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Calcitriol: Unterschied zwischen den Versionen

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Calcitriol ist die wirkungsvollste Form des Vitamin D. Es sorgt für die Resorption von [[Kalzium]] aus [[Darm]] und [[Niere]] sowie für den Einbau von kalziumhaltigem [[Hydroxylapatit]] in die [[Knochenmatrix]]. Innerhalb der Zelle wird Calcitriol an ein spezielles [[Rezeptor]]protein, den [[Vitamin-D-Rezeptor]] (VDR) gebunden. Der entstehende Vitamin-Rezeptor-Komplex wird in den [[Zellkern]] transportiert und verändert dort die [[Transkription]] verschiedener hormonsensitiver [[Gen]]e und damit die von ihnen kontrollierte [[Proteinbiosynthese]].
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Im ersten Schritt wird Cholesterin in der Leber zu [[7-Dehydrocholesterin]] (Provitamin D3) umgebaut. Dieses gelangt in die Haut, wo ein [[Steran]]ring des 7-Dehydrocholesterins mithilfe von [[UV-Strahlung]] aufgebrochen wird, sodass [[Cholecalciferol]] (Vitamin D3) entsteht. In der Leber wird das Cholecalciferol am [[Kohlenstoffatom]] 25 hydroxyliert, sodass 25-Hydroxycholecalciferol entsteht. Der letzte Schritt findet in der [[Niere]] statt. Hier wird 25-Hydroxycholecalciferol erneut hydroxyliert, diesmal am C<sup>1</sup>, und es entsteht das wirksame 1,25-Dihydroxycholecalciferol (Calcitriol).
 
Im ersten Schritt wird Cholesterin in der Leber zu [[7-Dehydrocholesterin]] (Provitamin D3) umgebaut. Dieses gelangt in die Haut, wo ein [[Steran]]ring des 7-Dehydrocholesterins mithilfe von [[UV-Strahlung]] aufgebrochen wird, sodass [[Cholecalciferol]] (Vitamin D3) entsteht. In der Leber wird das Cholecalciferol am [[Kohlenstoffatom]] 25 hydroxyliert, sodass 25-Hydroxycholecalciferol entsteht. Der letzte Schritt findet in der [[Niere]] statt. Hier wird 25-Hydroxycholecalciferol erneut hydroxyliert, diesmal am C<sup>1</sup>, und es entsteht das wirksame 1,25-Dihydroxycholecalciferol (Calcitriol).
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Calcitriol ist die wirkungsvollste Form des [[Vitamin D]]. Es sorgt für die Resorption von [[Kalzium]] aus [[Darm]] und [[Niere]] sowie für den Einbau von kalziumhaltigem [[Hydroxylapatit]] in die [[Knochenmatrix]].
  
 
==Pathophysiologie==
 
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Ein Mangel an Calcitriol kann zu [[Osteoporose]] führen. Eine erhöhter Calcitriol-Spiegel führt zur [[Symptomatik]] der [[Hyperkalzämie]].
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Ein Mangel an Calcitriol kann zu [[Osteoporose]] führen. Erhöhte [[Glukokortikoid]]spiegel hemmen die Calcitriolsynthese. Eine erhöhter Calcitriol-Spiegel führt zur [[Symptomatik]] der [[Hyperkalzämie]].
 
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Aktuelle Version vom 13. Juni 2019, 13:06 Uhr

Synonyme: 1,25-Dihydroxycholecalciferol, 1,25-(OH)2-Vitamin-D3
Englisch: 1,25-dihydroxycholecalciferol, calcitriol

1 Definition

Als Calcitriol bezeichnet man das doppelt hydroxylierte Vitamin D3, das von tierischen Organismen aus Cholesterin synthetisiert werden kann. Das zur Gruppe der Calciferole gehörige Vitamin-artige Hormon entsteht aus Calcidiol durch Anhängen einer zweiten OH-Gruppe an das C1-Atom in der Niere.

2 Biochemie

2.1 Synthese

Calcitriol wird aus dem körpereigenen Cholesterin hergestellt und muss deshalb nicht von außen zugeführt werden. Im ersten Schritt wird Cholesterin in der Leber zu 7-Dehydrocholesterin (Provitamin D3) umgebaut. Dieses gelangt in die Haut, wo ein Steranring des 7-Dehydrocholesterins mithilfe von UV-Strahlung aufgebrochen wird, sodass Cholecalciferol (Vitamin D3) entsteht. In der Leber wird das Cholecalciferol am Kohlenstoffatom 25 hydroxyliert, sodass 25-Hydroxycholecalciferol entsteht. Der letzte Schritt findet in der Niere statt. Hier wird 25-Hydroxycholecalciferol erneut hydroxyliert, diesmal am C1, und es entsteht das wirksame 1,25-Dihydroxycholecalciferol (Calcitriol).

2.2 Signalweg

Innerhalb der Zelle wird Calcitriol an ein spezielles Rezeptorprotein, den Vitamin-D-Rezeptor (VDR) gebunden. Der entstehende Vitamin-Rezeptor-Komplex wird in den Zellkern transportiert und verändert dort die Transkription verschiedener hormonsensitiver Gene und damit die von ihnen kontrollierte Proteinbiosynthese.

3 Physiologie

Calcitriol ist die wirkungsvollste Form des Vitamin D. Es sorgt für die Resorption von Kalzium aus Darm und Niere sowie für den Einbau von kalziumhaltigem Hydroxylapatit in die Knochenmatrix.

4 Pathophysiologie

Ein Mangel an Calcitriol kann zu Osteoporose führen. Erhöhte Glukokortikoidspiegel hemmen die Calcitriolsynthese. Eine erhöhter Calcitriol-Spiegel führt zur Symptomatik der Hyperkalzämie.

Fachgebiete: Biochemie

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