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C1-Esterase-Inhibitor: Unterschied zwischen den Versionen

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Der '''C1-Esterase-Inhibitor''' ist ein sehr wichtiger Regulator des [[Komplementsystem]]s, der Kontrolle über die Aktivierung des [[Komplementfaktor]]s C1 ausübt. Er gehört zu den [[Serpin]]en und kann als [[Serin-Protease-Inhibitor]] bezeichnet werden. Der C1-Esterase-Inhibitor zirkuliert um [[Blutkreislauf]], wobei der [[Physiologie|physiologische]] Wert im [[Blut]] zwischen 0,25 - 0,45 g/l liegt.
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Der '''C1-Esterase-Inhibitor''' ist ein sehr wichtiger Regulator des [[Komplementsystem]]s, der Kontrolle über die Aktivierung des [[Komplementfaktor]]s C1 ausübt. Ebenfalls spielt er als [[Proteinaseinhibitor]] innerhalb der [[Gerinnungshemmung]] eine wichtige Rolle, da er [[Faktor XI]], [[Faktor XII]] sowie [[Kallikrein]] inaktiviert. Er gehört zu den [[Serpin]]en und kann als [[Serin-Protease-Inhibitor]] bezeichnet werden. Der C1-Esterase-Inhibitor zirkuliert um [[Blutkreislauf]], wobei der [[Physiologie|physiologische]] Wert im [[Blut]] zwischen 0,25 - 0,45 g/l liegt.
  
 
==Genetik==
 
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Version vom 10. Mai 2016, 17:20 Uhr

Synonyme: Plasmaprotease C1-Inhibitor, C1-INH

1 Definition

Der C1-Esterase-Inhibitor ist ein sehr wichtiger Regulator des Komplementsystems, der Kontrolle über die Aktivierung des Komplementfaktors C1 ausübt. Ebenfalls spielt er als Proteinaseinhibitor innerhalb der Gerinnungshemmung eine wichtige Rolle, da er Faktor XI, Faktor XII sowie Kallikrein inaktiviert. Er gehört zu den Serpinen und kann als Serin-Protease-Inhibitor bezeichnet werden. Der C1-Esterase-Inhibitor zirkuliert um Blutkreislauf, wobei der physiologische Wert im Blut zwischen 0,25 - 0,45 g/l liegt.

2 Genetik

Das für den menschlichen C1-Esterase-Inhibitor codierende Gen befindet sich im Erbgut auf dem Chromosom 11. Dort liegt es auf dem Bereich von Genlocus 11q11 bis q13.1. Der Name des entsprechenden Gens lautet SERPING1.

3 Chemie

Bei dem C1-Esterase-Inhibitor handelt es sich um ein Polypeptid. Dieses setzt sich zusammen aus einer Proteinkette, bestehend aus einer Aufeinanderreihung von 478 Aminosäuren.

4 Besonderheiten

Der beschriebene Serin-Protease-Inhibitor ist der größte seiner Art in der Gruppe der Serpin-Proteine. Biochemiker gehen davon aus, dass es sich außerdem um das am höchsten glykosylierte Protein dieser Gruppe handelt. Bewiesen ist diese Behauptung allerdings bisher noch nicht. Es handelt sich bei dem C1-Esterase-Inhibitor um ein nicht-membrangebundenes Protein. Ungewöhnlicherweise enthält es O-glykosylierte Rückstände, wie es eher für membrangebundene Proteine üblich ist.

5 Pathophysiologie

Liegt ein Mangel an dem C1-Esterase-Inhibitor vor, kommt es klinisch zur Ausbildung eines hereditären Angioödems. Dabei kommt es in regelmäßigen Abständen zu sehr ausgedehnten Ödemen, die sich als heftige, z. T. sehr großflächige Schwellungen zeigen. Diese Ödeme können sowohl die Haut, Schleimhäute, als auch innere Organe betreffen. Im Einzelfall sind die Schwellungen lebensbedrohlich. Die Häufigkeit dieser Störung liegt bei ungefähr 1:30.000 bis 1:50.000. In 85 % der Fälle findet sich bei den Patienten ein erniedrigter Blutspiegel des Inhibitors. Bei dem Rest liegt er zwar in normaler Konzentration vor, ist aber nicht funktionsfähig.

6 Medizinische Verwendung

Liegt bei Patienten ein hereditäres Angioödem vor besteht die Möglichkeit, von außen C1-Esterase-Inhibitor zu verabreichen. Dies sorgt für eine Linderung der Symptome und die Anfälle des Auftretens von Ödemen bzw. Schwellungen verlaufen ungleich milder. In einigen Fällen ist eine therapeutische Unterdrückung des Komplementsystems nötig, um Schäden an Zellen zu vermeiden. Zum Beispiel kommt es nach einem Myokardinfarkt als Folge der nekrotischen Zellen zu einer lokalen Aktivierung des Komplementsystems. Diese Aktivierung führt zu einer Akkumulation von Phagozyten an, die u. a. Peroxidase produzieren. Folge ist eine weitere Schädigung des kardialen Gewebes. Daher ist hier eine Hemmung des Komplementsystems angezeigt. Ebenfalls eignet sich der Inhibitor zur Therapie des Vascular-Leak-Syndroms.

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