Fachgebiet:Zentralnervensystem]]

Version vom 10. Juli 2020, 15:57 Uhr

von lateinisch: durus - hart; mater - Mutter
Synonyme: Dura, harte Hirnhaut, Pachymeninx, Meninx fibrosa
Englisch: Meninges, dura mater, dura

1 Definition

Die Dura mater ist die äußerste Hirnhaut (Pachymeninx), die das Zentralnervensystem umschließt. Sie grenzt an die benachbarten Knochen des Schädels bzw. der Wirbelsäule.

2 Einteilung

Nach der Lage im Schädel oder im Rückenmarkskanal unterscheidet man:

Beide Strukturen gehen im Foramen magnum ineinander über.

3 Dura mater cranialis

Die Dura mater cranialis befindet sich innerhalb der Schädelhöhle. Sie setzt sich aus dem außen gelegenen Stratum fibrosum und dem zur Arachnoidea hin gelegenen Stratum neurotheliale zusammen.

Das Stratum fibrosum besteht aus straffem Bindegewebe mit vielen kollagenen und elastischen Fasern, während das Stratum neurotheliale einen mehrschichtigen Verband von epithelähnlichen Meningealzellen (Duraneurothel) darstellt. Diese Zellen sind untereinander durch Desmosomen, Zonulae occludentes und Nexus verbunden. Der abgedichtete, enge Interzellularspalt zwischen der äußeren Arachnoidalzellschicht und der innersten Schicht des Duraneurothels bildet eine Diffusionsbarriere zwischen Liquor und Blutgefäßsystem der Dura (Teil der Blut-Liquor-Schranke). Das Duraneurothel endet im Bereich der Austrittsstellen von Hirnnerven.

Das Stratum fibrosum ist über Sharpey-Fasern mit dem Kollagensystem der Schädelknochen verbunden. Daher wird es von einigen Autoren auch als Stratum periostale bezeichnet. Diese Fixierung lockert sich zunehmend ab dem 10. Lebensjahr, bleibt aber an einigen Stellen zeitlebens fest vorhanden, z.B. am Rand des Foramen magnum sowie im Bereich von Suturen, Lamina cribrosa, Felsenbein, Schläfenbein und an Clivus und Sella turcica.

An einigen Stellen spaltet sich die Dura in zwei Blätter:

Die Falx verebri und das Tentorium cerebelli bilden ein Zuggurtungssystem, das den Schädel von innen mechanisch stabilisiert. Das Tentorium fängt den Druck des Endhirns auf Kleinhirn und Hirnstamm ab. Durch Falx und Tentorium werden Massenverschiebungen des Gehirns bei Traumen abgefangen und Deformierungen des Gehirns reduziert.

3.1 Blutgefäße

Die Blutgefäße der Dura mater cranialis werden in Vasa privata und Vasa publica unterteilt.

Die Vasa publica sind die Sinus durae matris, die das venöse Blut des Gehirns aufnehmen und v.a. beidseits zu den Venae jugulares internae weiterleiten.

Die Vasa privata werden durch die Meningealgefäße gebildet. Das von ihnen ausgehende Kapillarsystem breitet sich im Stratum fibrosum aus und besitzt teilweise ein fenestriertes Endothel. Das Neurothel besitzt keine Blutkapillaren. Zu den Vasa privata der Dura mater cranialis zählen u.a.:

Die Venae meningeae (z.B. Venae meningeae mediae) begleiten meist als paarige Gefäße die gleichnamigen Arterien und münden teilweise auch direkt in die Sinus durae matris ein.

3.2 Lymphgefäße

Die Dura besitzt im Bereich der Austritte von Nervenwurzeln Lymphkapillaren und -kollektoren, die v.a. die venösen Meningealgefäße begleiten.

3.3 Innervation

Die sensorische Innervation der Dura erfolgt durch folgende Rami meningei:

Parasympathische Fasern stammen aus dem Ganglia ciliare, pterygopalatinum und oticum sowie verstreuten Ganglienzellgrupen in der Dura nahe dem Sinus sagittalis superior. Sympathische Fasern sind dem Ganglion cervicale superius zuzuordnen. Sie gelangen v.a. über periarterielle Geflechte mit den Menignealarterien und Arteria carotis interna in die Dura.

