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Doxifluridin: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Doxifluridin''' ist ein [[Zytostatikum|zytostatisch]] wirkender [[Arzneistoff]] zur [[Chemotherapie]] eines [[Nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom|Nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms]].  
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'''Doxifluridin''' ist ein [[Zytostatikum|zytostatisch]] wirksamer [[Arzneistoff]] aus der Klasse der [[Nukleosidanalogon|Nukleosidanaloga]], der vor allem zur [[Chemotherapie]] des [[nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom|Nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms]] eingesetzt wird.  
  
 
==Chemie==
 
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Die [[Chemie|chemische]] [[Summenformel]] des [[Wirkstoff]]es lautet:
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Doxifluridin enthält einen [[Benzol]]ring, der über ein [[Stickstoff]]atom mit einer [[Ribose]] verbunden ist. Es handelt sich folglich um eine [[zucker]]haltige [[Kohlenwasserstoff]]verbindung. Strukturell gesehen ist der Arzneistoff ein Nukleosidanalogon des [[RNA]]-Bestandteiles Uridin. Die chemische Bezeichnung des [[Molekül]]s lautet 5′-Desoxy-5-fluoruridin. Die [[Summenformel]] des [[Wirkstoff]]es ist:
* C<sub>9</sub>H<sub>11</sub>FN<sub>2</sub>O<sub>5</sub>
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* C<sub>9</sub>H<sub>11</sub>FN<sub>2</sub>O<sub>5</sub>
Doxifluridin enthält einen [[Benzol]]ring, der über ein [[Stickstoff]]atom mit einer [[Ribose]] verbunden ist. Es handelt sich folglich um eine [[zucker]]haltige [[Kohlenwasserstoff]]verbindung. Strukturell gesehen ist der Arzneistoff ein [[Nukleosidanalogon]] des [[RNA]]-Bestandteiles Uridin. Die chemische Bezeichnung des [[Molekül]]s lautet 5′-Desoxy-5-fluoruridin.  
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==Wirkungsmechanismus==
 
==Wirkungsmechanismus==
Doxifluridin bzw. seine [[Metabolit]]en werden anstelle von Uridin in die RNA von [[Zelle]]n mit hoher [[Mitoserate]] (v. a. [[Krebszelle]]n) eingebaut. Folge ist eine fehlerhafte [[Translation]] der RNA in [[Aminosäuresequenz]]en. Sämtliche, für den [[Zellstoffwechsel]] notwendigen Verbindungen können nicht zur Verfügung gestellt werden, was den [[Tod]] der Zelle zur Folge hat.  
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Doxifluridin bzw. seine [[Metabolit]]en werden anstelle von [[Uridin]] in die RNA von [[Zelle]]n mit hoher [[Mitoserate]] (v. a. [[Krebszelle]]n) eingebaut. Folge ist eine fehlerhafte [[Translation]] der RNA in [[Aminosäuresequenz]]en. Sämtliche, für den [[Zellstoffwechsel]] notwendige Verbindungen können nicht zur Verfügung gestellt werden, was den [[Tod]] der Zelle zur Folge hat.  
  
 
==Pharmakokinetik==
 
==Pharmakokinetik==
Nach Aufnahme in den [[Organismus]] erfolgt die Metabolisierung in die Wirksamen Abbauprodukte [[5,6-Dihydrofluoruracil]] und [[5-Fluoruracil]].  
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Nach Aufnahme in den [[Organismus]] erfolgt die Metabolisierung in die wirksamen Abbauprodukte [[5,6-Dihydrofluoruracil]] und [[5-Fluoruracil]].  
  
 
==Indikationen==
 
==Indikationen==
 
Das Zytostatikum wird gegen eine Reihe [[maligne]]r [[Erkrankung]]en eingesetzt. Haupt[[indikation]] ist das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom.
 
Das Zytostatikum wird gegen eine Reihe [[maligne]]r [[Erkrankung]]en eingesetzt. Haupt[[indikation]] ist das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom.
 
==Problematik==
 
Doxifluridin wird als Wirkstoff gegen Krebserkrankungen eingesetzt, besitzt aber selber eine [[kanzerogen]]e Wirkung. Auch können durch das Arzneimittel hervorgerufene [[DNA]]-Schäden [[Vererbung|weitervererbt]] werden. Des Weiteren besitzt die Verbindung eine [[teratogen]]e Wirkung, was eine Anwendung in der [[Schwangerschaft]] ausschließt.
 
  
 
==Nebenwirkungen==
 
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Doxifluridin wird als Wirkstoff gegen Krebserkrankungen eingesetzt, besitzt aber selber eine [[kanzerogen]]e Wirkung. Auch können durch das Arzneimittel hervorgerufene [[DNA]]-Schäden [[Vererbung|weitervererbt]] werden. Des Weiteren besitzt die Verbindung eine [[teratogen]]e Wirkung, was eine Anwendung in der [[Schwangerschaft]] ausschließt. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen:
 
* [[Mutation]]en
 
* [[Mutation]]en
 
* [[Erbrechen]]
 
* [[Erbrechen]]

Aktuelle Version vom 19. Februar 2014, 19:38 Uhr

Synonyme: Furtulon, 5-DFUR
Englisch: doxyfluridine

1 Definition

Doxifluridin ist ein zytostatisch wirksamer Arzneistoff aus der Klasse der Nukleosidanaloga, der vor allem zur Chemotherapie des Nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms eingesetzt wird.

2 Chemie

Doxifluridin enthält einen Benzolring, der über ein Stickstoffatom mit einer Ribose verbunden ist. Es handelt sich folglich um eine zuckerhaltige Kohlenwasserstoffverbindung. Strukturell gesehen ist der Arzneistoff ein Nukleosidanalogon des RNA-Bestandteiles Uridin. Die chemische Bezeichnung des Moleküls lautet 5′-Desoxy-5-fluoruridin. Die Summenformel des Wirkstoffes ist:

  • C9H11FN2O5

3 Wirkungsmechanismus

Doxifluridin bzw. seine Metaboliten werden anstelle von Uridin in die RNA von Zellen mit hoher Mitoserate (v. a. Krebszellen) eingebaut. Folge ist eine fehlerhafte Translation der RNA in Aminosäuresequenzen. Sämtliche, für den Zellstoffwechsel notwendige Verbindungen können nicht zur Verfügung gestellt werden, was den Tod der Zelle zur Folge hat.

4 Pharmakokinetik

Nach Aufnahme in den Organismus erfolgt die Metabolisierung in die wirksamen Abbauprodukte 5,6-Dihydrofluoruracil und 5-Fluoruracil.

5 Indikationen

Das Zytostatikum wird gegen eine Reihe maligner Erkrankungen eingesetzt. Hauptindikation ist das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom.

6 Nebenwirkungen

Doxifluridin wird als Wirkstoff gegen Krebserkrankungen eingesetzt, besitzt aber selber eine kanzerogene Wirkung. Auch können durch das Arzneimittel hervorgerufene DNA-Schäden weitervererbt werden. Des Weiteren besitzt die Verbindung eine teratogene Wirkung, was eine Anwendung in der Schwangerschaft ausschließt. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen:

7 Kontraindikationen

Kontraindiziert ist Doxifluridin bei bekannter Unverträglichkeit, sowie bei Schwangerschaft und Stillzeit.

Diese Seite wurde zuletzt am 19. Februar 2014 um 19:38 Uhr bearbeitet.

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