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Dupuytren-Kontraktur: Unterschied zwischen den Versionen

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'''''Englisch''': Dupuytren's contracture, Dupuytren's disease''
 
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Die '''Dupuytren-Kontraktur''' ist eine durch [[Fibrose]] und Schrumpfung der [[Palmaraponeurose]] bedingte [[Kontraktur]] der [[Hand]] und [[Finger]].
 
Die '''Dupuytren-Kontraktur''' ist eine durch [[Fibrose]] und Schrumpfung der [[Palmaraponeurose]] bedingte [[Kontraktur]] der [[Hand]] und [[Finger]].
  
==Pathogenese==
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==Epidemiologie==
Die Ätiologie und die genauen Pathomechanismen sind zurzeit (2019) noch unklar. Es kommt zur  Veränderung der Palmaraponeurose mit langsam fortschreitender Verhärtung und Schrumpfung. Möglicherweise spielen [[Trauma]]ta (z.B. durch Unfälle oder Berufstätigkeit) eine Rolle als Auslöser.
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Von einer Dupuytren-Kontraktur sind v.a. Männer zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr betroffen.
Die Krankheit ist bei Männern jenseits des 40. Lebensjahres häufig assoziiert mit (alkoholtoxischen) Leberschäden.
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In Einzelfällen wurden unter der langzeitigen Einnahme von [[Finasterid]] Dupuytren-Kontrakturen beobachtet.
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==Symptomatik==
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==Ätiopathogenese==
Betroffen sind vor allem Männer mittleren Lebensalters. Zunächst treten in der Handinnenfläche im Bereich des 4ten und 5ten Fingerstrahls knotige bis strangförmige Verhärtungen auf, die mit der Zeit zunehmend schrumpfen. Durch die daraus resultierende Kontraktur der Finger in Beugestellung kommt es zu einer Funktionseinschränkung der Hand. Betroffen sind in erster Linie der Ringfinger und der kleine Finger. Der Krankheitsverlauf erstreckt sich in der Regel über mehrere Jahre.
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Die Ätiopathogenese ist zurzeit (2020) noch unklar. Es kommt zur Veränderung der Palmaraponeurose mit langsam fortschreitender Verhärtung und Schrumpfung. Möglicherweise spielen [[Trauma]]ta (z.B. durch Unfälle oder Berufstätigkeit) eine Rolle als Auslöser. vermutet wird eine [[genetische Prädisposition]] und ein Zusammenhang mit übermäßgem [[Alkoholkonsum]], [[Induratio penis plastica]] sowie [[Morbus Ledderhose]]. In Einzelfällen wurden Dupuytren-Kontrakturen unter der langzeitigen Einnahme von [[Finasterid]] beobachtet.
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==Klinik==
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Zunächst treten in der Handinnenfläche im Bereich des vierten und fünften Fingerstrahls knotige bis strangförmige Verhärtungen auf, die mit der Zeit zunehmend schrumpfen. Fingerknöchelpolster (Garrod-Knoten) finden sich an der Streckseite über den Mittelgelenken. Durch die daraus resultierende Kontraktur der Finger in Beugestellung kommt es zu einer Funktionseinschränkung der Hand. Betroffen sind in erster Linie der Ringfinger und der kleine Finger. Der Krankheitsverlauf erstreckt sich in der Regel über mehrere Jahre.
  
 
In der Maximalform kommt es zu einer ausgeprägten [[Beugekontraktur]] in den [[PIP|proximalen Interphalangealgelenken]] bei Streckung im [[DIP|distalen Interphalangealgelenk]]. Dies wird auch als [[Knopflochdeformität]] bezeichnet.
 
In der Maximalform kommt es zu einer ausgeprägten [[Beugekontraktur]] in den [[PIP|proximalen Interphalangealgelenken]] bei Streckung im [[DIP|distalen Interphalangealgelenk]]. Dies wird auch als [[Knopflochdeformität]] bezeichnet.
  
