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Carbapenemase: Unterschied zwischen den Versionen

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Eine starke regionale Häufung fand sich bei KPC-2 bildenden Klebsiella pneumonia Isolaten in Sachsen so dass das NRZ hier von einem endemischen Vorkommen spricht.
 
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KPC-1 wurde erstmals 1996 in Baltminore isoliert. Ebenfalls an der Ostküste der USA wurden in den darauffolgenden beiden Jahren zwei weitere, durch Punktmutationen entstandene Genotypen KPC-2 und KPC-3 entdeckt.
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Innerhalb wenigere Jahre war eine weltweite Verbreitung der KPC-Gene zu beobachten mit Ausbrüchen in Lateinamerika, China und Europa.
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KPC-Carbapenemasen kommen hauptsächlich plasmid-codiert bei Klebsiella pneumoniae vor. Doch wurden KPC-Carbapenemasen auch bereits durch horizontalen Gentransfer an andere Spezies wie [[Salmonellen]], [[Enterobacter]] spp. und [[Pseudomonas aeruginosa]] weitergegeben.
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==Quellen==
 
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Version vom 28. November 2013, 15:50 Uhr

1 Definiton

Carbapenemasen sind Enzyme aus der Familie der Beta-Laktamasen. Sie sind in der Lage Carbapeneme zu hydrolysieren und dadurch wirkungslos zu machen. Darüberhinaus spalten sie bis auf wenige Ausnahmen auch alle anderen Beta-Laktam-Antibiotika. Die enzymatische Aktivität der Carbapenemasen lässt sich typischerweise nicht durch die gängigen Beta-Laktamase-Inhibitoren hemmen.

2 Einteilung

Beta-Laktamasen werden nach Ambler anhand ihrer Aminosäuresequenz in 4 homologe Gruppen A,B,C und D unterteilt. Carbapenemasen als Untergruppe der Beta-Laktamasen finden sich in den Gruppen A,B und D. Die Einteilung nach Ambler deckt sich mit einer Einteilung nach funktionellen Aspekten.

Gruppe nach Ambler Enzym Charakteristika Genotypen
A Serin-Protease Inhibition durch Clavulansäure und Tazobactam KPC
B Metallo-Proteinase Inhibition durch EDTA NDM, VIM, IMP, GIM
D Serin-Protease Keine Inhibition durch Clavulansäure,Tazobactam oder EDTA OXA

3 Aktuelle Situation in Deutschland (Stand 2013)

Die Anzahl der eingesandten Isolate an das Nationale Referenzzentrum (NRZ) für gram-negative Krankenhauserreger hat sich von 2011 auf 2012 verdoppelt. 2012 wurde unter den knapp 4000 Einsendungen bei 1.191 Isolaten eine Carbapenemase nachgewiesen. Obwohl die Daten auf freiwilligen Einsendungen beruhen, also nicht standardisiert erhoben wurden, sieht das NRZ hierin eine besorgniserregende Ausbreitung.

Besonders häufig wurden Carbapenemasen bei Klebsiella pneumoniae und anderen Enterobacteriaceae sowie bei den Nonfermentern Pseudomonas aeruginosa und Acinetobacter baumannii dedektiert.

In Deutschland überwiegen die Genotypen Oxa-48 und Oxa-23 die knapp die Hälfte aller registrierten Carbapenemasen ausmachen. Carbapenemasen vom KPC- bzw. VIM-Typ fanden sich bei ca. 20% der Carbapenemase-Bildnern. Weitere Carbapenemasen wie NDM oder GIM wurden seltener isoliert, doch auch hier ist eine deutlich steigende Inzidenz zu verzeichnen.

Eine starke regionale Häufung fand sich bei KPC-2 bildenden Klebsiella pneumonia Isolaten in Sachsen so dass das NRZ hier von einem endemischen Vorkommen spricht.

4 Beschreibung der Genotypen

4.1 Gruppe A - Serinprotease

4.1.1 KPC - Klebsiella pneumoniae-carbapenemase

KPC-1 wurde erstmals 1996 in Baltminore isoliert. Ebenfalls an der Ostküste der USA wurden in den darauffolgenden beiden Jahren zwei weitere, durch Punktmutationen entstandene Genotypen KPC-2 und KPC-3 entdeckt. Innerhalb wenigere Jahre war eine weltweite Verbreitung der KPC-Gene zu beobachten mit Ausbrüchen in Lateinamerika, China und Europa. KPC-Carbapenemasen kommen hauptsächlich plasmid-codiert bei Klebsiella pneumoniae vor. Doch wurden KPC-Carbapenemasen auch bereits durch horizontalen Gentransfer an andere Spezies wie Salmonellen, Enterobacter spp. und Pseudomonas aeruginosa weitergegeben.


5 Quellen

Queenan and Bush, 2007, Carbapenemases: the versatile β-lactamses

Nordmann et al., 2013, Global Spread of Carbapenemaseproducing Enterobacteriaceae

Epidemiologisches Bulletin 19/2013, RKI

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