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Dekubitus (Pferd)

Version vom 17. September 2020, 11:16 Uhr von Diara Smetana (Diskussion | Beiträge)

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1 Definition

Als Dekubitus bezeichnet man durch längere Druckbelastung entstandene lokale Geschwüre der Haut beim Pferd.

2 Ätiopathogenese

Dekubitale Wunden entstehen durch längeren ununterbrochenen Druck, der infolge dessen zur verminderten Durchblutung und Nekrose führt. Dabei sind Hautareale, die über knöchernen Vorsprüngen liegen, wie z.B. Hüfte oder Schulter, vermehrt betroffen. Zusätzlich können zu eng gewickelte Schweifbandagen dekubitale Wunden hervorrufen.

Bei systemisch kranken Pferden kann eine schlechte Kreislaufsituation das Entstehen des Dekubitus begünstigen.

3 Symptome

Zu Beginn kommt es an den exponierten Stellen zum Haarverlust, Schwellung und zur Ausbildung eines Erythems. Anhaltender Druck führt innerhalb weniger Tage zur Nekrose und Ulzeration.

In chronischen Fällen kann es zum Elastizitätsverlust und zur Verdickung der Haut kommen.

4 Diagnostik

Normalerweise wird anhand der Vorgeschichte und des typischen klinischen Bildes die Diagnose einfach gestellt.

5 Therapie

Die Therapie besteht in einer täglichen gründlichen Wundreinigung mit antiseptischen Produkten (z.B. Chlorhexidin), um Sekundärinfektionen zu vermeiden. Zusätzlich sollten die dekubitalen Stellen mit Öl oder Salben auf Lanolin-Grundlage versorgt werden.

In manchen Fällen kann ein chirurgisches Debridement notwendig sein.

6 Prophylaxe

Die die Wunden sehr langsam heilen, steht der Prophylaxe oberste Bedeutung zu. Wenn ein Tier nicht stehfähig ist, sollte es auf einer dicken Lage Sägemehl oder Sand mit einer zweiten Schicht Stroh gelagert werden. Das Pferd muss dann alle 2-4 Stunden umgelagert werden, um dekubitale Wunden zu vermeiden.

Da Fohlen zum Entstehen von Dekubitus neigen, muss beim Anbringen von Extremitätenverbänden besonders darauf geachtet werden, dass diese nicht zu eng angelegt werden.

7 Literatur

  • Brehm W, Gehlen H, Ohnesorge B et al., Hrsg. Handbuch Pferdepraxis. 4., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2016.
  • Reed SM, Bayly WM, Sellon DC. 2018. Equine internal medicine. 4th Edition. Elsevier.

Diese Seite wurde zuletzt am 17. September 2020 um 11:16 Uhr bearbeitet.

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