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Ceroidlipofuszinose: Unterschied zwischen den Versionen

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Neuronale '''Ceroidlipofuszinosen''', kurz '''NCLs''', sind eine [[heterogen]]e Gruppe progressiver, [[neurodegenerativ]]er, erblicher Erkrankungen, die u.a. mit [[Demenz]], [[Epilepsie]] und  [[Sehverlust]] einhergehen. Sie werden den [[Lysosomale Speicherkrankheit|lysosomalen Speichererkrankungen]] zugeordnet. Es existieren verschiedene Formen der Erkrankung, die in den meisten Fällen [[autosomal-rezessiv]] [[Vererbung|vererbt]] werden.
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==Epidemiologie==
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Betroffen ist eines von etwa 30.000 Neugeborenen. Damit sind die neuronalen Ceroidlipofuszinosen die häufigste Gruppe hirndegenerativer Krankheiten, die im Kindes- und Jugendalter ihren Anfang nehmen.
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Bisher sind zehn Typen der Erkrankung bekannt, die alle auf [[Mutation]]en in verschiedenen [[Gen]]en beruhen. Die Vererbung verläuft [[autosomal-rezessiv]]. Eine Ausnahme stellt die adulte Form (CLN4) dar, die [[autosomal-dominant]] vererbt wird.
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==Symptome und Verlauf==
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Die einzelnen CNL-Formen unterscheiden sich durch das Alter der Patienten bei Krankheitsbeginn. Die Hauptsymptome:
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Bei der ''kongenitalen Form'' (CLN10) sind, im Gegensatz zu allen anderen CLN-Formen, die Kinder bereits ab Geburt eindeutig krank. Die Kinder fallen mit [[Mikrozephalie]] und Krampfanfällen auf. Die Diagnostik erfolgt durch Messung der Aktivität von [[Cathepsin D]] in [[Leukozyt]]en oder Haut[[fibroblast]]en. Das [[lysosom]]ale [[Enzym]]s wird durch das Gen CTSD codiert. Bei eindeutig verminderter Aktivität steht die Diagnose fest, doch sollte zusätzlich eine Mutationsanalyse des betroffenen Gens durchgeführt werden, um der betroffenen Familie eine sichere genetische Beratung zu ermöglichen.
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==Therapie==
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Für die meisten Formen der Ekrankung existieren keine kausalen Therapien und es sind rein symptomatische Behandlungen angezeigt. Dabei steht eine umfassende [[palliativmedizin]]ische Betreuung im Vordergrund.
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Für die [[CLN2]] besteht die Möglichkeit einer [[Enzymersatztherapie]] mit [[Cerliponase alfa]].<ref>[https://www.pharmazeutische-zeitung.de/arzneistoffe/daten/2017/cerliponase-alfabrineurar402017/ Pharmazeutische Zeitung Cerliponase alfa|Brineura®|40|2017]], abgerufen am 29.11.2021</ref>
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==Weiteres==
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Forschungsaktivitäten werden unter anderem von der NCL- Stiftung [http://www.ncl-stiftung.de/deutsch/home/index.php] unterstützt. Um eine frühzeitige Diagnose zu ermöglichen, werden Ärzte speziell für die NCL sensibilisiert. Für Kinderärzte z.B. über dieses [http://www.ncl-stiftung.de/deutsch/media/dokumente/2011111_merkblatt_ncl_kinderaerzteemail.pdf Merkblatt].
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==Quellen==
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<references />
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[[Fachgebiet:Humangenetik]]
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[[Fachgebiet:Neurologie]]
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[[Tag:JNCL]]
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[[Tag:NCL]]
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[[Tag:Neuronale Ceroid- Lipofuszinosen]]
 +
[[Tag:Spielmeyer- Vogt- Krankheit]]

Aktuelle Version vom 30. November 2021, 18:51 Uhr

Synonyme: NCL, CLN, neuronale Ceroidlipofuszinose
Englisch: ceroid lipofuscinosis

1 Definition

Neuronale Ceroidlipofuszinosen, kurz NCLs, sind eine heterogene Gruppe progressiver, neurodegenerativer, erblicher Erkrankungen, die u.a. mit Demenz, Epilepsie und Sehverlust einhergehen. Sie werden den lysosomalen Speichererkrankungen zugeordnet. Es existieren verschiedene Formen der Erkrankung, die in den meisten Fällen autosomal-rezessiv vererbt werden.

2 Epidemiologie

Betroffen ist eines von etwa 30.000 Neugeborenen. Damit sind die neuronalen Ceroidlipofuszinosen die häufigste Gruppe hirndegenerativer Krankheiten, die im Kindes- und Jugendalter ihren Anfang nehmen.

