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Co-Analgetikum

Version vom 7. Dezember 2004, 22:24 Uhr von Dr. med. Heiko Bablich (Diskussion | Beiträge)

Co-Analgetika

Die so genannten Co-Analgetika dienen einerseits zur Unterstützung der Analgesie z. B. bei neuropathischem Schmerz, andererseits zur Behandlung der Nebenwirkungen der Analgetika. Co-Analgetika werden nicht fest einer Stufe im WHO-Stifenschema zugewiesen, sondern können und sollen in jeder Stufe des Schemas bedarfsadaptiert eingesetzt werden. Nebenwirkungen wie Übelkeit und Obstipation treten überwiegend in den Stufen 2 und 3 des WHO-Stufenschemas als unerwünschte Arzneimittelwirkung der Opioidanalgetika auf.

Folgende Medikamente werden zur Unterstützung der Analgesie eingesetzt:

  • trizyklische Antidepressiva: Imipramin, Clomipramin
    • Einsatzgebiet: z. B. neuropathischer Schmerz, bessere Schmerzbewältigung
  • Antikonvulsiva: Carbamazepin, Gabapentin
    • Einsatzgebiet: neuropathischer lanzierender Schmerz
  • Antikonvulsiva: Baclofen
    • Einsatzgebiet: krampfartiger neuropathischer Schmerz, Phantomschmerz, schmerzhafte Spastik
  • Glukokortikoide: Dexamethason

Folgende Medikamente werden zur Behandlung der Nebenwirkungen der Analgetika eingesetzt:

Bei den [[Antiemetica]Antiemetika] ist eine Kombination von Wirkstoffen unterschiedlicher Wirkprinzipien sinnvoll und manchmal notwendig, wenn mit einer Mono-Therapie nur eine unzureichende antiemetische Wirkung erzielt wird. Die Verordnung sollte aber ebenfalls stufenweise durchgeführt werden, wobei auch durchaus pecuniäre Aspekte mit in Erwägung zu ziehen sind (5-Hydroxy-Tryptamin-Antagonisten sind sehr teuer), d. h. zuerst z. B. Metoclopramid, dann erst z. B. Tropisetron verordnen.

Bei den [[Laxans]Laxantien] sollten Stoffe wie Natrium-Picosulfat und Bisacodyl nicht als Dauermedikation engesetzt werden, sondern nur bei Bedarf und möglichst nur kurzfristig. Die Regulierung derStuhlgewohnheiten sollte durch zur Dauermedikation geeignete Medikamente wie Lactulose und Macrogelerfolgen. [[Laxans]Laxantien] sind bei gleichzeitiger Verordnung von Opioiden übrigens auch durch die gesetzlichen Kassen erstattungsfähig (am besten mit auf dem BTM-Rezept verordnen).

Wichtig ist die Aufklärung des Patienten über den Einsatz der Co-Analgetica und deren Wirkungsweise, da die Hauptindikationen vieler Co-Analgetika in anderen Bereichen liegt (Antidepressiva, Antikonvulsiva). So könnte der Patient bei fehlender Aufklärung nach Durchlesen des Beipackzettels einen falschen Eindruck bekommen ("Mein Arzt hält mich jetzt für einen depressiven Hypochonder und verschreibt mir daher Antidepressiva!" oder "Ich habe doch gar keine Epilepsie, warum verschreibt mir mein Arzt Mittel dagegen?") und das bei der Schmerztherapie sehr wichtige Vertrauensverhältnis zum Arzt empfindlich gestört werden.

Diese Seite wurde zuletzt am 23. Juli 2013 um 12:20 Uhr bearbeitet.

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