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Brolucizumab ist ein humanisiertes einzelkettiges [[Antikörperfragment]] ([[scFv-Fragment|scFv]]), das ein [[Molekulargewicht]] von nur 26 [[Dalton|kDa]] besitzt. Dadurch wird die Gewebepenetration und die Clearance des Arzneistoffs verbessert, was einen potentiellen Vorteil gegenüber anderen Wirkstoffen der Klasse wie [[Bevacizumab]] oder [[Ranibizumab]] darstellt.
 
Brolucizumab ist ein humanisiertes einzelkettiges [[Antikörperfragment]] ([[scFv-Fragment|scFv]]), das ein [[Molekulargewicht]] von nur 26 [[Dalton|kDa]] besitzt. Dadurch wird die Gewebepenetration und die Clearance des Arzneistoffs verbessert, was einen potentiellen Vorteil gegenüber anderen Wirkstoffen der Klasse wie [[Bevacizumab]] oder [[Ranibizumab]] darstellt.
  
Die Produktion erfolgt durch rekombinante DNA-Technologie mithilfe des Bakteriums [[escherichia coli]].
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Die Produktion erfolgt durch rekombinante DNA-Technologie mithilfe des Bakteriums [[Escherichia coli]].
  
 
==Wirkmechanismus==
 
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Brolucizumab bindet an alle [[Isoform]]en des [[VEGF|VEGF-A]] (vascular endothelial growth factor) und verhindert so die [[Angioneogenese]]. Dadurch wird die Neubildung von [[Netzhautgefäß]]en reduziert und die Ausprägung von [[Retinaödem]]en vermindert. Diese stellen einen wichtigen Schritt in der Pathogenese der AMD dar, da es durch das Wachstum der Gefäße zu irreversiblen Schäden der [[Makula densa]] kommen kann<ref name="PZ">[https://www.pharmazeutische-zeitung.de/weniger-injektionen-mit-brolucizumab-116518/ Weniger Injektionen mit Brolocizumab], pharmazeutische Zeitung online, 01.04.2020, abgerufen am 30.01.2021</ref>
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Brolucizumab bindet an alle [[Isoform]]en von [[VEGF|VEGF-A]] (vascular endothelial growth factor) und verhindert so die [[Angioneogenese]]. Dadurch wird die Neubildung von [[Netzhautgefäß]]en reduziert und die Ausprägung von [[Retinaödem]]en vermindert. Diese stellen einen wichtigen Schritt in der Pathogenese der AMD dar, da es durch das Wachstum der Gefäße zu irreversiblen Schäden der [[Macula densa]] kommen kann.<ref name="PZ">[https://www.pharmazeutische-zeitung.de/weniger-injektionen-mit-brolucizumab-116518/ Weniger Injektionen mit Brolocizumab], pharmazeutische Zeitung online, 01.04.2020, abgerufen am 30.01.2021</ref>
  
 
==Pharmakokinetik==
 
==Pharmakokinetik==
Da Brolucizumab ein Antikörper ist, wird er vor allem [[Hydrolyse|hydrolytisch]], [[renal]] und durch Bindung an sein Target [[Elimination|eliminiert]]. Die systemische [[Halbwertszeit]] nach intravitrealer Applikation beträgt 4,4 Tage<ref name="fachinfo">[https://www.fachinfo.de/pdf/022909 Fachinformation Beovu Injektionslösung in einer Fertigspritze], aufgerufen am 30.01.2021</ref>.
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Da Brolucizumab ein Antikörper ist, wird er vor allem [[Hydrolyse|hydrolytisch]], [[renal]] und durch Bindung an sein Target [[Elimination|eliminiert]]. Die systemische [[Halbwertszeit]] nach [[intravitreal]]er Applikation beträgt 4,4 Tage.<ref name="fachinfo">[https://www.fachinfo.de/pdf/022909 Fachinformation Beovu Injektionslösung in einer Fertigspritze], aufgerufen am 30.01.2021</ref>
  
 
==Indikation==
 
==Indikation==
 
*[[Makuladegeneration|neovaskuläre (feuchte) altersabhängige Makuladegeneration (AMD)]]
 
*[[Makuladegeneration|neovaskuläre (feuchte) altersabhängige Makuladegeneration (AMD)]]
  
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Brolucizumab ist als [[Injektion]]slösung erhältlich und wird als [[intravitreal]]e [[Injektion]] appliziert.
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Brolucizumab ist als [[Injektionslösung]] erhältlich und wird als [[intravitreale Injektion]] appliziert.
  
