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Diuretikum

Version vom 11. Juli 2013, 16:54 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

von griechisch: di-uretikós - "den Urin befördernd"
Synonym: Harntreibendes Mittel
Plural: Diuretika

1 Definition

Ein Diuretikum ist ein Arzneimittel mit hoher therapeutischer Breite, das zur Ausschwemmung von Wasser aus dem menschlichen oder tierischen Körper eingesetzt wird (siehe auch Diurese). Man behandelt damit z.B. Ödeme, Bluthochdruck und Herzinsuffizienz. Diuretika werden auch bei Vergiftungen eingesetzt.

Beim Einsatz von Diuretika muss vor allem berücksichtigt werden, dass keine Elektrolytverschiebungen auftreten (→ Laborkontrolle).

2 Einteilung

Man unterscheidet folgende Typen von Diuretika:

3 Nebenwirkungen & Kontraindikationen

Nebenwirkung Kontraindikationen
Thiaziddiuretika
Schleifendiuretika
Wie Thiazide, jedoch Hypokalzämie

Ferner:

  • Übelkeit, Erbrechen (Etacrynsäure)
  • Reversibler Hörverlust (Furosemid)
  • Irreversibler Hörverlust (Etacrynsäure)
Wie Thiazide, außer Hyperkalzämie
Aldosteron-Antagonisten

Cave: Hörverlust droht bes. bei rascher i.v.-Gabe höherer Dosen.

Cave: Antikaliuretika bei älteren Patienten mit evtl. eingeschränkter Nierenfunktion (Hyperkaliämiegefahr!)

Amilorid und Triamteren
Wie Aldosteron-Antagonisten
Cave: Diuretikatherapie → regelmäßige Laborkontrollen:

Natrium, Kalium, Kalzium, Kreatinin, Harnsäure, Cholesterin, Glukose

4 Quellen

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Diese Seite wurde zuletzt am 17. Juni 2020 um 14:59 Uhr bearbeitet.

Haben wir gleich mal ergänzt. Danke für die Hinweise!
#4 am 10.09.2019 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Schöne Übersicht - die Zeit schreitet voran, manche meinen die SGLT2 Inhibitoren ("Glifozine") sollten jetzt auch bei den Diuretika genannt werden... siehe u.a. Figure 2 in https://doi.org/10.1002/ejhf.1369 (open access) ;-)
#3 am 09.09.2019 von PD Dr. med. Ole-A. Breithardt (Arzt | Ärztin)
Hervorragender Artikel! Vielen Dank!
#2 am 09.09.2019 von Herrad Baurmann (Arzt | Ärztin)
Bei den Thiaziddiuretika, mindestens bei Hydrochlorothiazid, gibt es einen Rote-Hand-Brief (17.10.2018), der vor der Induktion von Basaliomen und Plattenepithel-Karzinomen ("lip cancer") warnt. Während bei HCT Studien existieren, welche diese Gefahr belegen, gibt es solche bei den anderen Thiaziden (noch) nicht oder sie schlummern in den Tresoren der Pharmafirmen. Wer glaubent, nur HCT sei phototoxisch (das ist der pathogene Wirkmechanis-mus), der vergleiche bitte einmal die Strukturformeln von HCT, Levofloxacin und Ciprofloxacin. Der ß-ständige Benzolring mit dem Halogenatom ist immer gleich, also immer die gleiche Phototoxizität. Mindestens auch Chlorthalidon hat eine sehr ähnliche Struktur. Es fehlen also mindestens bzgl. HCT einige Nebenwirkungen und Kontraindikationen!
#1 am 09.09.2019 von Dipl.-Phys. Reinhard Müller (Nichtmedizinischer Beruf)

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