Darmbein (Veterinärmedizin)

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Synonyme: Os ilium
Englisch: iliac bone, ilium

1 Definition

Das Darmbein oder Os ilium bildet zusammen mit dem Sitzbein (Os ischii) und dem Schambein (Os pubis) das Hüftbein (Os coxae).

2 Anatomie

Das Darmbein ist der kraniodorsale Anteil des Hüftknochens. Er dehnt sich vom Hüftgelenk bis zum Kreuzbein (Os sacrum) aus und bildet den größten Anteil des Hüftbeins.

Das Darmbein besteht aus einem breiten Flügel (Ala ossis ilii) und einem säulenähnlichem Körper, dem Corpus ossis ilii.

2.1 Ala ossis ilii

Der kraniale Rand der Darmbeinflügel wird vom Darmbeinkamm (Crista iliaca) gebildet. Der laterale Darmbeinwinkel wird vom Hüfthöcker (Tuber coxae), der mediale hingegen vom Kreuzhöcker (Tuber sacrale) dargestellt. Das Tuber sacrale ist tierartlich verschieden ausgeprägt und kann zweigeteilt sein.

Die Außen- bzw. Gesäßfläche (Facies glutaea) bildet die Ursprungsfläche der kräftigen Gesäßmuskeln. Die Innenfläche der Flügel (Facies sacropelvina) wird in einen lateralen und einen medialen Abschnitt unterteilt. Der laterale Teil (Facies iliaca) dient den Lendenmuskeln als Ursprung. Der mediale Teil (Tuberositas iliaca) bildet die Artikulationsfläche mit dem Kreuzbein.

2.2 Corpus ossis ilii

Der Körper des Darmbeins wird aufgrund seiner Form auch als Darmbeinsäule bezeichnet. Das kaudale Ende bildet - zusammen mit den Körpern von Scham- und Sitzbein - die Gelenkpfanne (Acetabulum).

Am Ventralrand der Darmbeinsäule befindet sich die Darmbein-Schambein-Leiste (Linea arcuata).

3 Tierartliche Unterschiede

  • Rind und Pferd: Die Darmbeinflügel stehen fast horizontal und die Gesäßflächen zeigen nach dorsal. Die Crista iliaca ist grundsätzlich konkav gebogen und scharf ausgeprägt. Die Facies glutaea trägt eine Linea glutaea, wobei die Linea arcuata mittig einen Lendenstachel (Tuberculum musculi psoas minoris) trägt.
  • Kleine Wiederkäuer: Die Darmbeinflügel sind steil und und nach sagittal gerichtet. Die Gesäßflächen zeigen nach dorsolateral und die Crista iliaca ist konkav gestellt sowie scharf begrenzt. An den Darmbeinflügeln befindet sich die Spina alaris (Flügelgräte), die durch eine ventrale Einziehung vom Hüfthöcker getrennt ist. Am Kreuzhöcker befindet sich die Spina iliaca dorsalis cranialis und caudalis, die als schwache dorsale Einziehungen den Kreuzhöcker in zwei Teile gliedert. Auf der Facies glutaea ist eine Linea glutaea zu finden, wobei die Linea arcuata ebenfalls einen Lendenstachel trägt.
  • Schwein: Die Darmbeinflügel sind steil und nach sagittal gerichtet. Die Gesäßflächen zeigen nach lateral und die Crista iliaca ist konvex gebogen sowie wulstig ausgeprägt. Die Facies glutaea trägt eine Linea glutaea. Die Linea arcuata besitzt mittig ebenfalls einen Lendenstachel.
  • Fleischfresser: Die Darmbeinflügel sind steil und nach sagittal gerichtet. Die Gesäßflächen zeigen nach lateral und die Crista iliaca ist konvex gebogen und ebenfalls wulstig ausgebildet. Es ist eine Spina alaris (Flügelgräte) ausgebildet, die durch eine ventrale Einziehung vom Hüfthöcker getrennt ist. Der Kreuzbeinhöcker wird durch eine Spina iliaca dorsalis cranialis und caudalis in zwei Teile getrennt. Die Facies glutaea trägt drei Muskelleisten, die als Lineae glutaeae bezeichnet werden.

4 Quelle

  • Nickel, Schummer, Seiferle: Lehrbuch der Anatomie der Haustiere, Band I Bewegungsapparat, 8. unveränderte Auflage; Parey Verlag; 2004

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