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Diabetische Nephropathie

Version vom 17. September 2007, 15:10 Uhr von 213.139.130.211 (Diskussion)

1 Definition

Die diabetische Nephropathie ist eine Erkrankung der Nieren, die als Folgekomplikation des Diabetes mellitus auftritt.

2 Symptomatik

  • erhöhte Eiweißausscheidung im Urin (Albuminurie)
  • Verminderung der Blutalbumine (Hypalbuminämie)
  • Vermehrung der Blutfette (Hyperlipidämie)
  • Auftreten von Ödemen durch reduzierten Blutalbuminspiegel
  • Schwellungen im Gesicht
  • schäumender Urin durch hohen Eiweißgehalt
    Stärkere Eiweißverluste können zu einem Antikörpermangel sowie zu Flüssigkeitsansammlungen in Körperhöhlen führen. Durch die vermehrte tubuläre Natriumresorption über das blutdruckregulierende Renin-Angiotensin-Aldosteron-System, kommt es trotz des Plasmavolumenmangels zu einer Erhöhung des Blutdrucks. <p>

    3 Ursache

    Der jahrelang erhöhten Blutglukosespiegel führt bei etwa 40 Prozent der Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 zu einer Schädigung der Glomeruli corpusculi renalis. Es kommt zu einer Verdickung der Basalmembran, einer Verbreiterung des Mesangiums und einer Sklerosierung. Diese Glomerulonephritis bewirkt eine vermehrte Permeabilität des glomerulären Filters, so dass auch größere Moleküle wie Albumine diesen passieren. <p>

    4 Verlauf

    Die Erkrankung verläuft in fünft Phasen:
    1. Verstärkte Durchblutung und Mehrfunktion der Nieren, die nicht bemerkt werden
    2. Über Jahre hinweg treten Veränderungen am Nierengewebe auf, die aber noch keine Auswirkungen auf die Nierenfunktion oder Laborwerte haben und nur durch aufwändige Verfahren aufgedeckt werden können
    3. Veränderungen der Strukturen in den Nierenkörperchen, was zu einer vermehrten Ausscheidung von Albumin von unter 300 mg am Tag führt (Mikroalbuminurie). Bei sofort eingeleiteter Therapie ist eine Rückbildung der Nierenschädigung möglich
    4. Deutlich zunehmende Albuminausscheidung von über 300 mg am Tag (Makroalbuminurie)
    5. Chronische Niereninsuffizienz, mit einer reduzierten Nierenleistung bei erhöhtem Kreatinin-Wert im Blut. Albuminurie ist massiv und Blutdruck stark erhöht

    5 Therapie

  • Behandlung des Diabetes mit konsequenter Blutzuckersenkung
  • Senkung des Blutdrucks (unter 130/80 mmHg)
  • Steigerung der Flüssigkeitszufuhr
  • Einschränkung der Eiweißzufuhr (etwa 60 bis 80 Gramm pro Tag)
    Bei eintretender Niereninsuffizienz muss am Endpunkt des Krankheitsverlaufes eine Dialyse-Therapie eingeleitet oder eine Nierentransplantation vorgenommen werden.
  • Diese Seite wurde zuletzt am 27. April 2018 um 16:26 Uhr bearbeitet.

    "Bei manifester DN entwickeln innerhalb von 20 Jahren 75% der Typ 1 Diabetiker und 20% der Typ 2 Diabetiker eine terminale Niereninsuffizienz." (Herold, Innere Medizin, 2015, S.722) Woher also kommt diese Information: "Der jahrelang erhöhte Blutglukosespiegel führt bei etwa 40 % der Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 zu einer Schädigung der Glomerula." ?
    #1 am 15.02.2016 von Dr. rer. nat. Joanna Majczak (Student/in der Humanmedizin)

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