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Cefacetril

Version vom 30. November 2008, 16:20 Uhr von Sebastian Bickelhaupt (Diskussion | Beiträge)

Handelsnamen: Celospor®, Celtol®, Cristacef®. u.a.
Englisch: Cefacetril

1 Definition

Cefacetril ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Cephalosporine der ersten Generation, das seine Anwendung bei der Behandlung von bakteriellen Infektionen findet.

2 Chemie

Die genaue chemische Bezeichnung (IUPAC-Name) von Cefacetril lautet: (6R,7R)-3-(acetyloxymethyl)-7-[(2-cyanoacetyl)amino]- 8-oxo-5-thia-1-azabicyclo[4.2.0]oct-2-ene-2- carboxylic acid

Die Summenformel des Stoffes ist: C13H13N3O6S.

Die Molekulare Masse (Molekulargewicht) beträgt: 339.325 g/mol

3 Wirkmechanismus

Cefacetril zählt als Cephalosporin der ersten Generation zur Übergruppe der halbsynthetisch hergestellten ß-Lactame und wirkt durch eine Hemmung der Zellwandsynthese der Bakterien.

Cefacetril hemmt dabei die Peptidoglykansynthese, die für die regelrechte Quervernetzung der Peptidoglykane innerhalb der Bakterienzellwand maßgeblich ist. Hierdurch kommt es zu einem strukturellen Integritätsverlust und einer Störung des geregelten Aufbaus der Bakterienzellwand, der für die Bakterien überlebenswichtig ist (bakterizide Wirkung auf proliferierende Bakterien).

4 Pharmakokinetik

Cefacetril wird intravenös (i.v.) appliziert und weißt nach der Applikation eine Halbwertszeit von etwas mehr als einer Stunde auf. Es wird überwiegend über die Nieren ausgeschieden.

5 Anwendungsgebiete

Als ß-Lactam-Antibiotikum aus der Gruppe der Cephalosporine wird Cefacetril bei der Behandlung von unterschiedlichen bakteriellen Infektionen eingesetzt:

6 Wirkspektrum

Cefacetril weißt als Cephalosporin der ersten Generation ein Wirkspektrum auf, das vor allem die gram-positiven Bakterien umfasst.

Hierzu zählen unter anderem:

Bei der Anwendung von Cefacetril ist es bedeutend zu beachten, dass dieses eine Enterokokkenlücke aufweist und somit nicht gegen Enterokokken wirkt. Auch gegen Mykoplasmen und Chlamydien, sowie MRSA und Pseudomonas aeruginosa ist Cefacetril unwirksam.

7 Nebenwirkungen

Die Behandlung mit Cefacetril kann zu Nebenwirkungen führen, zu denen unter anderem zählen: Überempfindlichkeitsreaktionen des Gastrointestinaltraktes mit dem Auftreten von Durchfall, Erbrechen und Übelkeit. Ebenso kann es zu Schwindel und Elektrolytstörungen kommen. Des weiteren sind Kreuzresistenzen mit Penicillinen bekannt.

In der Labordiagnostik ist die Kenntnis von Cefacetril insofern Bedeutung, als es bei der Anwendung des Medikamentes zu einer Verfälschung der Zucker- und der Ketonkörperbestimmung im Urin, sowie des Coombs-Testes kommen kann.

8 Verordnungshinweis

Cefacetril ist verschreibungspflichtig.

Diese Seite wurde zuletzt am 30. November 2008 um 16:20 Uhr bearbeitet.

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