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Cholezystektomie

Version vom 11. April 2006, 16:03 Uhr von Josef Leugermann (Diskussion | Beiträge)

Englisch: cholecystectomy

1 Definition

Die Cholezytektomie ist ein chirurgisches Verfahren zur Entfernung (Ektomie) der Gallenblase. Die erste dokumentierte Cholezystektomie wurde durch den deutschen Chirurgen Carl Langenbach im Jahr 1882 vorgenommen.

2 Indikation

Die Cholezystektomie ist eine der am häufigsten durchgeführten Operationen in der Viszeralchirurgie. Neben absoluten Operationsindikationen (Perforation der Gallenblase, akutes Abdomen bei Cholezystitis) wird die Operationsindikation auch bei symptomatischer Cholelithiasis großzügig gestellt. Grund ist, dass mit der Entfernung der Gallenblase der Entstehung von Gallensteinen Einhalt gegeben werden kann.

  • Merke: Keine konservative oder endoskopische Methode mit Erhalt der Gallenblase hat bisher annähernd so niedrige Rezidivneigung wie die Cholezystektomie.

Bei einer Choledocholithiasis bzw. Cholangiolithiasis kann zunächst eine ERCP mit Papillotomie zur Steinentfernung erfolgen, danach kann im Zweiten Schritt die Cholezystektomie durchgeführt werden. Dies gestaltet die Cholezystektomie komplikationsärmer.

Bei einer asymptomatischen Cholelithiasis kann zunächst zugewartet werden.

3 Kontraindikationen

Kontraindikationen sind allgemeiner Natur, zum Beispiel:

Im Notfall kann und muss jedoch über diese Kontraindikationen hinweg operiert werden.

4 Formen der Cholezystektomie

Die Cholezystektomie kann offen, also nach Anlage eines Bauchschnittes (Laparotomie) oder minimal-invasiv (laparoskopisch) durchgeführt werden. Die laparoskopische Cholezystektomie ist derzeit (2005) das in den meisten Fällen angewendete Verfahren.

Eine offene Cholezystektomie muss dennoch durchgeführt werden, wenn prä- oder intraoperativ Kontraindikationen und Hindernisse offenkundig werden. Dazu gehören:

Sowohl bei der offenen, als auch bei der laparoskopischen Cholezystektomie können während der Operation unter Durchleuchtung mit Röntgenstrahlung die Gallenwege dargestellt werden. So lassen sich komplizierte Steinlagen erkennen und bei Bedarf der Erfolg der Operation kontrollieren.

Nach der Vorgehensweise beim Herauspräparieren der Gallenblase aus der Fossa vesicae felleae der Leber wird operationstechnisch eine retrograde (vom Ductus cysticus aus zum Fundus) von einer orthograden (Fundus --> Ductus cysticus) Cholezystektomie unterschieden.

Bei Bedarf kann im gleichen Eingriff eine Choledochusrevision durcgeführt werden.

5 Präoperative Diagnostik

Präoperativ muss der Befund eines Steinleidens gesichert werden. Dies kann durch bildgebende Verfahren, vor allem durch Sonographie bewerkstelligt werden. Das weitere präoperative Procedere entspricht der Vorgehensweise bei bauchchirurgischen Eingriffen (z.B. Blutbild, Gerinnung, Elektrolyte gynäkologische Untersuchung etc.)

6 Operationsrisiken

Die Letalität der elektiv durchgeführten Cholezystektomie beträgt unter 1 % und hängt von Faktoren wie Begleiterkrankungen, Alter und Komplikationen der Cholelithiasis ab.

Notfall-Cholezystektomie weisen naturgemäß ein höheres Risiko und eine höhere Sterblichkeit auf.

Operationsrisiken sind:

Dem Infektionsrisiko wird durch intravenöse Gabe eines Antibiotikums nach Einleitung der Narkose vorgebeugt.

Diese Seite wurde zuletzt am 10. Januar 2022 um 14:56 Uhr bearbeitet.

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