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Carotisangiographie: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Carotisangiographie''' ist ein [[invasiv]]es [[bildgebendes Verfahren]], das mit Hilfe von [[Kontrastmittel]]n den Innenraum ([[Lumen]]) der [[extrakraniell|extra-]] und [[intrakraniell]]en [[Gefäß]]e im [[Kopf]]- und [[Hals]]bereich sichtbar macht. Sie ermöglicht dadurch die Detektion von [[Stenose]]n, [[Gefäßmissbildung]]en und [[Aneurysma|Aneurysmen]] in den [[Karotide]]n und den von ihnen gespeisten [[Hirngefäß]]en. 
  
Die Carotis-Angiographie ist ein invasives bildgebendes Verfahren, das mit Hilfe von Kontrastmitteln den Innenraum (Lumen) der Carotisgefäße sichtbar macht. Sie bietet damit die Möglichkeit, Carotis-Stenosen und -aneurysmen der aufsteigenden Gefäße sichtbar zu machen.
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==Untersuchungsmethoden==
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Es gibt verschiedene Möglichkeiten der angiographischen Darstellung der Kopf-Hals-Gefäße. Die konventionelle Methode ist die [[digitale Subtraktionsangiographie]] (DSA).  
  
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In der Regel wird der Zugang für die Kontrastmittelinjektion mittels [[transfemoral]]er [[Katheter]]technik gelegt. Sie ist die sicherste und einfachste Methode. Weitere Zugangsmöglichkeiten sind:
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* Carotisdirektpunktion: Sie ist verbunden mit dem Risiko einer [[Carotisdissektion]].
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* [[Transbrachial]]e Kathetertechnik: Der Zugang erfolgt in der Regel über die rechte [[Arteria brachialis]]. Sie ist indiziert, wenn sich bei dem Patienten kein [[Leistenpuls]] tasten lässt.
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* [[Gegenstromangiographie]]: Die Kontrastmittelinjektion erfolgt über die Arteria brachialis in die Gegenrichtung des physiologischen Blutstroms. Von Nachteil ist die teils unvollständige Darstellung der Gefäße.
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Eine simultane, beidseitige [[Angiographie]] kann bei Verdacht auf [[vertebrobasilär]]e Gefäßprozesse durchgeführt werden.
  
Der Linksherzkatheter wird über die Aorta in die richtigen Position der Abgänge der A. carotis communis gebracht. Es wird ein entsprechendes Kontrastmittel eingebracht, deren Verteilung über die begleitenden Bildgebung beobachtet und digital aufgezeichnet wird. Das Kontrastmittel wird routinemäßig über einen intravenösen Zugang der Peripherie eingebracht. Aufgrund der Strahlenbelastungen wird im Bereich des Kopfes und Halses die Bildgebung per MRT empfohlen.
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==Indikationen==
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Die häufigste Indikation zur Durchführung einer Carotisangiographie ist der [[Schlaganfall]]. Darüberhinaus ermöglicht sie die Darstellung von bisher unentdeckten Gefäßanomalien, Aneurysmen oder Stenosen im Strömungsbereich der [[Arteria carotis interna]], der [[Arteria carotis externa]] und den [[Arteria vertebralis|Arteriae vertebrales]] inklusive ihrer Gefäßäste. Die Ziele der angiographischen Untersuchung sind:
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* Identifikation eines [[Gefäßverschluss]]es
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* Erfassung der Länge des Gefäßverschlusses
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* Darstellung und [[morphologisch]]e Beurteilung von Stenosen
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* Detektion von [[Gefäßerweiterung]]en und [[Elongation]]en
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* Detektion von Gefäßmissbildungen (z.B. [[Angiom]]e)
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* Beurteilung der [[intrakraniell]]en [[Reservekapazität]] durch die Kollateralversorgung
  
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==Ablauf==
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Im [[Aufklärung]]gespräch sollten die Patienten darauf hingewiesen werden, während der Untersuchung Kopf- und Halsbewegungen sowie das Schlucken zu vermeiden.
  
3 Projektionen
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Der Katheter wird über den entsprechenden Zugangsweg in die Nähe der Abgänge der [[Arteria carotis communis]] eingebracht. Anschließend wird das Kontrastmittel injiziert. Die Verteilung des Kontrastmittels kann über die begleitende Bildgebung beobachtet und digital aufgezeichnet werden.
  
Bei der Carotisangiografie werden spezielle Projektionen verwendet, um die aufsteigenden Gefäße der Versorgung des Kopfes ohne Verzerrung darzustellen und Überlagerungen zu vermeiden. Der Strahlengang wird dazu in verschiedenen Winkeln zur Medianebene sowie zur Horizontalebene eingestellt. Der Surview erfolgt in der Regel per Einstellung dual von 90° im 180°, der Scanbereich wird festgelegt vom Aortenbogen o. der Karotisbifurkation bis zur Schädelkalotte.
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==Projektionen==
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Bei der Carotisangiografie werden spezielle Projektionen verwendet, um die aufsteigenden Gefäße des Kopf- und Halsbereiches ohne Verzerrung darzustellen und Überlagerungen zu vermeiden. Dazu sollten mehrere Projektionen, mindestens jedoch zwei [[orthogonal]]e durchgeführt werden. Der Strahlengang wird dazu in verschiedenen Winkeln zur [[Median]]ebene sowie zur [[Horizontalebene]] eingestellt. Der Scanbereich liegt zwischen dem [[Aortenbogen]] bzw. [[Karotisbifurkation]] und der [[Schädelkalotte]].
  
