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Chelator: Unterschied zwischen den Versionen

(Wichtige Chelatoren)
 
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Der menschliche Organismus weist verschiedene Chelatoren auf, darunter das [[Protoporphyrin]] als Vorläufer des [[Häm]]-Moleküls oder verschiedene [[Protein]]e (beispielsweise [[Transferrin]] oder [[Coeruloplasmin]]), die in der Lage sind, mehrwertige freie Ionen zu binden und damit pathologische Reaktionen zu verhindern.
 
Der menschliche Organismus weist verschiedene Chelatoren auf, darunter das [[Protoporphyrin]] als Vorläufer des [[Häm]]-Moleküls oder verschiedene [[Protein]]e (beispielsweise [[Transferrin]] oder [[Coeruloplasmin]]), die in der Lage sind, mehrwertige freie Ionen zu binden und damit pathologische Reaktionen zu verhindern.
  
==Therapeutishe Bedeutung==
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==Therapeutische Bedeutung==
 
Chelatoren haben die Fähigkeit, in [[Lösung]] vorkommende freie Ionen zu binden und damit chemisch zu inaktivieren. Diese Eigenschaft benutzt man häufig, um bei einer Vergiftung mit Metallionen (Beispiele: Blei, Eisen) die Ionen aus der Lösung auszukomplexieren und ihre [[toxisch]]e Wirkung auf den Organismus damit zu unterbinden.<br>
 
Chelatoren haben die Fähigkeit, in [[Lösung]] vorkommende freie Ionen zu binden und damit chemisch zu inaktivieren. Diese Eigenschaft benutzt man häufig, um bei einer Vergiftung mit Metallionen (Beispiele: Blei, Eisen) die Ionen aus der Lösung auszukomplexieren und ihre [[toxisch]]e Wirkung auf den Organismus damit zu unterbinden.<br>
  
 
==Diagnostische Bedeutung==
 
==Diagnostische Bedeutung==
In der medizinischen Diagnostik werden Chelatoren (besonders [[EDTA]]) verwendet, um in Blutproben das für die [[Blutgerinnung]] essentielle [[Kalzium]] zu binden und damit die Blutprobe ungerinnbar zu machen oder um mehrwertige Ionen durch das Verfahren der [[Komplexometrie]] nachzuweisen.
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In der medizinischen Diagnostik werden Chelatoren (besonders [[EDTA]]) verwendet, um in [[Blutprobe]]n das für die [[Blutgerinnung]] essentielle [[Kalzium]] zu binden und damit die Blutprobe ungerinnbar zu machen oder um mehrwertige Ionen durch das Verfahren der [[Komplexometrie]] nachzuweisen.
  
 
==Wichtige Chelatoren==
 
==Wichtige Chelatoren==
 
Im folgenden sind einige, für die Medizin wichtige Chelatoren aufgelistet:
 
Im folgenden sind einige, für die Medizin wichtige Chelatoren aufgelistet:
* [[EDTA]]: [[Antikoagulation]] von Blutproben [[in vitro]]
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* [[EDTA]]: [[Antikoagulation]] von Blutproben [[in vitro]], Spüllösung bei einer [[Wurzelkanalbehandlung]]
 
* [[Citrat]]: [[Antikoagulation]] von Blutproben [[in vitro]]
 
* [[Citrat]]: [[Antikoagulation]] von Blutproben [[in vitro]]
 
* [[Seignette-Salz]]: Bestandteil des [[Fehling-Reagens]] zum Nachweis von [[Aldehydgruppe]]n in [[Kohlenhydrat]]en
 
* [[Seignette-Salz]]: Bestandteil des [[Fehling-Reagens]] zum Nachweis von [[Aldehydgruppe]]n in [[Kohlenhydrat]]en
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* [[Eisenchelator]]en:
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** [[Deferoxamin]]: Bindet vorwiegend Fe(III) und Aluminium, zum Teil auch Fe(II), Zink und Kupfer
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** [[Deferasirox]]: Bindet nur Eisen
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** [[Deferipron]]: Bindet nur Eisen
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* [[Dimercaprol]]: außer Handel, von DMPS abgelöst
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* [[Dimercaptopropansulfonsäure]] (DMPS): Bei Intoxikationen mit [[Arsen]], [[Blei]] und [[Quecksilber]], [[Chrom]], [[Kupfer]], [[Kobalt]], [[Antimon]] und [[Bismut]]
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* [[Calciumtrinatriumpentetat]] (DTPA): Bei Intoxikationen mit Blei, [[Zink]] und [[Eisen]], Chelatkomplexbildung mit [[Gadolinium]] ([[Gadolinium-DTPA]]) zur Anwendung einer [[MRT]]-Untersuchung mit [[Kontrastmittel]]
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* [[D-Penicillamin]]: Bei Intoxikationen mit Blei, [[Gold]], Kupfer, Quecksilber, Kobalt, [[Cadmium]] und Zink, auch indiziert bei [[Morbus Wilson]] und [[rheumatoide Arthritis|rheumatoider Arthritis]]
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[[Fachgebiet:Chemie]]
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[[Tag:Chelator]]

Aktuelle Version vom 9. Juli 2019, 18:04 Uhr

Von griechisch: chele - Krebsschere
Synonyme: Chelatbildner, Chelon, Komplexon, Sequestrierungsmittel, Maskierungsmittel

1 Definition

Als Chelatoren bezeichnet man organische oder selten anorganische Verbindungen, die zwei oder mehr freie Elektronenpaare aufweisen und damit mehr als eine koordinative Bindung mit einem zentralen (Metall-)Ion eingehen können. Damit haben sie die Fähigkeit, zwei- oder mehrwertige Kationen in stabilen, ringförmigen Komplexen (sogenannte Chelate) zu fixieren.

2 Physiologische Bedeutung

Der menschliche Organismus weist verschiedene Chelatoren auf, darunter das Protoporphyrin als Vorläufer des Häm-Moleküls oder verschiedene Proteine (beispielsweise Transferrin oder Coeruloplasmin), die in der Lage sind, mehrwertige freie Ionen zu binden und damit pathologische Reaktionen zu verhindern.

3 Therapeutische Bedeutung

Chelatoren haben die Fähigkeit, in Lösung vorkommende freie Ionen zu binden und damit chemisch zu inaktivieren. Diese Eigenschaft benutzt man häufig, um bei einer Vergiftung mit Metallionen (Beispiele: Blei, Eisen) die Ionen aus der Lösung auszukomplexieren und ihre toxische Wirkung auf den Organismus damit zu unterbinden.

4 Diagnostische Bedeutung

In der medizinischen Diagnostik werden Chelatoren (besonders EDTA) verwendet, um in Blutproben das für die Blutgerinnung essentielle Kalzium zu binden und damit die Blutprobe ungerinnbar zu machen oder um mehrwertige Ionen durch das Verfahren der Komplexometrie nachzuweisen.

5 Wichtige Chelatoren

Im folgenden sind einige, für die Medizin wichtige Chelatoren aufgelistet:

Tags:

Fachgebiete: Chemie

Diese Seite wurde zuletzt am 9. Juli 2019 um 18:04 Uhr bearbeitet.

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