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Ciclosporin: Unterschied zwischen den Versionen

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Ciclosporin hat eine hohe Selektivität, da NF-AT praktisch nur in T-Lymphozyten vorkommt.
 
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Ciclosporin wird hauptsächlich nach [[Transplantation|Organtransplantationen]] angewendet. Da die Gefahren für eine [[Transplantatabstoßung|Abstoßungsreaktionen]] insbesondere in den ersten Wochen und Monaten erhöht sind, wird in der Regel am Tag vor der [[Operation]] eine [[Induktionstherapie]] mit hohen [[Dosierung]]en eingeleitet. Nach einer kontinuierlichen Dosisreduktion wird ab dem 3. bis 6. postoperativen Monat eine [[Erhaltungstherapie]] etabliert, die lebenslang vom Patienten eingenommen wird. Die volle Wirksamkeit von Ciclosporin entwickelt sich nach einer dreimonatigen Einnahmezeit.  
 
Ciclosporin wird hauptsächlich nach [[Transplantation|Organtransplantationen]] angewendet. Da die Gefahren für eine [[Transplantatabstoßung|Abstoßungsreaktionen]] insbesondere in den ersten Wochen und Monaten erhöht sind, wird in der Regel am Tag vor der [[Operation]] eine [[Induktionstherapie]] mit hohen [[Dosierung]]en eingeleitet. Nach einer kontinuierlichen Dosisreduktion wird ab dem 3. bis 6. postoperativen Monat eine [[Erhaltungstherapie]] etabliert, die lebenslang vom Patienten eingenommen wird. Die volle Wirksamkeit von Ciclosporin entwickelt sich nach einer dreimonatigen Einnahmezeit.  
  
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Bei dauerhafter Einnahme hoher Dosierungen (z.B. nach Organtransplantation) zeigte sich ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von lymphoproliferativen Erkrankungen (z.B. [[Lymphom]]en) und anderen [[Malignom]]en (insbesondere der [[Haut]]).  
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Während der [[Schwangerschaft]] und [[Stillzeit]] sollte auf die Einnahme von Ciclosporin verzichtet werden.
 
Während der [[Schwangerschaft]] und [[Stillzeit]] sollte auf die Einnahme von Ciclosporin verzichtet werden.
 
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Ciclosporin A wird hauptäschlich über das [[Cytochrom P450]]-System [[Metabolisierung|metabolisiert]] (insb. [[CYP3A4]]). Eine [[Komedikation]] mit verschiedenen Arzneimitteln kann zu einer [[Induktion]] (vermehrter Abbau von Ciclosporin) oder [[Inhibition]] (verminderter Abbau von Ciclosporin) von CYP3A4 führen und somit Einfluss auf den [[Plasmaspiegel]] und die [[Wirksamkeit]] von Ciclosporin nehmen.
 
 
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Bei längerer Einnahme ist eine regelmäßige Kontrolle des [[Talspiegel]]s anzuraten. Dieser sollte in Abhängigkeit von der Häufigkeit der Einnahme kurz vor (bei einmal täglicher Einnahme) oder 12 Stunden nach (bei mehrmals täglicher Einnahme) der letzten Applikation bestimmt werden. Durch eine zusätzliche Bestimmung des 2-Stunden-Wertes nach der Einnahme lässt sich die Verteilung von Ciclosporin und seine Wirksamkeit besser beurteilen.  
  
 
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** Induktionstherapie: 1.500 µg/l
 
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Version vom 28. Februar 2021, 17:09 Uhr

Handelsname: Cicloral®, Immunosporin®, u.v.m.
Synonyme: Cyclosporin A, Cyclosporin
Englisch: ciclosporin

1 Definition

Ciclosporin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Immunsuppressiva.

2 Pharmakologie

Ciclosporin wird aus den norwegischen Schlauchpilzen Tolypocladium inflatum und Clindrocarpon lucidum gewonnen. Es handelt sich chemisch gesehen um ein zyklisches Protein mit elf Aminosäureresten.

Ciclosporin bindet in der Zelle an Cyclophilin. Der Komplex aus Ciclosporin und Cyclophilin hemmt die Proteinphosphatase Calcineurin. Eine Dephosphorylierung des Transkriptionsfaktors NF-AT (nuclear factor of activated T-cells) unterbleibt.