3 Genetik

Bisher sind zehn Typen der Erkrankung bekannt, die alle auf Mutationen in verschiedenen Genen beruhen. Die Vererbung verläuft autosomal-rezessiv. Eine Ausnahme stellt die adulte Form (CLN4) dar, die autosomal-dominant vererbt wird.

4 Symptome und Verlauf

Die einzelnen CNL-Formen unterscheiden sich durch das Alter der Patienten bei Krankheitsbeginn. Die Hauptsymptome:

treten je nach Erkrankungsbeginn variabel auf.

Krankheitsverlauf2.JPG

5 Klassifikation

Typ Bezeichnung betroffenes Gen Manifestationsalter andere Bezeichnung(en)
CLN1 infantile NCL PPT1 spätes Säuglingsalter, auch Erwachsenenalter Hagberg-Santavuori-Krankheit
CLN2 (klassische) spätinfantile NCL TPP1 Kleinkindalter Jansky-Bielschowsky-Krankheit
CLN3 (klassische) juvenile NCL CLN3 Schulalter Stengel'sche Krankheit, Vogt-Spielmeyer-Stock-Krankheit (VSS), Batten disease
CLN4 adulte NCL (autosomal rezessiv oder dominant) DNAJC5 Erwachsenenalter Kufs-Syndrom, Batten-Kufs-Syndrom
CLN5 (finnische) spätinfantile NCL CLN5 Kleinkindalter
CLN6 Indisch-iberische NCL CLN6 Kleinkindalter
CLN7 türkische NCL MFSD8 Kleinkindalter
CLN8 nordische Epilepsie CLN8 Schulalter
CLN9 noch unbenannt CLN9 Schulalter
CLN10 noch unbenannt CTSD ab der Geburt

6 Diagnostik

Bei der kongenitalen Form (CLN10) sind, im Gegensatz zu allen anderen CLN-Formen, die Kinder bereits ab Geburt eindeutig krank. Die Kinder fallen mit Mikrozephalie und Krampfanfällen auf. Die Diagnostik erfolgt durch Messung der Aktivität von Cathepsin D in Leukozyten oder Hautfibroblasten. Das lysosomale Enzyms wird durch das Gen CTSD codiert. Bei eindeutig verminderter Aktivität steht die Diagnose fest, doch sollte zusätzlich eine Mutationsanalyse des betroffenen Gens durchgeführt werden, um der betroffenen Familie eine sichere genetische Beratung zu ermöglichen.

Bei Beginn der Erkrankung im Kleinkindalter sollten als erstes Enzymtests (Palmitoyl-Protein-Thioesterase auffällig bei CLN1 und Tripeptidyl-Peptidase-1 bei CLN2) durchgeführt werden. Sind diese unauffällig, so sollte in Gewebeproben nach den charakteristischen Ablagerungen, den Ceroid-Lipofuszinen, gesucht werden.

Bei Erkrankungsbeginn im Schulalter sollte ein Blutausstrich auf Lymphozytenvakuolen untersucht werden. Sind diese vorhanden, so gilt die Diagnose der juvenilen CNL (CLN3) als sicher. Es kann zusätzlich eine molekulargenetische Analyse des CLN3-Gens erfolgen. Liegt dort keine Mutation vor, muss man an atypische Formen (z.B. protrahierter Verlauf einer CLN1 oder CLN2) oder andere Mutationen (z.B. CLN8 oder CLN9) denken. Zur Diagnosesicherung der CLN sollte auch hier in Gewebeproben nach den charakteristischen Ablagerungen, den Ceroid-Lipofuszinen, gesucht werden.

7 Therapie

Für die meisten Formen der Ekrankung existieren keine kausalen Therapien und es sind rein symptomatische Behandlungen angezeigt. Dabei steht eine umfassende palliativmedizinische Betreuung im Vordergrund.

Für die CLN2 besteht die Möglichkeit einer Enzymersatztherapie mit Cerliponase alfa.[1]

8 Weiteres

Forschungsaktivitäten werden unter anderem von der NCL- Stiftung [1] unterstützt. Um eine frühzeitige Diagnose zu ermöglichen, werden Ärzte speziell für die NCL sensibilisiert. Für Kinderärzte z.B. über dieses Merkblatt.

9 Quellen

  1. Pharmazeutische Zeitung Cerliponase alfa|Brineura®|40|2017], abgerufen am 29.11.2021

Diese Seite wurde zuletzt am 30. November 2021 um 18:51 Uhr bearbeitet.

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