Die empfohlene Dosierung beträgt 6 mg (0,05 ml Lösung) Brolucizumab alle 4 Wochen. Nach 12 Wochen wird der Fortschritt der Behandlung durch einen Arzt beurteilt; bei Patienten ohne Krankheitsaktivität kann die Verabreichung auf einmal alle 12 Wochen reduziert werden<ref name="fachinfo"/>
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Die empfohlene Dosierung beträgt 6 mg (0,05 ml Lösung) Brolucizumab alle 4 Wochen. Nach 12 Wochen wird der Fortschritt der Behandlung durch einen Arzt beurteilt. Bei Patienten ohne Krankheitsaktivität kann die Verabreichung auf einmal alle 12 Wochen reduziert werden.<ref name="fachinfo"/>
 
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*[[Endopthalmitis]], intraokulare Entzündung, traumatischer [[Katarakt]], [[Netzhautablösung]]. Bei Symptomen, die auf eine schwerwiegende Nebenwirkung hinweisen, sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.
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*Anstieg des [[Augeninnendruck]]: Liegt dieser bei mehr als 30 mmHg, sollte das Arzneimittel nicht angewandt werden. Dies ist vor allem bei Vorliegen eines [[Glaukom]]s zu beachten.
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*[[Endophthalmitis]], intraokulare Entzündung, traumatischer [[Katarakt]], [[Netzhautablösung]]
 
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*Anstieg des [[Augeninnendruck]]s: Liegt dieser bei mehr als 30 [[mmHg]], sollte das Arzneimittel nicht angewandt werden. Dies ist vor allem bei Vorliegen eines [[Glaukom]]s zu beachten.
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*Augenschmerzen, [[Konjunktivitis]], Verschwommensehen, korneale Abrasion, [[Keratitis punctata]]
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Brolucizumab ist in den USA zugelassen, die Zulassung in Europa erfolgte im Jahr 2020. Die Substanz wird von [[Alcon]] entwickelt.
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Brolucizumab ist in Europa seit 2020 zugelassen. Die Substanz wird von [[Alcon]] entwickelt.
  
Die Testung erfolgte in den Zulassungsstudien gegen [[Aflibercept]]. In Hinsicht auf eine Verringerung retinaler Flüssigkeitsansammlungen zeigte sich Brolicuzimab als überlegen<ref name="PZ"/>.
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Die Testung erfolgte in den Zulassungsstudien gegen [[Aflibercept]]. In Hinsicht auf eine Verringerung retinaler Flüssigkeitsansammlungen zeigte sich Brolicuzimab als überlegen.<ref name="PZ"/>
  
 
==Quellen==
 
==Quellen==

Aktuelle Version vom 30. Januar 2021, 23:46 Uhr

Synonym: RTH258
Handelsname: Beovu®

1 Definition

Brolucizumab ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der humanisierten monoklonalen Antikörper, der zur Therapie der feuchten Makuladegeneration (AMD) eingesetzt wird. Brolucizumab zählt zu den VEGF-Inhibitoren.

2 Biochemie

Brolucizumab ist ein humanisiertes einzelkettiges Antikörperfragment (scFv), das ein Molekulargewicht von nur 26 kDa besitzt. Dadurch wird die Gewebepenetration und die Clearance des Arzneistoffs verbessert, was einen potentiellen Vorteil gegenüber anderen Wirkstoffen der Klasse wie Bevacizumab oder Ranibizumab darstellt.

Die Produktion erfolgt durch rekombinante DNA-Technologie mithilfe des Bakteriums Escherichia coli.

3 Wirkmechanismus

Brolucizumab bindet an alle Isoformen von VEGF-A (vascular endothelial growth factor) und verhindert so die Angioneogenese. Dadurch wird die Neubildung von Netzhautgefäßen reduziert und die Ausprägung von Retinaödemen vermindert. Diese stellen einen wichtigen Schritt in der Pathogenese der AMD dar, da es durch das Wachstum der Gefäße zu irreversiblen Schäden der Macula densa kommen kann.[1]

4 Pharmakokinetik

Da Brolucizumab ein Antikörper ist, wird er vor allem hydrolytisch, renal und durch Bindung an sein Target eliminiert. Die systemische Halbwertszeit nach intravitrealer Applikation beträgt 4,4 Tage.[2]

5 Indikation

6 Darreichungsform

Brolucizumab ist als Injektionslösung erhältlich und wird als intravitreale Injektion appliziert.

7 Dosierung

Die empfohlene Dosierung beträgt 6 mg (0,05 ml Lösung) Brolucizumab alle 4 Wochen. Nach 12 Wochen wird der Fortschritt der Behandlung durch einen Arzt beurteilt. Bei Patienten ohne Krankheitsaktivität kann die Verabreichung auf einmal alle 12 Wochen reduziert werden.[2]

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

8 Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen der Behandlung sind:[2]

Bei Symptomen, die auf eine schwerwiegende Nebenwirkung hinweisen, sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.

9 Wechselwirkungen

Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt. Da es sich bei Brolucizumab um einen monoklonalen Antikörper handelt, sind pharmakokinetische Wechselwirkungen unwahrscheinlich.

10 Kontraindikationen

11 Zulassung

Brolucizumab ist in Europa seit 2020 zugelassen. Die Substanz wird von Alcon entwickelt.

Die Testung erfolgte in den Zulassungsstudien gegen Aflibercept. In Hinsicht auf eine Verringerung retinaler Flüssigkeitsansammlungen zeigte sich Brolicuzimab als überlegen.[1]

12 Quellen

  1. 1,0 1,1 Weniger Injektionen mit Brolocizumab, pharmazeutische Zeitung online, 01.04.2020, abgerufen am 30.01.2021
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Fachinformation Beovu Injektionslösung in einer Fertigspritze, aufgerufen am 30.01.2021

Diese Seite wurde zuletzt am 30. Januar 2021 um 23:46 Uhr bearbeitet.

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