NF-AT wird somit nicht aktiviert und die Produktion von proinflammatorischen Zytokinen (z.B. Interleukin-2) und Zelloberflächenrezeptoren wird gehemmt. Des Weiteren hemmt Ciclosporin die Aktivierung und Vermehrung von Lymphozyten.

Ciclosporin hat eine hohe Selektivität, da NF-AT praktisch nur in T-Lymphozyten vorkommt.

3 Indikationen

Ciclosporin wird hauptsächlich nach Organtransplantationen angewendet. Da die Gefahren für eine Abstoßungsreaktionen insbesondere in den ersten Wochen und Monaten erhöht sind, wird in der Regel am Tag vor der Operation eine Induktionstherapie mit hohen Dosierungen eingeleitet. Nach einer kontinuierlichen Dosisreduktion wird ab dem 3. bis 6. postoperativen Monat eine Erhaltungstherapie etabliert, die lebenslang vom Patienten eingenommen wird. Die volle Wirksamkeit von Ciclosporin entwickelt sich nach einer dreimonatigen Einnahmezeit.

Ein weiteres Anwendungsgebiete von Ciclosporin sind Autoimmunerkrankungen, z.B.:

Topisch wird Ciclosporin bei chronischen Entzündungszuständen von Bindehaut und Cornea gegeben.

4 Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen von Ciclosporin sind:

Bei dauerhafter Einnahme hoher Dosierungen (z.B. nach Organtransplantation) zeigte sich ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von lymphoproliferativen Erkrankungen (z.B. Lymphomen) und anderen Malignomen (insbesondere der Haut).

5 Wechselwirkungen

Ciclosporin A wird hauptäschlich über das Cytochrom P450-System metabolisiert (insb. CYP3A4). Eine Komedikation mit verschiedenen Arzneimitteln kann zu einer Induktion (vermehrter Abbau von Ciclosporin) oder Inhibition (verminderter Abbau von Ciclosporin) von CYP3A4 führen und somit Einfluss auf den Plasmaspiegel und die Wirksamkeit von Ciclosporin nehmen.

6 Kontraindikationen

Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte auf die Einnahme von Ciclosporin verzichtet werden.

7 Labormedizin

Bei längerer Einnahme ist eine regelmäßige Kontrolle des Talspiegels anzuraten. Dieser sollte in Abhängigkeit von der Häufigkeit der Einnahme kurz vor (bei einmal täglicher Einnahme) oder 12 Stunden nach (bei mehrmals täglicher Einnahme) der letzten Applikation bestimmt werden. Durch eine zusätzliche Bestimmung des 2-Stunden-Wertes nach der Einnahme lässt sich die Verteilung von Ciclosporin und seine Wirksamkeit besser beurteilen.

Die Bestimmung erfolgt z.B. mittels Flüssigchromatographie mit Massenspektrometrie.

7.1 Material

Für die Untersuchung werden 10 ml EDTA-Blut benötigt.

7.2 Talspiegel

Die therapeutischen Richtwerte beziehen sich auf verschiedene Assays und unterschieden sich mitunter, sodass der vom jeweiligen Labor angegebene Referenzbereich ausschlaggebend ist. Orientierend gilt:

  • nach Nierentransplantation:
    • Induktionstherapie: 150 bis 225 µg/l
    • Erhaltungstherapie: 100 bis 150 µg/l
  • nach Lebertransplantation:
    • Induktionstherapie: 225 bis 300 µg/l
    • Erhaltungstherapie: 100 bis 150 µg/l
  • nach Herztransplantation:
    • Induktionstherapie: 250 bis 350 µg/l
    • Erhaltungstherapie: 150 bis 250 µg/l

Toxisch sind Talspiegel über 400 µg/l

7.3 2-Stunden-Werte

Empfohlene 2-Stunden-Werte sind:

  • nach Nierentransplantation
    • Induktionstherapie: 1.500 µg/l
    • nach ≥ 7 Monaten: 600 µg/l
  • Nach Lebertransplantation
    • Induktionstherapie: 1.000 µg/l
    • nach > 1 Jahr: 600 µg/l

8 Literatur

Fachgebiete: Pharmakologie

Diese Seite wurde zuletzt am 28. Februar 2021 um 17:18 Uhr bearbeitet.

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