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Calciumstein: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Calciumsteine''' sind die häufigste Form von Harnsteinen, welche im Rahmen einer Urolithiasis vorliegen. Sie machen in Form von Calciumphosphatsteinen und Calciumoxalatsteinen etwa 80 % aller Harnsteine aus.
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'''Calciumsteine''' sind die häufigste Form von [[Harnstein]]en, die im Rahmen einer [[Urolithiasis]] vorliegen. Sie machen etwa 80 % aller Harnsteine aus.
  
 
==Steinentstehung==
 
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Calciumsalze kristallisieren bei Überschreitung ihres Löslichkeitsproduktes aus. Als Kristallisationspartikel dienen dabei unebene Partikel im Urin, beispielsweise das Natriumsalz der Harnsäure. Bereits gebildete kleine Kristalle ziehen elektrostatisch weitere Calciumsalzkristalle an.
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Calciumsalze kristallisieren bei Überschreitung ihres [[Löslichkeitsprodukt]]es aus. Als Kristallisationspartikel dienen dabei unebene Partikel im [[Urin]], beispielsweise das [[Natrium]]salz der [[Harnsäure]]. Bereits gebildete kleine Kristalle ziehen elektrostatisch weitere Calciumsalzkristalle an.
  
Eine Sonderform des Calciumsteins sind die Karbonatapatitsteine, welche bei calciumreichem, alkalischem Harn, im Rahmen eines Harnwegsinfektes entstehen.
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Je nach vorherrschendem Salztyp entstehen vor allem Calciumoxalatsteine (mit [[Oxalat]]) und Calciumphosphatsteine (mit [[Phosphat]]).
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Eine Sonderform des Calciumsteins sind die [[Karbonatapatitstein]]e, welche bei calciumreichem, [[alkalisch]]em Harn, im Rahmen eines [[Harnwegsinfekt]]es entstehen.
  
 
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Die Entstehung von Calciumsteinen wird begünstigt durch:
 
Die Entstehung von Calciumsteinen wird begünstigt durch:
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* Hyperoxalurie (z.B. alimentär bedingt, bei gesteigerter Resorption im Rahmen eines Morbus Crohn, primäre Oxalurie)  
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* [[Hyperoxalurie]] (z.B. [[alimentär]] bedingt, bei gesteigerter [[Resorption]] im Rahmen eines [[Morbus Crohn]], [[primäre Oxalurie]])  
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==Inhibierende Faktoren==
 
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Neben die Steinentstehung begünstigenden Faktoren sind auch die Calciumsteinentstehung hemmende Faktoren bekannt. Zu ihnen zählen:
 
Neben die Steinentstehung begünstigenden Faktoren sind auch die Calciumsteinentstehung hemmende Faktoren bekannt. Zu ihnen zählen:
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* Heparin
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* Nephrocalcin
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* [[Nephrocalcin]]
* Tamm-Horsfall-Mukoprotein
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* Pyrophosphat (steigert Löslichkeitsprodukt)
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* [[Pyrophosphat]] (steigert Löslichkeitsprodukt)
  
 
==Prophylaxe==
 
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Bei Patienten mit bekannter Calciumsteinanamnese sollte eine moderate Ansäuerung des Urins angestrebt werden (z.B. durch Trinken von Apfelsaft bei auch ansonsten hoher Trinkmenge, eventuell Vitamin C). Unter Umständen kann eine Behandlung mit ansäuernden Medikamenten, welche Citrat und Magnesium enthalten, zur Vorbeugung von Rezidiven vorbeugen.
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Bei Patienten mit bekannter Calciumsteinanamnese sollte eine moderate Ansäuerung des Urins angestrebt werden (z.B. durch Trinken von Apfelsaft bei auch ansonsten hoher Trinkmenge, eventuell [[Vitamin C]]). Unter Umständen kann eine Behandlung mit ansäuernden Präparaten, welche [[Citrat]] und [[Magnesium]] enthalten, zur Vorbeugung von Rezidiven beitragen.

Version vom 16. Januar 2007, 20:39 Uhr

1 Definition

Calciumsteine sind die häufigste Form von Harnsteinen, die im Rahmen einer Urolithiasis vorliegen. Sie machen etwa 80 % aller Harnsteine aus.

2 Steinentstehung

Calciumsalze kristallisieren bei Überschreitung ihres Löslichkeitsproduktes aus. Als Kristallisationspartikel dienen dabei unebene Partikel im Urin, beispielsweise das Natriumsalz der Harnsäure. Bereits gebildete kleine Kristalle ziehen elektrostatisch weitere Calciumsalzkristalle an.

Je nach vorherrschendem Salztyp entstehen vor allem Calciumoxalatsteine (mit Oxalat) und Calciumphosphatsteine (mit Phosphat).

Eine Sonderform des Calciumsteins sind die Karbonatapatitsteine, welche bei calciumreichem, alkalischem Harn, im Rahmen eines Harnwegsinfektes entstehen.

3 Begünstigende Faktoren

Die Entstehung von Calciumsteinen wird begünstigt durch:

4 Inhibierende Faktoren

Neben die Steinentstehung begünstigenden Faktoren sind auch die Calciumsteinentstehung hemmende Faktoren bekannt. Zu ihnen zählen:

5 Prophylaxe

Bei Patienten mit bekannter Calciumsteinanamnese sollte eine moderate Ansäuerung des Urins angestrebt werden (z.B. durch Trinken von Apfelsaft bei auch ansonsten hoher Trinkmenge, eventuell Vitamin C). Unter Umständen kann eine Behandlung mit ansäuernden Präparaten, welche Citrat und Magnesium enthalten, zur Vorbeugung von Rezidiven beitragen.

Fachgebiete: Nephrologie

Diese Seite wurde zuletzt am 16. Januar 2007 um 20:39 Uhr bearbeitet.

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