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Cefalotin

Version vom 30. November 2008, 16:19 Uhr von Sebastian Bickelhaupt (Diskussion | Beiträge)

Handelsnamen: Keflin® u.a.
Englisch: Cefalotin

1 Definition

Cefalotin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Cephalosporine der ersten Generation, das seine Anwendung bei der Behandlung von bakteriellen Infektionen findet.

2 Chemie

Die genaue chemische Bezeichnung (IUPAC-Name) von Cefalotin lautet: (6R,7R)-3-(acetoxymethyl)-8-oxo-7-(2-(thiophen-2-yl)acetamido)-5-thia-1-aza-bicyclo[4.2.0]oct-2-ene-2-carboxylic acid

Die Summenformel des Stoffes ist: C16H16N2O6S2.

Die Molekulare Masse (Molekulargewicht) beträgt: 396.44 g/mol

3 Wirkmechanismus

Cefalotin zählt als Cephalosporin der ersten Generation zu der Übergruppe der ß-Lactame und wirkt über eine Hemmung der Zellwandsynthese der Bakterien.

Cefalotin hemmt die Peptidoglykansynthese, die für die regelrechte Quervernetzung der Peptidoglykane innerhalb der Bakterienzellwand zuständig ist. Es kommt zu einem strukturellen Integritätsverlust und einer Störung des geregelten Aufbaus der Bakterienzellwand, der für die Bakterien überlebenswichtig ist (bakterizide Wirkung auf proliferierende Bakterien).

4 Pharmakokinetik

Cefalotin wird intravenöse (i.v.) appliziert und weißt nach der Applikation eine Halbwertszeit von 30 –60 Minuten auf. Es wird hepatisch metabolisiert und renal ausgeschieden.

5 Anwendungsgebiete

Cefalotin wird als ß-Lactam-Antibiotikum aus der Gruppe der Cephalosporine bei der Behandlung unterschiedlicher bakterieller Infektionen eingesetzt:

6 Wirkspektrum

Cefalotin weißt als Cephalosporin der ersten Generation ein Wirkspektrum auf, das vor allem die gram-positiven Bakterien umfasst.

Hierzu zählen unter anderem:

Bei der Anwendung von Cefalotin ist zu beachten, dass eine Enterokokkenlücke besteht und hiermit keine Wirkung gegen Enterokokken existiert. Auch in der Behandlung gegen Mykoplasmen und Chlamydien, sowie MRSA und Pseudomonas aeruginosa ist Cefalotin unwirksam.

7 Nebenwirkungen

Bei der Behandlung mit Cefalotin kann es zu verschiedenen unerwünschten Wirkungen kommen. Hierzu zählen unter anderem Überempfindlichkeitsreaktionen des Gastrointestinaltraktes mit dem Auftreten von Durchfall, Erbrechen und Übelkeit. Des weiteren kann es zu Schwindel und Elektrolytstörungen kommen. Ebenso sind Kreuzresistenzen mit Penicillinen bekannt.

In der Labordiagnostik ist die Kenntnis von Cefalotin von Bedeutung, da es bei der Anwendung zu einer Verfälschung der Zucker- und der Ketonkörperbestimmung im Urin, sowie des Coombs-Testes kommen kann.

8 Verordnungshinweis

Cefalotin ist verschreibungspflichtig.

Diese Seite wurde zuletzt am 30. November 2008 um 16:19 Uhr bearbeitet.

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