Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Calcium

Version vom 6. Mai 2016, 09:18 Uhr von Marcus Wagner (Diskussion | Beiträge)

Chemisches Symbol: Ca
Synonym: Calcium
Englisch: calcium

1 Definition

Kalzium bzw. Calcium ist ein zweiwertiges Erdalkali-Metall mit der Ordnungszahl 20 und einem mittleren Atomgewicht von etwa 40 g/mol.

2 Aufgaben

Im menschlichen Organismus kommt Kalzium in überwiegender Menge im Knochen vor (ca. 99%), wo es als Phophatsalz in Form von Hydroxylapatit (Ca5[PO4]3OH) vorliegt. Es ist in allererster Linie für Festigkeit des Knochens verantwortlich und hat eine Reservoirfunktion.

Weitere Funktionen der ionisierten Form - Ca2+:

im Intrazellularraum im Extrazellularraum
Bestandteil von Signalkaskaden für verschiedenste Prozesse wie Migration, Sekretion (z.B. Hormone), metabolische Veränderungen, Zellteilung Regulation der neuromuskulären Erregbarkeit
Muskelkontraktion Aktivierung der Gerinnungskaskade
Aktivierung des Komplementsystems

3 Nahrungsbedarf

Kalzium muss in ausreichender Menge mit der Nahrung zugeführt werden. Der Bedarf richtet sich am Knochenstoffwechsel aus und liegt bei Erwachsenen zwischen 800 und 1.200 mg pro Tag. Bei Heranwachsenden, in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie postmenopausal werden 1.500 mg und mehr pro Tag benötigt. Kalziumreiche Lebensmittel sind insbesondere Milchprodukte, Soja, bestimmte Gemüsesorten und kalziumhaltige Mineralwässer.

4 Physiologie

Zur Kalziumresorption wird Vitamin D3 benötigt, welches wiederum unter anderem unter dem Einfluss von UV-Strahlen in der Haut gebildet wird. Einen weiteren großen Einfluss auf den Kalziumhaushalt hat das Parathormon, welches die Kalziumresorption steigert, seinen Einbau in den Knochen hemmt und somit zu einer Erhöhung des Serumkalzium führt. Calcitonin wirkt diesem Prozess entgegen, indem es für den Einbau von Kalzium in den Knochen sorgt.

Im Serum sind knapp 50% des Kalziums an Proteine gebunden, die anderen 50% finden sich als freie Ionen. Dieser Anteil wird u.a. durch Proteine (niedriges Kalzium bei hohem Proteingehalt) und durch den pH-Wert des Blutes beeinflusst. Bei Azidose steigt das Serumkalzium, bei Alkalose sinkt es. Ein hoher Serumkalziumwert kann eine akute Pankreatitis, eine hypertrophe Osteopathie, eine Nephrolithiasis sowie Magenulzera begünstigen.

siehe auch: Hyperparathyreoidismus

5 Kalziumbestimmung

Zur Bestimmung des Kalziumspiegels kommt zum einen das freie, ionisierte Kalzium und zum anderen das Gesamtkalzium, das zusätzlich das proteingebundene und das komplexierte Kalzium erfasst, in Frage. Beide Werte sind als diagnostisch gleichwertig anzusehen sofern der Blut pH und das Gesamteiweiß bzw. das Albumin normal sind. Ist das nicht der Fall so kommt es bei der Bestimmung des Gesamtkalzium zu Verschiebungen die im Falle der Proteine mit folgenden Formeln näherungsweise korrigiert werden könenn:[1]

Korrigiertes Ca [mmol/l] = gemessenes Ca [mmol/l] - 0,025 x Albumin [g/l] + 1

oder

Korrigiertes Ca [mmol/l] = gemessenes Ca [mmol/l] / (0,6 + Gesamteiweiß [g/l] /194)

Die Messung des freien, ionisierten Kalziums eignet sich aufgrund der raschen Veränderungen im Probenröhrchen (Präanalytik) eher für den POCT Bereich zum Beispiel im Rahmen einer Blutgasanalyse.

6 Literatur

  1. Payne RB, et al. Interpretation of serum calcium in patients with abnormal serum proteins. Br Med J 1973 Dec 15;4(5893):643-6. PMID 4758544

Fachgebiete: Chemie

Diese Seite wurde zuletzt am 13. Januar 2021 um 13:03 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

28 Wertungen (2.71 ø)

128.454 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
Sprache:
DocCheck folgen: