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Corpus vitreum

Version vom 24. März 2018, 16:48 Uhr von Stud. med. Jlian van Krimpen (Diskussion | Beiträge)

von lateinisch: corpus - Körper; vitreus - gläsern
Synonym: Glaskörper
Englisch: vitreous body

1 Definition

Das Corpus vitreum ist eine gallertartige, lichtdurchlässige Struktur, welche zwischen der Linse und der Retina liegt.

2 Anatomie

Das Corpus vitreum grenzt an die Retina und nach ventral an die hintere Linsenkapsel. Dort weist der Glaskörper eine zentrale Delle auf, die Fossa hyaloidea.

Durch das Corpus vitreum zieht sich in dorsoventraler Richtung der Canalis hyaloideus, der als Rudiment der Arteria hyaloidea bestehen bleibt.

3 Struktur

Das Corpus vitreum besteht aus einem feinen Fasernetz, dem Stroma vitreum, in das sich der Humor vitreus einlagert. Diese Substanz besteht zu über 98 % aus Wasser und weist daneben Glykosaminoglykane, vor allem Hyaluronsäure, auf. Am Rand des Corpus vitreum verdichtet sich das Kollagenfasernetz und die Viskosität ist höher. Diese Verdichtung wird als Membrana vitrea bezeichnet. Darüber hinaus befinden sich auch ein paar wenige Zellen namens Hyalozyten im Glaskörper. Es handelt sich hierbei um Makrophagenabkömmlinge, welche die im Glaskörper vorhandenen Strukturen produzieren.

4 Funktion

Der Glaskörper hält durch seine flexible Form und seinen auf die umliegenden Strukturen ausgeübten Druck die Form des Bulbus oculi aufrecht. Durch die Aufrechterhaltung der intraokulären Drucks sorgt er dafür, dass die aussenliegenden Schichten gegeneinander gedrückt werden und sich die Retina nicht ablösen kann.

Er ist auch an der Refraktion des einfallenden Lichtes beteiligt und somit Bestandteil des dioptrischen Apparats.

Darüber hinaus hat der Glaskörper auch eine Stossdämpferfunktion. Er schützt somit die Retina bei mechanischer Einwirkung.

Dem Corpus vitreum können noch weitere, wenig erforschte, Funktionen zugeschrieben werden, wie der Schutz der umliegenden Strukturen vor oxidativem Stress.

5 Pathologie

Das Corpus vitreum spielt bei einer Reihe von pathologischen Prozessen eine wichtige Rolle. Besonders der Eintritt von Blut in das Stroma kann im Rahmen einer Glaskörperblutung zu Beeinträchtigungen des Sehvermögens führen. Auch Glaskörpertrübungen schränken die Lichtdurchlässigkeit des Corpus vitreum ein.

Daneben kann sich der Glaskörper von der anliegenden Retina lösen (Glaskörperablösung), was zu einer gravierenden Einschränkung der Sehfunktion führt.

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Fachgebiete: Augenheilkunde, Sehorgan

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