Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Butylscopolamin

Version vom 16. Juni 2013, 20:59 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Synonym: Butylscopolaminbromid
Handelsnamen: Buscopan®, Spasman®
Englisch: butylscopolamine, scopolamine butylbromide, butylhyoscine, hyoscine butylbromide

1 Definition

Butylscopolamin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Parasympatholytika. Es ist ein synthetisches Derivat des Anticholinergikums Scopolamin und hat im Gegensatz zu seiner Muttersubstanz keine zentralnervösen Wirkungen.

2 Wirkungsmechanismus

Butylscopolamin ist ein Muscarinrezeptorantagonist, d.h. die Substanz blockiert den muskarinischen Acetylcholinrezeptor. Dadurch wirkt die Substanz krampflösend auf die glatte Muskulatur. Sie wird in der Pharmakotherapie in der Form ihres Bromidsalzes N-Butylscopolaminiumbromid als Spasmolytikum verwendet. Außerdem wirkt Butylscopolamin motilitätshemmend auf die übererregte Magen- und Darmperistaltik.

3 Anwendung

Butylscopolamin wird bei leichten Krämpfen trotz geringer Resorption (1-6%) oral oder rektal gegeben. Bei schweren Krämpfen und dadurch bedingten Schmerzen kann das Medikament intramuskulär, subkutan oder intravenös appliziert werden.

Beliebt ist die Kombination von Butylscopolamin mit Metamizol bei schweren Gallen- oder Nierenkoliken. Da bei Koliken die meisten Opioide wegen deren hemmenden Wirkung auf die Sphincter oddi kontraindiziert sind, ist die Kombination von Butylscopolamin mit dem ebenfalls spasmolytisch wirksamen Analgetikum Metamizol das Mittel der ersten Wahl.

4 Nebenwirkungen

Durch die antagonistische Wirkung des Butylscopolamins auf Acetylcholinrezeptoren und dadurch entstandenen parasympathikolytischen Effekt kommen folgende Nebenwirkungen zum Vorschein:

Im Regelfall sind diese Nebenwirkungen gering ausgeprägt, dosisabhängig und reversibel.

5 Kontraindikation

6 Überdosierung

Überdosierungserscheinungen sind selten und werden mit dem Cholinesteraseinhibitor Physostigmin behandelt.

7 Rechtliches

Butylscopolamin ist in Deutschland apotheken- und rezeptpflichtig. Orale und rektale Darrreichungsformen sind aber von der Verschreibungspflicht ausgenommen und können ohne Rezept erworben werden.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

27 Wertungen (3.96 ø)

104.997 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: