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Dihydroergotoxin: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Dihydroergotoxin''' stellt ein Gemisch aus vier [[Substanz]]en dar, nämlich [[Dihydroergocristin]], [[Dihydroergocornin]], [[Alpha-Dihydrogergocryptin]] und [[Beta-Dihydroergocryptin]], und gehört zur Gruppe der [[Antidementivum|Antidementiva]]. Der [[Wirkstoff]] kommt zur Verbesserung der [[Hirn]]leistungsfähigkeit und Senkung des [[Bluthochdruck]]s bei älteren [[Patient]]en zum Einsatz.  
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'''Dihydroergotoxin''' ist ein [[Wirkstoff]]gemisch aus der Gruppe der [[Mutterkornalkaloid]]e (Peptid-Typ) und besteht aus vier Inhaltsstoffen des [[Mutterkorn]]s im Verhältnis (3:3:2:1):
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* [[Dihydroergocristin]]
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* [[Dihydroergocornin]]
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* [[Alpha-Dihydrogergocryptin]]  
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* [[Beta-Dihydroergocryptin]]
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Das [[Kombinationspräparat]] wird u.a. als [[Nootropikum]] zur Verbesserung der [[Hirn]]leistungsfähigkeit und Senkung des [[Bluthochdruck]]s bei älteren [[Patient]]en eingesetzt.
  
 
==Indikationen==  
 
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Die Haupt[[indikation]] stellen Hirnleistungsstörungen dar. Darüber hinaus ist Dihydroergotoxin im Rahmen der [[Therapie]] des [[Zervikalsyndrom]]s, der [[Migräne]] und des Altershochdrucks [[Indikation|indiziert]].
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Die [[Indikation|Hauptindikation]] sind Hirnleistungsstörungen. Darüber hinaus kann Dihydroergotoxin im Rahmen der [[Therapie]] des [[Zervikalsyndrom]]s, der [[Migräne]] und des Altershochdrucks [[Indikation|indiziert]] sein.
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In einem [[Rote-Hand-Brief]] vom März 2014 informierte der Hersteller darüber, dass für dihydroergotoxinhaltige Präparate aufgrund des ungünstigen [[Nutzen-Risiko-Verhältnis]]ses (siehe auch "Unerwünschte Arzneimittelwirkungen") bei den folgenden Krankheitsbildern keine Indikation mehr vorliegt:
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* Symptomatische Behandlung chronischer pathologischer kognitiver und neurosensorischer Beeinträchtigungen bei älteren Personen (mit Ausnahme der [[Alzheimer-Krankheit]] und sonstiger [[Demenz]]en)
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* Begleitbehandlung des [[Raynaud-Syndrom]]s
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* Begleitbehandlung der Verringerung der [[Sehschärfe]] und von [[Sehfeldstörung]]en vermutlich vaskulären Ursprungs
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* Prophylaxe von [[Migränekopfschmerz]]
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* symptomatische Behandlung bei venös-lymphatischer Insuffizienz
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Patienten, die für die o.g. Indikationen dihydroergotxinhaltige Präparate erhalten sollten auf andere Therapieoptionen umgestellt werden.
  
 
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Die Wirkung des [[Arzneistoff]]s beruht darauf, dass Dihydroergotoxin die Bildung von [[Thrombus|Thromben]] verhindert sowie die Viskosität des [[Blut]]es fördert und somit die [[Sauerstoffversorgung]] stimuliert. Darüber hinaus sorgt es für die Optimierung des [[Nerv]]enzell[[stoffwechsel]]s.  
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Die pharmakologischen Wirkungen der Mutterkornalkaloide sind vielfältig. Sie können die [[Dopamin-Rezeptor]]en stimulieren und die Ausschüttung bestimmter [[Hormon]]e wie [[Prolaktin]] und [[Somatotropin]] hemmen. Darüber hinaus sind sie partielle [[Agonist]]en an den [[Serotonin-Rezeptor]]en.  
Dass Dihydroergotoxin an [[Alpha-Rezeptor]]en im [[Körper]] binden kann, erklärt die gefäßerweiternde Wirkung des [[Arzneimittel]]s. Außerdem hemmt es das [[Enzym]] [[Phosphodiesterase]] und verlangsamt somit den Abbau des [[Botenstoff]]s [[cAMP]], wodurch eine längere [[Vasodilatation]] und eine damit einhergehende bessere [[Durchblutung]] gewährleistet wird.  
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Die in der Natur vorkommenden Mutterkornalkaloide sind keine Dihydroderivate. Durch nachfolgende Hydrierung der Doppelbindung an Position 9 und 10 im D-Ring des [[Indolalkaloid]]s wird die [[α-agonistisch]]e Wirkung verdrängt, hingegen die [[α-antagonistisch]]e Wirkung verstärkt. Dieser [[Antagonismus]] erklärt die [[Vasodilatation]] der Gefäße, da der Sympathikustonus abnimmt.
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Darüber hinaus hat Dihydroergotoxin eine [[antithrombotisch]]e Wirkung und verbessert die Viskosität des [[Blut]]es und damit die [[Sauerstoffversorgung]]. Ferner wird eine Optimierung des [[Nerv]]enzell[[stoffwechsel]]s diskutiert.
  
 
==Unerwünschte Arzneimittelwirkungen==
 
==Unerwünschte Arzneimittelwirkungen==
 
* Überempfindlichkeit
 
* Überempfindlichkeit
* Störungen des [[Gastrointestinaltrakt]]s: [[Übelkeit]], [[Erbrechen]], [[Obstipation]], [[Appetitlosigkeit]]
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* Störungen des [[Gastrointestinaltrakt]]s: [[Übelkeit]], [[Erbrechen]] ([[dopaminerg]]e Wirkung), [[Obstipation]], [[Appetitlosigkeit]]
 
* [[allergisch]]e [[Haut]]reaktionen: [[Juckreiz]], [[Haut]]rötung
 
* [[allergisch]]e [[Haut]]reaktionen: [[Juckreiz]], [[Haut]]rötung
 
* [[Kreislauf]]störungen, [[Hypotonie]], [[Kopf]]druck, [[Schwindel]]
 
* [[Kreislauf]]störungen, [[Hypotonie]], [[Kopf]]druck, [[Schwindel]]
 
* [[Bradykardie]]
 
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* [[Depression]]en, [[Angst]]zustand
 
* [[Depression]]en, [[Angst]]zustand
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* Bei der Langzeittherapie besteht die Gefahr peripherer Durchblutungsstörungen ([[Gangrän]])
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== Interaktionen ==
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* Dihydroergotoxin sollte nicht mit anderen Mutterkornalkaloiden kombiniert werden (Cave: [[Ergotismus]]).
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* [[Tetrazyklin]]e und [[Makrolidantibiotikum|Makrolidantibiotika]] verstärken die [[Vasokonstriktion|vasokonstriktorischen]] Effekte von Dihydroergotamin.
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* Es kann zu einer Wirkungsverstärkung von [[Antikoagulans|Antikoagulantien]] und [[Thrombozytenaggregationshemmer]]n kommen.
  
 
==Kontraindikationen==  
 
==Kontraindikationen==  
* Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff bzw. anderen [[Mutterkornalkaloid]]en
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* Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff bzw. anderen Mutterkornalkaloiden
 
* [[Schwangerschaft]], [[Stillzeit]]
 
* [[Schwangerschaft]], [[Stillzeit]]
 
[[Fachgebiet:Arzneimittel]]
 
[[Fachgebiet:Arzneimittel]]
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[[Tag:Hypertonie]]
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[[Tag:Kombinationspräparat]]
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[[Tag:Migräne]]
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[[Tag:Mutterkornalkaloid]]

Version vom 8. Januar 2018, 16:31 Uhr

Synonyme: Dihydroergotoxinum u.a.
Handelsnamen: Hydergin®, Orphol® u.a.
Englisch: dihydroergotoxine mesylate

1 Definition

Dihydroergotoxin ist ein Wirkstoffgemisch aus der Gruppe der Mutterkornalkaloide (Peptid-Typ) und besteht aus vier Inhaltsstoffen des Mutterkorns im Verhältnis (3:3:2:1):

Das Kombinationspräparat wird u.a. als Nootropikum zur Verbesserung der Hirnleistungsfähigkeit und Senkung des Bluthochdrucks bei älteren Patienten eingesetzt.

2 Indikationen

Die Hauptindikation sind Hirnleistungsstörungen. Darüber hinaus kann Dihydroergotoxin im Rahmen der Therapie des Zervikalsyndroms, der Migräne und des Altershochdrucks indiziert sein.

In einem Rote-Hand-Brief vom März 2014 informierte der Hersteller darüber, dass für dihydroergotoxinhaltige Präparate aufgrund des ungünstigen Nutzen-Risiko-Verhältnisses (siehe auch "Unerwünschte Arzneimittelwirkungen") bei den folgenden Krankheitsbildern keine Indikation mehr vorliegt:

Patienten, die für die o.g. Indikationen dihydroergotxinhaltige Präparate erhalten sollten auf andere Therapieoptionen umgestellt werden.

3 Allgemeines

Das Arzneimittel wird in Form von Tabletten, Kapseln oder Tropfen appliziert.

4 Wirkmechanismus

Die pharmakologischen Wirkungen der Mutterkornalkaloide sind vielfältig. Sie können die Dopamin-Rezeptoren stimulieren und die Ausschüttung bestimmter Hormone wie Prolaktin und Somatotropin hemmen. Darüber hinaus sind sie partielle Agonisten an den Serotonin-Rezeptoren.

Die in der Natur vorkommenden Mutterkornalkaloide sind keine Dihydroderivate. Durch nachfolgende Hydrierung der Doppelbindung an Position 9 und 10 im D-Ring des Indolalkaloids wird die α-agonistische Wirkung verdrängt, hingegen die α-antagonistische Wirkung verstärkt. Dieser Antagonismus erklärt die Vasodilatation der Gefäße, da der Sympathikustonus abnimmt.

Darüber hinaus hat Dihydroergotoxin eine antithrombotische Wirkung und verbessert die Viskosität des Blutes und damit die Sauerstoffversorgung. Ferner wird eine Optimierung des Nervenzellstoffwechsels diskutiert.

5 Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

6 Interaktionen

7 Kontraindikationen

Diese Seite wurde zuletzt am 8. Januar 2018 um 16:31 Uhr bearbeitet.

Danke für die Ergänzung. Haben wir auf Stand gebracht
#2 vor 44 Tagen von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)

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