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Dentition

Version vom 14. Juli 2017, 17:32 Uhr von Matthias Franki (Diskussion | Beiträge)

von lateinisch: dentire - Zahnen, Zähne bekommen
Synonym: Zahnen, Eruption
Englisch: tooth eruption

1 Definition

Als Dentition bezeichnet man den Fortgang des Zahndurchbruchs aus dem Kiefer in die Mundhöhle. Der Durchbruch eines einzelnen Zahnes wird auch Eruption genannt.

2 Hintergrund

Sowohl der Mensch, als auch die meisten Säugetiere, vollziehen während ihres Lebens zwei Dentitionen. Etwa sechs bis neun Monate nach der Geburt beginnt beim Säugling die 1. Dentition (s.u.). In dieser Phase brechen die Milchzähne durch. Um das 6. Lebensjahr herum beginnt die 2. Dentition mit dem Verlust der Milchzähne und dem Durchbruch des bleibenden Gebisses.

3 Ablauf der Dentition

Der Zeitpunkt des Durchbruchs der Zähne des Milchgebisses kann von Mensch zu Mensch erheblich variieren. Selten (1:2.000) können bereits bei der Geburt Zähne sichtbar sein. Es brechen typischerweise als erstes die Schneidezähne der Mandibula mit einem durchschnittlichen Alter von 6 1/2 Monaten durch. Gefolgt werden sie von den mandibulären Eckzähnen und den maxillären Schneidezähnen, danach von den Molaren. Die Zahnung ist erst mit dem Durchbruch der zweiten Molaren vollständig, die durchschnittlich in einem Alter von 20-30 Monaten erfolgt. Die von der Dentition verursachten Symptome wie Unruhe, Schmerzen und vermehrter Speichelfluss fasst man unter dem Begriff Dentitio difficile zusammen.

Das bleibende Gebiss entsteht wiederum zunächst an den Frontzähnen im Alter von 6-7 Jahren und im weiteren Verlauf in ähnlicher Reihenfolge wie bei den Milchzähnen, bis im Alter von 11-13 Jahren die zweiten Molaren durchbrechen. Die dritten Molaren ("Weisheitszähne") brechen meist im Alter von 17-21 Jahren durch und müssen je nach verfügbarem Platz im Ober- oder Unterkiefer bei manchen Patienten entfernt werden.

4 Störungen der Dentition

Eine Verzögerung der Dentition des Milchgebisses kann verschiedene Ursachen haben. Sie tritt familiär auf, kann aber auch Folge eine Mangelernährung sein. Sie wird außerdem im Rahmen verschiedener Grunderkrankungen beschrieben, so z.B. der Trisomie 21, dem Hyperpituitarismus und der Hypothyreose.

Anodontie Ein vollständiges Ausbleiben einer Zahnentwicklung nennt man Anodontie. Sie kann auf einzelne Zähne beschränkt sein, oder das ganze Gebiss betreffen. Die Anodontie tritt am häufigsten im Rahmen von genetischen Syndromen auf.

Hyperdontie Die Hyperdontie beschreibt ein Zuviel an Zähnen. Die zusätzlichen Zähne brechen oft zwischen zwei normalen Zähnen durch und können diese verdrängen. Sie können auch im Bereich von Gaumenspalten oder im Rahmen einer Cleidokranialen Dysplasie auftreten.

Zahnfusion Bei einer Zahnfusion verschmelzen zwei Zähne zu einem. Es können eine oder zwei Zahnwurzeln vorliegen.

Eine Makrodontie beschreibt zu große, eine Mikrodontie zu kleine Zähne.

Amelogenesis imperfecta: Hierbei handelt es sich um eine Gruppe genetisch bedingter Zahnschmelzhypoplasien. Strukturbildende Proteine im Schmelz sind fehlerhaft, sodass dieser nicht richtig synthetisiert wird. Folge sind eine erhöhte Temperaturempfindlichkeit, eine verstärkte Kariesneigung und eine gräulich-braune Verfärbung der Zähne.

Dentinogenesis imperfecta: Eine der Amelogenesis imperfecta ähnliche, autosomal-dominant vererbliche Störung, die auch im Rahmen einer Osteogenesis imperfecta vorkommen kann.

Fachgebiete: Zahnmedizin

Diese Seite wurde zuletzt am 14. Juli 2017 um 17:32 Uhr bearbeitet.

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