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Coprinus-Syndrom: Unterschied zwischen den Versionen

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Bei dem Coprinus-Syndrom handelt es sich um eine besonders bizarre Form der Pilzvergiftung, denn es wird nicht durch den Verzehr von Giftpilzen ausgelöst. Vielmehr ist es die Kombination aus bestimmten essbaren Pilzen und dem Genuss von Alkohol, der hier diese Vergiftungserscheinungen auslöst. Das Coprinus-Syndrom ist eine relativ harmlose Pilzvergiftung, schwere Spätfolgen oder gar Todesfälle wurden bisher nicht bekannt.
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Beim '''Coprinus-Syndrom''' handelt es sich um eine besonders bizarre Form der Pilzvergiftung, denn es wird nicht durch den Verzehr von Giftpilzen ausgelöst. Vielmehr ist es die Kombination aus bestimmten essbaren Pilzen und dem Genuss von Alkohol, der hier diese Vergiftungserscheinungen auslöst. Das Coprinus-Syndrom ist eine relativ harmlose Pilzvergiftung, schwere Spätfolgen oder gar Todesfälle wurden bisher nicht bekannt.
  
 
==Verursachende Pilze==
 
==Verursachende Pilze==

Version vom 5. Dezember 2011, 10:35 Uhr

1 Beschreibung

Beim Coprinus-Syndrom handelt es sich um eine besonders bizarre Form der Pilzvergiftung, denn es wird nicht durch den Verzehr von Giftpilzen ausgelöst. Vielmehr ist es die Kombination aus bestimmten essbaren Pilzen und dem Genuss von Alkohol, der hier diese Vergiftungserscheinungen auslöst. Das Coprinus-Syndrom ist eine relativ harmlose Pilzvergiftung, schwere Spätfolgen oder gar Todesfälle wurden bisher nicht bekannt.

2 Verursachende Pilze

  • Faltentintling (Coprinus atramentarius)
  • Glimmertintling
  • Netzstieliger Hexenröhrling (Roh giftig!)
  • Keulenfüßiger Trichterling (Clitocybe clavipes)
  • Ochsen-Röhrling (Boletus torosus)

Beim drei Ersten ist die Anwesenheit des Giftes Coprin zweifelsfrei geklärt, bei den beiden anderen genannten Pilzsorten besteht der klare Verdacht, nur der letzte Nachweis fehlt noch. Ohne Alkohol definitiv essbar sind allerdings nur der Faltentintling und der Glimmertintling. Die anderen Pilze besitzen keinen Speisewert, der Netzstielige Hexenröhrling ist dazu noch roh giftig!

3 Relevanter Giftstoff

Die Unverträglichkeitserscheinungen im Zusammenhang mit Alkohol werden durch eine chemische Substanz mit dem Trivialnamen Coprin hervorgerufen. Durch Erhitzen, also bei der Zubereitung, zerfällt Coprin in Glutaminsäure und 1-Aminocyclopropanol. Letzteres ist für die Wirkungen verantwortlich.

4 Latenzzeit

Lediglich wenige Minuten. Häufig beginnen die Krankheitsanzeichen bereits während der Mahlzeit.

5 Symptome

  • starkes Herzrasen
  • Blutdruckanstieg
  • Schweißausbrüche
  • Kreislaufstörungen
  • Gesichtsrötung
  • die Körperhaut bekommt eine lila Farbe, während Gesicht (wie erwähnt) rot wird, nur Ohrläppchen und Nasenspitze bleiben weiß

Diese Symptome entstehen nur bei dem gleichzeitigen Genuss der Pilze mit Alkohol. Nimmt man sich den Verzehr dieser Pilze konkret vor, sollte man aus Sicherheitsgründen 3 Tage vorher keinen Alkohol mehr konsumieren. Ohne Alkohol sind Faltentintling und Glimmertintling ohne Bedenken essbar. Auch bis zu 3 Tage nach der Pilzmahlzeit sollte Alkohol unbedingt gemieden werden, da es ansonsten immer wieder zu solchen Symptomschüben kommen kann. Diese dauern in der Regel nur ein paar Stunden und klingen dann wieder ohne weiter therapeutische Maßnahmen ab.

6 Diagnose

Die Diagnose ergibt sich aus der Symptomatik, die in dieser Form einzigartig in der Medizin ist. Weitere Untersuchungen sind in der Regel nicht notwendig.

7 Therapie

Auf Grund der Harmlosigkeit und der raschen Genesung der Betroffenen ist hier grundsätzlich keine weitere Therapie nötig. Das Coprinus-Syndrom kann äußerst unangenehm und quälend sein, gefährlich ist es aber nicht. Dennoch kann es sinnvoll sein, einen Arzt hinzuzuziehen, der mit der Gabe von 1 g Aktivkohle pro kg Körpergewicht die Giftausscheidung beschleunigen kann. Einzig kritischer Punkt ist eine Vergiftung von einer Person, die unter Herz- Kreislaufproblemen leidet. Hier kann es u. U. sinnvoll sein, den Patienten eine gewisse Zeit klinisch zu überwachen.

8 Molekulare Giftwirkung

Wie bereits oben erwähnt handelt es sich bei dem Toxin um eine Substanz namens Coprin, die ab einer gewissen Temperatur in Glutaminsäure und 1-Aminocyclopropanol zerfällt. Letzteres hemmt das Enzym Acetaldehyddehydrogenase, welches am Abbau von Ethanol beteiligt ist. Da diese Wirkung durch den Pilz stark herabgesetzt ist, kommt es zur Akkumulation (Anreicherung) von Acetaldehyd im Organismus, was dann für die Ausbildung eines Coprinus-Syndroms führt.

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