Die höchste Innervationsdichte besitzt die Dura der Schädelbasis, während die supratentorielle Dura mit Ausnahme einer Zone in der Nähe des Sinus sagitallis superior geringer innerviert ist. Nervenfasern sind insbesondere entlang der Meningealgefäßen und Sinus durae matris sowie im Bereich postkapillärer Venulen zu finden.

3.4 Klinik

Der hohe Anteil peptiderger Axone (CGRP, Substanz P) im Bereich der Hirnhaut steht u.a. mit bestimmten Kopfschmerzformen wie Migräne in Zusammenhang.

Bei raumfordernden Prozessen können die Durafalten Verschiebungen und Einklemmungen von Teilen des Gehirns nicht vollständig verhindern. Im Tentoriumschlitz können z.B. Teile des Temporallappens eingeklemmt werden und so auch den Nervus oculomotorius komprimieren. Durch Hirndruck können weiterhin Teile des Kleinhirns in das Foramen magnum gedrückt werden (Tonsilleneinklemmung).

Bei Öffnung des Schädels bleibt das Stratum fibrosum am Schädelknochen haften. Im Neurothel kommt es zu Spaltbildungen und zur Trennung von der übrigen Dura. Dieser artifizielle Subduralraum kann auch durch Blutungen z.B. nach Riss einer Brückenvene, entstehen.

Blutungen aus den Meningealarterien können zur Ablösung der Dura vom Knochen führen. Dann entsteht ein Epiduralhämatom. Gelegentlich kann es auch aus rupturierten Meningealvenen entstehen.

4 Dura mater spinalis

Im gesamten Wirbelkanal ist das Rückenmark von einem lang gezogenen Durasack umhüllt. Sie ist nicht mit dem Periost verbunden. Ventrale Abschnitte bilden Verbindungen zum Ligamentum longitudinale posterior aus, während dorsale Faserzüge zur Wand des Wirbelkanals nur spärchlich ausgebildet sind. Wie auch im Bereich des Schädels besteht die spinale Dura aus einem Stratum fibrosum und einem Stratum neurotheliale.

Der Dursasack wird vom Spatium epidurale umgeben. Dieses besteht aus lockerem Bindegewebe mit viel Fettgewebe sowie einem Venenplexus (Plexus venosus vertebralis internus). Der Dursaack weist seitliche Ausziehungen (Duratrichter) für die Austritte der Spinalnervenwurzeln auf. Im Bereich der Foramina intervertebralia geht die Dura kontinuierlich in die Bindegewebskapsel und das Epineurium von Spinalganglien und Spinalnerven über.

Der Durasack verengt sich verengt sich im mittleren Thorakalbereich und weitet sich im Zervikal- und Lumbalbereich (Cisterna lumbalis). Im Sakralkanal verjüngt er sich kegelförmig und geht in die Pars duralis des Filum terminale über.

4.1 Blutgefäße

Die Dura mater spinalis besitzt ein gut entwickeltes Kapillarbett mit z.T. fenestriertem Endothel. Das System wird aus Rami durales und der Arteriae radiculares aus den Rami spinales verschiedener Arterien gespeist. Es steht ventral und dorsal mit der Arteria vertebralis in Verbindung. Im oberen Zervikalmark bestehen weiterhin direkte Verbindungen zu Meningealarterien der Arteriae vertebrales und Arteriae inferiores posteriores cerebelli. Das Blut fließt über den Plexus venosus und Radikularvenen ab.

4.2 Lymphgefäße

Nur im Bereich der Austrittsstellen der Rückenmarksnerven befinden sich Lymphkapillaren.

4.3 Innervation

Die Rami meningei der Spinalnerven treten rückläufig durch die Foramina intervertebralia an die Dura und teils weiter zur Pia mater. Dabei handelt es sich v.a. um sensorische Fasern. Noradrenerge Efferenzen entstammen den sympathischen Grenzstrangganglien und gelangen über periarterielle Geflechte zur Dura.

4.4 Klinik

Durch Punktion des Epiduralraums und Applikation eines Lokalanästhetikums kann eine Anästhesie der austretenden Nerven erreicht werden (Epiduralanästhesie). Bei einer Spinalanästhesie wird das Lokalanästhetikum hingegegn in den Subarachnoidalraum appliziert.

Diese Seite wurde zuletzt am 24. Juli 2020 um 23:36 Uhr bearbeitet.

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