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Descensus testis: Unterschied zwischen den Versionen

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Parallel hierzu entwickelt sich eine Ausstülpung im parietalen Peritoneum und bildet so den Processus vaginalis. Der Processus vaginalis schiebt sich am Gubernaculum vorbei. Später in der Entwicklung obliteriert der Processus, wobei die dem Hoden anliegenden 2 Blätter des Processus das [[Epiorchium]] und [[Periorchium]] bilden.
 
Parallel hierzu entwickelt sich eine Ausstülpung im parietalen Peritoneum und bildet so den Processus vaginalis. Der Processus vaginalis schiebt sich am Gubernaculum vorbei. Später in der Entwicklung obliteriert der Processus, wobei die dem Hoden anliegenden 2 Blätter des Processus das [[Epiorchium]] und [[Periorchium]] bilden.
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Am Ende des erfolgreichen Descensus liegt der Hoden im Skrotum vor, caudal über das Residuum des Gubernaculum testis mit der Hodenhülle verwachsen. Eine fehlende Verbindung durch das Gubernaculum erzeugt eine abnorme Beweglichkeit des Hodens, was die Entstehung einer [[Hodentorsion]] begünstigt.
  
  

Version vom 27. August 2015, 12:38 Uhr

Synonyme: Hodenabstieg, Hodendeszensus

1 Definition

Als Descensus testis bezeichnet man die Wanderung des Hodens vom Ort seiner embryonalen Anlage durch den Leistenkanal in das Skrotum.

2 Ablauf des Descensus

Der Hoden (und Nebenhoden) liegt etwa in der 8. Entwicklungswoche an der dorsalen Bauchwand an, bedeckt von Serosa.

Bedingt durch das Körperwachstum kommt es in der 11.-16. Entwicklungswoche zu einer Verlagerung des Hodens in die Leistenregion. Der Hoden kommt zunächst präinguinal zum Liegen. Diese Phase bezeichnet man als transabdominalen Abstieg (transabdominaler Deszensus). Das untere Keimdrüsenband wird zum Gubernaculum testis, dem Führungsband des Hodens. Es handelt sich hierbei um einen bindegewebigen Strang mit glatter Muskulatur, der bis in die Labioskrotalwülste zieht. Ab dem 7. Entwicklungsmonat kommt es zunächst zu einer Anschwellung im unteren Anteils des Gubernaculums (über wasserbindende Glycosaminoglykane) und dann zur Verkürzung (durch Muskelkontraktion), wodurch der Hoden transinguinal nach caudal gezogen wird. Die Gefäße und Nerven des Hoden werden mitgezogen und bilden so den Funiculus spermaticus, den Samenstrang, welcher dann zusammen mit dem N. ilioinguinalis und dem Ramus genitalis n. genitofemoralis im Leistenkanal liegt.

Parallel hierzu entwickelt sich eine Ausstülpung im parietalen Peritoneum und bildet so den Processus vaginalis. Der Processus vaginalis schiebt sich am Gubernaculum vorbei. Später in der Entwicklung obliteriert der Processus, wobei die dem Hoden anliegenden 2 Blätter des Processus das Epiorchium und Periorchium bilden.

Am Ende des erfolgreichen Descensus liegt der Hoden im Skrotum vor, caudal über das Residuum des Gubernaculum testis mit der Hodenhülle verwachsen. Eine fehlende Verbindung durch das Gubernaculum erzeugt eine abnorme Beweglichkeit des Hodens, was die Entstehung einer Hodentorsion begünstigt.


3 Klinik

Störungen des Hodenabstiegs bzeichnet man als Maldescensus testis. Sie können beide oder nur einen Hoden betreffen. Ein Maldeszensus führt zu Lageanomalien des Hodens (Hodendystopien), z.B. zu einem Bauchhoden.

Diese Seite wurde zuletzt am 18. Dezember 2020 um 18:05 Uhr bearbeitet.

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