 
==Schweregrade==
 
==Schweregrade==
Eine Klassifikation der Erkrankung in 5 verschiedene Stadien ([[Tubiana-Klassifikation]]) kann nach dem Ausmaß des Streckdefizits durchgeführt werden.
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Die Dupuytren-Kontraktur wird anhand der [[Tubiana-Klassifikation]] in fünf Schweregrade eingeteilt:
* Stadium 0: keine Krankheitszeichen
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* Stadium 0: keine Knoten, keine Stränge, kein Streckdefizit
* Stadium 1: Summe der Gelenkkontrakturen zwischen 0° und 45°
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* Stadium N: Knotenbildung in der Hohlhand ohne Streckdefizit
* Stadium 2: Summe der Gelenkkontrakturen zwischen 45° und 90°
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* Stadium 1: Streckdefizit bis 45°
* Stadium 3: Summe der Gelenkkontrakturen zwischen 90° und 135°
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* Stadium 2: Streckdefizit 46 bis 90°
* Stadium 4: Summe der Gelenkkontrakturen zwischen über 135°
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* Stadium 3: Streckdefizit < 91 bis 135°
In der Regel wird zur Diagnostik der am meisten betroffene Finger gewählt. Somit wird die Summe der Streckdefizite aller Gelenke des am stärksten betroffenen Fingers gebildet. Zusätzlich kann noch ein Stadium N differenziert werden, bei dem noch keine Kontrakturen, aber bereits Knoten (Nodi) in der Hohlhand vorliegen.
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* Stadium 4: Streckdefizit > 135°
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In der Regel werden zur Diagnostik die Summe der Streckdefizite aller Gelenke des am stärksten betroffenen Fingers gebildet.  
  
 
==Pathohistologie==
 
==Pathohistologie==
 
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==Therapie==
 
==Therapie==
Die Therapie ist symptomatisch und umfasst die operative [[Resektion]] der betroffenen Anteile der Palmaraponeurose. Bei zögerlicher Therapie kann es zu einem völligen Einklappen der Finger mit Minderversorgung kommen. Um diese fortgeschrittenen Stadien zu verhindern, wird gelegentlich eine ''vollständige'' Resektion der betroffenen Palmaraponeurose vorgenommen.  
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Konserative Maßnahmen (Röntgenbestrahlung, Ultraschall, Kortisoninjektionen, Vitamin E) zeigten bisher keine Erfolge. Eine operative Therapie kann ab dem Stadium 2 und bei funktionellen Defiziten erfolgen. Bei der Indikationsstellung müssen Komplikationen wie iatrogene Verletzungen von Nerven und Gefäßen, Wundrandnekrosen, sympathische Reflexdystrophien und das generell  hohe Rezidivrisiko (bis zu 40 %) berücksichtigt werden. Umgekehrt kann es bei zögerlicher Therapie zu einem völligen Einklappen der Finger mit Minderversorgung kommen. Therapeutische Alternativen sind:
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* [[minimal-invasiv]]e [[Nadelfasziotomie]] und Strangdurchtrennung: bei isoliertem Strang, hohem Alter und schlechtem [[Allgemeinzustand]] des Patienten
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* partielle [[Fasziektomie]] und Resektion der Palmaraponeurose: Therapie der Wahl
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* [[Dermofasziektomie]] mit [[Hauttransplantation|Vollhauttransplantation]]
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Postoperativ muss unmittelbar eine handtherapeutische Nachbehandlung (Ergotherapie, Krankengymnastik) erfolgen.
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Weiterhin kann eine Infiltration von Kollagenase clostridium histolyticum (Xiapex<sup>®</sup>) und Strangbrechung  durchgeführt werden.
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Im Anfangsstadium der Erkrankung kann eine lokale [[Bestrahlung]] (z.B. mit [[Röntgenstrahl]]en) den Fortschritt verlangsamen oder aufhalten. Gebeugte Finger können minimal-invasiv auch durch [[Nadelfasziotomie]] wieder streckbar gemacht werden. In der Erprobung ist das enzymatische Anlösen der Stränge durch lokale Injektion von [[Kollagenase]].
 
  
''siehe auch: [[Morbus Ledderhose]], [[Induratio penis plastica]]''
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''siehe auch'': [[Morbus Ledderhose]], [[Induratio penis plastica]]
  
 
==Weblinks==
 
==Weblinks==

Version vom 5. November 2020, 11:13 Uhr

Synonym: Morbus Dupuytren, palmare Fibromatose, Palmarfibromatose
nach dem französischen Chirurgen Baron Guillaume Dupuytren (1777-1835)
Englisch: Dupuytren's contracture, Dupuytren's disease

1 Definition

Die Dupuytren-Kontraktur ist eine durch Fibrose und Schrumpfung der Palmaraponeurose bedingte Kontraktur der Hand und Finger.