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==Alternativen==
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Als Alternative zum konventionellen Vorgehen kommen u.a. folgende Methoden in Betracht:
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* [[Magnetresonanzangiografie]] (MRA)
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* [[CT-Angiografie]] (CTA)
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* [[Doppler-Sonographie]]
  
Die Indikation zur diagnostischen Carotisangiographie muss aufgrund der Strahlenbelastung eng gestellt werden.
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Ein Vorteil dieser Methoden besteht darin, dass sie [[nichtinvasiv]] durchgeführt werden können bzw. das Kontrastmittel [[intravenös]] verabreicht wird. Darüber hinaus sind die Patienten bei den Untersuchungen mittels MRA oder Doppler-Sonographie keinerlei [[Strahlenbelastung]] ausgesetzt.
Zur genauen Darstellung von Gefäßanomalien, Aneurysmen oder Stenose im Strömungsbereich der A. carotis interna und folgenden Gefäßstämmen.
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[[Fachgebiet:Diagnostik]]
 
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[[Fachgebiet:Radiologie]]
5 Alternativen
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[[Tag:Angiographie]]
 
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[[Tag:Apoplex]]
Als Alternative zum konventionellen Vorgehen kommen drei Methoden in Betracht.
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[[Tag:Digitale Subtraktionsangiographie]]
 
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- Carotis Magnetresonanz-Angiografie (MR-MRT)
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- Nichtinvasive CT-Carotisangiografie
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- Doppler-Sonografie
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Der Vorteil dieser Methoden liegt darin, dass sie nicht-invasiv, d.h. deutlich risikoärmer sind. Beim MR-MRT kommt noch die geringere Strahlenbelastung hinzu.
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Aktuelle Version vom 7. Mai 2021, 16:39 Uhr

Englisch: carotid angiography

1 Definition

Die Carotisangiographie ist ein invasives bildgebendes Verfahren, das mit Hilfe von Kontrastmitteln den Innenraum (Lumen) der extra- und intrakraniellen Gefäße im Kopf- und Halsbereich sichtbar macht. Sie ermöglicht dadurch die Detektion von Stenosen, Gefäßmissbildungen und Aneurysmen in den Karotiden und den von ihnen gespeisten Hirngefäßen.

2 Untersuchungsmethoden

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der angiographischen Darstellung der Kopf-Hals-Gefäße. Die konventionelle Methode ist die digitale Subtraktionsangiographie (DSA).

In der Regel wird der Zugang für die Kontrastmittelinjektion mittels transfemoraler Kathetertechnik gelegt. Sie ist die sicherste und einfachste Methode. Weitere Zugangsmöglichkeiten sind:

  • Carotisdirektpunktion: Sie ist verbunden mit dem Risiko einer Carotisdissektion.
  • Transbrachiale Kathetertechnik: Der Zugang erfolgt in der Regel über die rechte Arteria brachialis. Sie ist indiziert, wenn sich bei dem Patienten kein Leistenpuls tasten lässt.
  • Gegenstromangiographie: Die Kontrastmittelinjektion erfolgt über die Arteria brachialis in die Gegenrichtung des physiologischen Blutstroms. Von Nachteil ist die teils unvollständige Darstellung der Gefäße.

Eine simultane, beidseitige Angiographie kann bei Verdacht auf vertebrobasiläre Gefäßprozesse durchgeführt werden.

3 Indikationen

Die häufigste Indikation zur Durchführung einer Carotisangiographie ist der Schlaganfall. Darüberhinaus ermöglicht sie die Darstellung von bisher unentdeckten Gefäßanomalien, Aneurysmen oder Stenosen im Strömungsbereich der Arteria carotis interna, der Arteria carotis externa und den Arteriae vertebrales inklusive ihrer Gefäßäste. Die Ziele der angiographischen Untersuchung sind:

4 Ablauf

Im Aufklärunggespräch sollten die Patienten darauf hingewiesen werden, während der Untersuchung Kopf- und Halsbewegungen sowie das Schlucken zu vermeiden.

Der Katheter wird über den entsprechenden Zugangsweg in die Nähe der Abgänge der Arteria carotis communis eingebracht. Anschließend wird das Kontrastmittel injiziert. Die Verteilung des Kontrastmittels kann über die begleitende Bildgebung beobachtet und digital aufgezeichnet werden.

5 Projektionen

Bei der Carotisangiografie werden spezielle Projektionen verwendet, um die aufsteigenden Gefäße des Kopf- und Halsbereiches ohne Verzerrung darzustellen und Überlagerungen zu vermeiden. Dazu sollten mehrere Projektionen, mindestens jedoch zwei orthogonale durchgeführt werden. Der Strahlengang wird dazu in verschiedenen Winkeln zur Medianebene sowie zur Horizontalebene eingestellt. Der Scanbereich liegt zwischen dem Aortenbogen bzw. Karotisbifurkation und der Schädelkalotte.

6 Alternativen

Als Alternative zum konventionellen Vorgehen kommen u.a. folgende Methoden in Betracht:

Ein Vorteil dieser Methoden besteht darin, dass sie nichtinvasiv durchgeführt werden können bzw. das Kontrastmittel intravenös verabreicht wird. Darüber hinaus sind die Patienten bei den Untersuchungen mittels MRA oder Doppler-Sonographie keinerlei Strahlenbelastung ausgesetzt.

Diese Seite wurde zuletzt am 7. Mai 2021 um 16:39 Uhr bearbeitet.

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