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Botulismus

Version vom 12. März 2014, 11:16 Uhr von Stefan Werner (Diskussion | Beiträge)

Englisch: botulism

1 Definition

Als Botulismus wird der nach einer Intoxikation mit Botulinumtoxin auftretende Symptomkomplex bezeichnet.

2 Pathogenese

Der Botulismus tritt im Allgemeinen nach Verzehr Botulinumtoxin-haltiger Nahrungsmittel auf und ist nicht auf eine Infektion des Organismus mit Clostridium botulinum zurückzuführen. Ein Botulismus kann jedoch auch als Wundbotulismus nach Wundinfektion oder als Säuglingsbotulismus nach Besiedlung des Gastrointestinaltraktes durch Clostridium botulinum auftreten.

Botulinumtoxin ist ein extrem giftiges Neurotoxin. Es blockiert die Freisetzung von Neurotransmittern (v.a. Acetylcholin) an der Synapse.

3 Epidemiologie

Der Botulismus tritt in Form kleiner Epidemien oder als Einzelerkrankung auf. Dabei spielen als Ursache vor allem der Verzehr fehlerhaft haltbar gemachter Konserven und Fleischprodukte eine Rolle. Unter Luftabschluss (anaerob) und Nahrungsangebot in Form der kontaminierten Nahrungsmittel wächst Clostridium botulinum außerordentlich gut und produziert schädlich hohe Mengen des Toxins.

Der Botulismus ist meldepflichtig. Im Sinne der Prävention sollte die Quelle des Botulinumtoxins ausfindig gemacht werden. Dadurch können möglicherweise fehlerhaft hergestellte und kontaminierte Lebensmittel rechtzeitig aus dem Verkehr gezogen werden.

4 Klinik

Die allgemeinen Symptome einer Intoxikation mit Botulinumtoxin sind (siehe auch Botulinumtoxin):

Die Intoxikation wird nach 18-36 Stunden symptomatisch und beginnt meistens mit Lähmungen der Augenmuskeln (Doppelbilder, Akkomodationsstörungen). Durch Lähmung weiterer Hirnnerven und Übergreifen kommt es zu weiteren Symptomen. Lebensgefahr besteht vor allem bei der Affektion peripherer Nerven mit Atemlähmung.

5 Therapie

Im Vordergrund steht die symptomatische Therapie der Lähmungserscheinungen mit intensivmedizinischer Überwachung und Stützung der Vitalfunktionen (Herzschrittmacher, Harnableitung etc.) und maschineller Beatmung. Zirkulierende Toxine können durch Verabreichung eines Antitoxins neutralisiert werden.

Der Nachweis des Botulinumtoxins kann aus Körperflüssigkeiten und verdächtigen Lebensmitteln erfolgen. Dabei werden die Toxine indirekt durch einen standardisierten Tierversuch nachgewiesen.

Besteht Verdacht auf eine echte Infektion des Organismus mit Clostridium botulinum sollte mit der hochdosierten Gabe eines wirksamen Antibiotikums (z.B. Penicillin G, Metronidazol) die Elimination der Bakterien und damit ein Sistieren der Toxinproduktion angestrebt werden.

Diese Seite wurde zuletzt am 12. März 2014 um 11:16 Uhr bearbeitet.

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