2 Epidemiologie

Von einer Dupuytren-Kontraktur sind v.a. Männer zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr betroffen.

3 Ätiopathogenese

Die Ätiopathogenese ist zurzeit (2020) noch unklar. Es kommt zur Veränderung der Palmaraponeurose mit langsam fortschreitender Verhärtung und Schrumpfung. Möglicherweise spielen Traumata (z.B. durch Unfälle oder Berufstätigkeit) eine Rolle als Auslöser. vermutet wird eine genetische Prädisposition und ein Zusammenhang mit übermäßgem Alkoholkonsum, Induratio penis plastica sowie Morbus Ledderhose. In Einzelfällen wurden Dupuytren-Kontrakturen unter der langzeitigen Einnahme von Finasterid beobachtet.

4 Klinik

Zunächst treten in der Handinnenfläche im Bereich des vierten und fünften Fingerstrahls knotige bis strangförmige Verhärtungen auf, die mit der Zeit zunehmend schrumpfen. Fingerknöchelpolster (Garrod-Knoten) finden sich an der Streckseite über den Mittelgelenken. Durch die daraus resultierende Kontraktur der Finger in Beugestellung kommt es zu einer Funktionseinschränkung der Hand. Betroffen sind in erster Linie der Ringfinger und der kleine Finger. Der Krankheitsverlauf erstreckt sich in der Regel über mehrere Jahre.

In der Maximalform kommt es zu einer ausgeprägten Beugekontraktur in den proximalen Interphalangealgelenken bei Streckung im distalen Interphalangealgelenk. Dies wird auch als Knopflochdeformität bezeichnet.

5 Schweregrade

Die Dupuytren-Kontraktur wird anhand der Tubiana-Klassifikation in fünf Schweregrade eingeteilt:

  • Stadium 0: keine Knoten, keine Stränge, kein Streckdefizit
  • Stadium N: Knotenbildung in der Hohlhand ohne Streckdefizit
  • Stadium 1: Streckdefizit bis 45°
  • Stadium 2: Streckdefizit 46 bis 90°
  • Stadium 3: Streckdefizit < 91 bis 135°
  • Stadium 4: Streckdefizit > 135°

In der Regel werden zur Diagnostik die Summe der Streckdefizite aller Gelenke des am stärksten betroffenen Fingers gebildet.

6 Pathohistologie

7 Therapie

Konserative Maßnahmen (Röntgenbestrahlung, Ultraschall, Kortisoninjektionen, Vitamin E) zeigten bisher keine Erfolge. Eine operative Therapie kann ab dem Stadium 2 und bei funktionellen Defiziten erfolgen. Bei der Indikationsstellung müssen Komplikationen wie iatrogene Verletzungen von Nerven und Gefäßen, Wundrandnekrosen, sympathische Reflexdystrophien und das generell hohe Rezidivrisiko (bis zu 40 %) berücksichtigt werden. Umgekehrt kann es bei zögerlicher Therapie zu einem völligen Einklappen der Finger mit Minderversorgung kommen. Therapeutische Alternativen sind:

Postoperativ muss unmittelbar eine handtherapeutische Nachbehandlung (Ergotherapie, Krankengymnastik) erfolgen.

Weiterhin kann eine Infiltration von Kollagenase clostridium histolyticum (Xiapex®) und Strangbrechung durchgeführt werden.

siehe auch: Morbus Ledderhose, Induratio penis plastica

8 Weblinks

Fachgebiete: Orthopädie

Diese Seite wurde zuletzt am 29. Oktober 2021 um 13:26 Uhr bearbeitet.

Fixed
#2 am 17.11.2017 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Der Text zur Stadieneinteilung ist wohl dummes Zeug. Die von mir vermutete Wahrheit habe ich (allerdings ohne zitierte Quelle) bei Wikipedia dargestellt. Es wird nicht die Summe aller 14 Fingergelenke einer Hand gebildet, sondern nur die Defizitsumme des am stärksten betroffenen Fingers der angegebenen Hand.
#1 am 17.11.2017 von Dr. Hartwig Raeder (Arzt | Ärztin)

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