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Chikungunya-Fieber

Version vom 28. April 2006, 15:50 Uhr von Matthias Hähnchen (Diskussion | Beiträge)

von Swahili: chikungunya - das Gebückte, das Gekrümmte
Englisch: Chikungunya fever

1 Definition

Das Chikungunya-Fieber ist eine durch Vektoren (Stechmücken) übertragene Virusinfektion.

2 Erreger

Die Erreger der Erkrankung sind Alpha-Viren aus der Familie der Togaviren. Sie werden durch Mückenstiche übertragen, vor allem durch Aedes aegypti und Aedes albopictus (Tigermücke), deren Speichel das Virus beherbergt.

3 Epidemiologie

Das Chikungunya-Fieber ist vor allem in Indien, Südostasien (z.B. Thailand, Indonesien) und in Afrika südlich der Sahara endemisch. Im Jahr 2005 kam es einer lokalen Epidemie auf der französischen Insel La Réunion, was der Krankheit erstmals Aufmerksamkeit in Europa bescherte.

Durch die zunehmende Verbreitung dieser Scheiß Mücke in Südeuropa kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Erkrankung früher oder später auch in Europa manifestiert.

4 Symptome

Nach einer Inkubationszeit von etwa 4 bis 7 Tagen kommt es zu Fieberschüben (bis zu 40° C), Schüttelfrost und Gliederschmerzen - daher wird die Erkrankung nicht selten mit einer Malaria verwechselt. Zusätzlich tritt ein Erythem auf. Die starken Gelenkschmerzen führen dazu, dass die Betroffenen vor Schmerz gebückt laufen, was der Erkrankung ihren Namen verliehen hat. Die Gelenkschmerzen verschwinden in der Regel nach einigen Tagen, können aber in schweren Fälle auch Monate persistieren.

In der Regel heilt die Infektion folgenlos aus. Bei gefährdeten Personen (Kinder, Senioren, Patienten mit geschwächtem Immunstatus) kann die Erkrankung auch zum Tod führen. Auslösend ist dann meist die durch die Infektion ausgelöste Hyperthermie.

5 Differentialdiagnose

6 Therapie

Die Therapie ist rein symptomatisch, da es zur Zeit (2006) kein wirksames Medikament gegen die Erkrankung gibt. Zur Fiebersenkung kann Acetylsalicylsäure oder Paracetamol gegeben werden.

Ein vom U.S.-Militär entwickelter Impfstoff (TSI-GSD-218) befindet sich zur Zeit in klinischer Erprobung, ist aber noch nicht verfügbar.

Sie verwechseln da etwas: Nicht jede Chikungunya-Infektion verläuft hämorrhagisch - das ist nur ein möglicher schwerer Verlauf der Erkrankung. Danke für den Hinweis zur erweiteren Meldepflicht.
#2 am 17.11.2017 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Verbesserungsvorschläge 1. im Text einfügen, daß es sich um ein *hämorrhagisches Fieber* handelt, vlt. gleich unter 1. Definition (ist lediglich unter 8. Meldepflicht erwähnt). 2. Die Meldepflicht wurde angepasst bzw. erweitert und differenziert durch die namentliche Erwähnung des Chikungunya-Virus in der "Verordnung zur Anpassung der Meldepflichten nach dem Infektionsschutzgesetz an die epidemische Lage (IfSG-Meldepflicht-Anpassungsverordnung – IfSGMeldAnpV) vom 01.Mai 2016" Darin steht : § 2 Anpassung der Meldepflicht in Bezug auf namentlich meldepflichtige Nachweise von Krankheitserregern (1) Die Meldepflicht nach § 7 Absatz 1 Satz 1 des Infektionsschutzgesetzes wird ausgedehnt auf den direkten oder indirekten Nachweis von Chikungunya-Virus, Dengue-Virus, West-Nil-Virus, Zika-Virus und sonstigen Arboviren, soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist.
#1 am 14.11.2017 von Horst Millich (Heilpraktiker/in)

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