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Chinin wird bereits seit Jahrhunderten als Heilmittel gegen Malaria verwendet. Schon die Ureinwohner Südamerikas wussten von der fiebersenkenden Wirkung des Chinins.
  
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Chinin ist ein Medikament gegen [[Malaria]], das in der Rinde des Chinabaums (Chinchona pubescens) vorkommt und bereits seit Jahrhunderten als Heilmittel verwendet wird.
 
Schon die Ureinwohner Südamerikas wussten von der fiebersenkenden Wirkung Chinins.
 
 
== Verwendung ==
 
== Verwendung ==
Chinin wird zur Behandlung von [[Malaria]] eingesetzt, es wirkt abtötend auf [[Blutschizonten]].
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Chinin wird zur Behandlung von Malaria eingesetzt, es wirkt abtötend auf die im Blut vorkommenden [[Schizont]]en. Nach der Entwicklung synthetischer [[Malariamittel]] hatte Chinin eine nur mehr geringe Bedeutung, angesichts wachsender [[Resistenz]]en der Erreger wird Chinin heute wieder öfter eingesetzt. Es wird nach wie vor aus der Rinde von Chinarindenbäumen gewonnen, die eigens für diesen Zweck kultiviert werden.
Nach der Entwicklung synthetischer Malariamittel hatte Chinin eine nur mehr geringe Bedeutung, angesichts wachsender [[Resistenzen]] der Erreger wird Chinin heute wieder öfter eingesetzt.
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Es wird nach wie vor aus der Rinde von Chinarindenbäumen gewonnen, die eigens für diesen Zweck kultiviert werden.
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Hauptsächlich verwendet man Chinin zur Behandlung der [[Malaria tropica]], wenn die Erreger ([[Plasmodien]]) [[Resistenzen]] gegen [[Chloroquin]] aufweisen oder [[multiresistent]] sind.
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Hauptsächlich verwendet man Chinin zur Behandlung der [[Malaria tropica]], wenn die Erreger ([[Plasmodium|Plasmodien]]) Resistenzen gegen [[Chloroquin]] aufweisen oder [[multiresistent]] sind. [Malaria tropica wird durch [[Plasmodium falciparum]] verursacht. Die Resistenzbildung unter Chinin ist gering.
[[Malaria tropica]] wird durch [[Plasmodium falciparum]] verursacht.
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Die Resistenzbildung unter Chinin ist gering.
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Weiterhin wird Chinin als Zusatz in Medikamenten gegen [[grippale Infekte]] verwendet, da es bereits in geringen Dosen lokal betäubend und fiebersenkend wirkt.
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Weiterhin wird Chinin als Zusatz in Medikamenten gegen [[grippaler Infekt|grippale Infekte]] verwendet, da es bereits in geringen Dosen lokal betäubend und fiebersenkend wirkt.
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Zudem findet Chinin des bitteren Geschmacks wegen Verwendung in der Lebensmittelindustrie. Beispielsweise findet sich Chinin in geringen Mengen in Tonic Water und in Bitter-Lemon-Getränken.
  
Zudem findet Chinin des bitteren Geschmacks wegen Verwendung in der Lebensmittel-Industrie.
 
Beispielsweise findet sich Chinin in geringen Mengen in Tonic Water und Bitter-Lemon-Getränken.
 
 
== Pharmakokinetik ==
 
== Pharmakokinetik ==
Chinin wird normalerweise [[oral]] gegeben, kann im Notfall jedoch auch [[intravenös]] verabreicht werden.
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Chinin wird normalerweise [[oral]] gegeben, kann im Notfall jedoch auch [[intravenös]] verabreicht werden. Nach oraler Gabe wird Chinin gut und schnell resorbiert. Das Wirkungsmaximum tritt nach 1-3 Stunden ein.
Nach oraler Gabe wird Chinin gut und schnell resorbiert. Das Wirkungsmaximum tritt nach 1-3 Stunden ein.
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Im Plasma ist Chinin zu 70% an [[Protein]]e gebunden. Chinin wird fast vollständig in der [[Leber]] metabolisiert, nur 10% werden unverändert [[renal]] ausgeschieden.
Im Plasma ist Chinin zu 70% an [[Protein]]e gebunden.
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Chinin wird fast vollständig in der [[Leber]] metabolisiert, nur 10% werden unverändert über die [[Niere]] ausgeschieden.
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== Wirkung ==
 
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Chinin hemmt die [[Hämopolymerase]] der [[Plasmodien]].
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Chinin hemmt die [[Hämopolymerase]] der Plasmodien. Die Erreger benötigen die Hämopolymerase und werden somit durch Chinin geschädigt. Chinin wirkt gegen alle Plasmodiumarten.
Die Erreger benötigen die [[Hämopolymerase]] und werden somit durch Chinin geschädigt.
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Chinin wirkt gegen alle Plasmodiumarten.
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== Unerwünschte Wirkungen (UAW)==
== Unerwünschte Wirkungen ==
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==Kontraindikationen==
 
