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Defäkationsreflex

Version vom 10. Oktober 2012, 11:07 Uhr von Dr. med. univ. Sabrina Mörkl (Diskussion | Beiträge)

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Synonyme: Stuhlreflex, nervus pelvicus Reflex
Englisch: defaecation reflex, faecal evacuation reflex

1 Definition

Als Defäkationsreflex wird ein Reflex bezeichnet der aktiviert wird, sobald eine Portion Stuhl in das Rektum gelangt. Dabei wird der musculus sphincter ani internus reflektorisch entspannt. Wird die Defäkation willkürlich zugelassen so kommt es weiters zur Entspannung des musculus sphincter ani externus und die Darmmuskulatur des Sigmoides und des Rektums kontrahiert sich. Der Defäkationsreflex wird durch die Bauchpresse unterstützt.

2 Einteilung

Der Defäkationsreflex kann in folgende Stadien eingeteilt werden:

  • Intramuraler Defäkationsreflex: Durch Stimulation von Dehnungsrezeptoren des Rektums durch Stuhl kommt es zu einer Aktivierung des intramuralen Plexus. Darauf folgt eine Relaxation des inneren Sphinkters und eine Kontraktion des äußeren Sphinkters. Weiters wird die Peristaltik des Colons angeregt.
  • Spinaler Defäkationsreflex: Das parasympathische Sakralmark wird aktiviert und eine intensive Peristaltik des colon descendens, des Sigmoids und des Rektums ausgelöst. Der innere Sphinkter erschlafft und die Kotsäule kann bis zum äußeren Sphinkter gelangen. Bleibt dieser willkürlich verschlossen so nimmt die Peristaltik wieder kontinuierlich ab.
  • Willkürliche Defäkation: Es kommt zur willkürlichen Entspannung des äußeren Sphincters. Weiters senkt sich der Beckenboden und die Bauchpresse kommt zum Einsatz. Die Entleerung des Enddarmes erfolgt schließlich über autonome Peristaltik.

3 Pathologie

Wird der Defäkationsreflex nicht für die Darmentleerung benützt sondern unterdrückt, so kommt es zur Eindickung des Stuhles, zu einer Dehnung des Rektums und zu Funktionsstörungen der Sphincteren. Die Folge davon sind Obstipation, und bei starkem Pressen Hämorrhoiden und Prolaps.

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