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Wenn der Darminhalt in das durch den [[Anus]] verschlossene Rektum eintritt, werden durch die Erhöhung der Wandspannung [[Dehnungsrezeptor]]en in der Darmwand erregt. Sie senden über [[viszerosensibel|viszerosensibl]]e [[Afferenz]]en ([[Nervi splanchnici pelvici]]) Signale über die [[Hinterstrangbahn]]en bis in den [[sensorisch]]en [[Cortex]].
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Diese Situation nehmen wir als [[Stuhldrang]] war. Wenn der Stuhldrang über einen längeren Zeitraum unterdrückt wird, kommt es zur erneuten [[Kontraktion]] des Musculus sphincter ani internus. Das Rektum passt sich an das größere Füllungsvolumen an.  
 
Diese Situation nehmen wir als [[Stuhldrang]] war. Wenn der Stuhldrang über einen längeren Zeitraum unterdrückt wird, kommt es zur erneuten [[Kontraktion]] des Musculus sphincter ani internus. Das Rektum passt sich an das größere Füllungsvolumen an.  
  
Wenn die Defäkation eingeleitet wird, erschlaffen beide Schließmuskeln. Dieser Prozess wird von einer reflektorischen Kontraktion des [[Rectosigmoid]]s begleitet, welche die Stuhlentleerung von oral vorantreibt. Um den Entleerungsdruck zu steigern, kann dabei zusätzlich die muskuläre [[Bauchpresse]] eingesetzt werden.
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Wenn die Defäkation eingeleitet wird, erschlaffen beide Sphinkteren und der [[Musculus puborectalis]]. Dieser Prozess wird vom Abschwellen des [[Corpus cavernosum recti]] und einer reflektorischen Kontraktion des [[Rektosigmoid]]s begleitet, welche die Stuhlentleerung von oral vorantreibt. Um den Entleerungsdruck zu steigern, kann dabei zusätzlich die muskuläre [[Bauchpresse]] eingesetzt werden.
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Eine beeinträchtigte Defäkation bezeichnet man als [[Stuhlentleerungsstörung]]. Beispiele dafür sind [[Obstipation]] und [[Dyschezie]].
  
 
==Artikel zum Thema==
 
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* [[FlexiEssay:Verstopfung und Stuhlgang]]
 
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Aktuelle Version vom 21. Februar 2016, 18:12 Uhr

Synonyme: Stuhlgang, Stuhlentleerung

1 Definition

Die Defäkation ist ein physiologischer Vorgang, der das Rektum entleert und damit die unverdaulichen Nahrungsbestandteile (Fäzes) entsorgt.

Die Kontrolle über die Defäkation bezeichnet man als Kontinenz, den Kontrollverlust als Inkontinenz.

2 Physiologie

Die Defäkation wird durch propulsive Massenbewegungen in weiter oral gelegenen Darmabschnitten angeregt. Sie treten typischerweise nach den Mahlzeiten auf und werden als gastrokolischer Reflex bezeichnet.

Wenn der Darminhalt in das durch den Anus verschlossene Rektum eintritt, werden durch die Erhöhung der Wandspannung Dehnungsrezeptoren in der Darmwand erregt. Sie senden über viszerosensible Afferenzen (Nervi splanchnici pelvici) Signale über die Hinterstrangbahnen bis in den sensorischen Cortex.

Durch die Ampullenfüllung kommt es zu einer reflektorischen Dilatation (Erweiterung) des Musculus sphincter ani internus. Der willkürlich innervierte Musculus sphincter ani externus bleibt jedoch kontrahiert. Die Kontinenz wird dadurch aufrechterhalten.

Diese Situation nehmen wir als Stuhldrang war. Wenn der Stuhldrang über einen längeren Zeitraum unterdrückt wird, kommt es zur erneuten Kontraktion des Musculus sphincter ani internus. Das Rektum passt sich an das größere Füllungsvolumen an.

Wenn die Defäkation eingeleitet wird, erschlaffen beide Sphinkteren und der Musculus puborectalis. Dieser Prozess wird vom Abschwellen des Corpus cavernosum recti und einer reflektorischen Kontraktion des Rektosigmoids begleitet, welche die Stuhlentleerung von oral vorantreibt. Um den Entleerungsdruck zu steigern, kann dabei zusätzlich die muskuläre Bauchpresse eingesetzt werden.

3 Klinik

Eine beeinträchtigte Defäkation bezeichnet man als Stuhlentleerungsstörung. Beispiele dafür sind Obstipation und Dyschezie.

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Diese Seite wurde zuletzt am 21. Februar 2016 um 18:12 Uhr bearbeitet.

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