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* [[Schwangerschaft]]: Chinin wirkt auf die [[Muskulatur]] des [[Uterus]] und kann [[Wehen]] auslösen
 
* [[Schwangerschaft]]: Chinin wirkt auf die [[Muskulatur]] des [[Uterus]] und kann [[Wehen]] auslösen
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== Chininvergiftung==
 
== Chininvergiftung==
 
Werden zu hohe Dosen Chinin gegeben kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen, wie beispielsweise:
 
Werden zu hohe Dosen Chinin gegeben kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen, wie beispielsweise:
 
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* Schwindel
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* Erbrechen
* [[Erbrechen]]
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* [[Ohrensausen]]
 
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* [[Sehstörung]]en
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* Sehstörungen
 
* [[Spasmen|Spasmus]] der [[Netzhaut]]gefäße
 
* [[Spasmen|Spasmus]] der [[Netzhaut]]gefäße
* Schädigung des [[Sehnerv]]s
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* Schädigung des Sehnervs
 
* [[Erblindung]]: in der Regel vorübergehend
 
* [[Erblindung]]: in der Regel vorübergehend
 
* Erregungszustände
 
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* [[Tod]] durch zentrale [[Atemlähmung]]
 
* [[Tod]] durch zentrale [[Atemlähmung]]
  
Die tödliche Dosis Chinin liegt bei 8-10g.
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Die tödliche Dosis Chinin liegt bei etwa 8-10 g.
 
[[Fachgebiet:Pharmakologie]]
 
[[Fachgebiet:Pharmakologie]]

Version vom 8. Februar 2009, 23:02 Uhr

Synonyme: Quinin, Chininum hydrochloricum
Englsich: quinine

1 Definition

Chinin ist ein Arzneistoff gegen Malaria, der in der Rinde des Chinabaums (Chinchona pubescens) vorkommt.

2 Geschichte

Chinin wird bereits seit Jahrhunderten als Heilmittel gegen Malaria verwendet. Schon die Ureinwohner Südamerikas wussten von der fiebersenkenden Wirkung des Chinins.

3 Verwendung

Chinin wird zur Behandlung von Malaria eingesetzt, es wirkt abtötend auf die im Blut vorkommenden Schizonten. Nach der Entwicklung synthetischer Malariamittel hatte Chinin eine nur mehr geringe Bedeutung, angesichts wachsender Resistenzen der Erreger wird Chinin heute wieder öfter eingesetzt. Es wird nach wie vor aus der Rinde von Chinarindenbäumen gewonnen, die eigens für diesen Zweck kultiviert werden.

Hauptsächlich verwendet man Chinin zur Behandlung der Malaria tropica, wenn die Erreger (Plasmodien) Resistenzen gegen Chloroquin aufweisen oder multiresistent sind. [Malaria tropica wird durch Plasmodium falciparum verursacht. Die Resistenzbildung unter Chinin ist gering.

Weiterhin wird Chinin als Zusatz in Medikamenten gegen grippale Infekte verwendet, da es bereits in geringen Dosen lokal betäubend und fiebersenkend wirkt.

Zudem findet Chinin des bitteren Geschmacks wegen Verwendung in der Lebensmittelindustrie. Beispielsweise findet sich Chinin in geringen Mengen in Tonic Water und in Bitter-Lemon-Getränken.

4 Pharmakokinetik

Chinin wird normalerweise oral gegeben, kann im Notfall jedoch auch intravenös verabreicht werden. Nach oraler Gabe wird Chinin gut und schnell resorbiert. Das Wirkungsmaximum tritt nach 1-3 Stunden ein. Im Plasma ist Chinin zu 70% an Proteine gebunden. Chinin wird fast vollständig in der Leber metabolisiert, nur 10% werden unverändert renal ausgeschieden.

5 Wirkung

Chinin hemmt die Hämopolymerase der Plasmodien. Die Erreger benötigen die Hämopolymerase und werden somit durch Chinin geschädigt. Chinin wirkt gegen alle Plasmodiumarten.

6 Unerwünschte Wirkungen (UAW)

7 Kontraindikationen

Chinin darf bei folgenden Situationen nicht gegeben werden:

8 Chininvergiftung

Werden zu hohe Dosen Chinin gegeben kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen, wie beispielsweise:

Die tödliche Dosis Chinin liegt bei etwa 8-10 g.

Tags:

Fachgebiete: Pharmakologie

Diese Seite wurde zuletzt am 3. April 2019 um 15:36 Uhr bearbeitet.

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