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==Diagnostik==
Bisher fehlen [[Aktivitätsmarker]] für den akuten Krankheitszustand einer Borreliose. Entscheidend für die Diagnose einer Borreliose bleiben daher die anamnestische wie die klinische Befundung.  
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===Rückfallfieber===
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Grundlage der Diagnose eines Rückfallfiebers ist der direkte [[mikroskopisch]]e Nachweis der Spirochäten im [[Blut]]. Zunehmend kommen [[Nukleinsäureamplifikationstechnik|DNA-Amplifikationsmethoden]] (z.B. [[PCR]]) zum Einsatz. Auch ein [[Bakterienkultur|kultureller Nachweis]] aus Blut- oder [[Liquor]]proben ist grundsätzlich möglich, mit Ausnahme von [[Borrelia myamotoi]], jedoch häufig nur in Speziallaboratorien durchführbar. Die [[serologisch]]e Bestätigung eines Rückfallfiebers basiert meist auf intakten Zellen einer einzigen Borrelien-Art, sodass [[falsch-negativ]]e und aufgrund von [[Kreuzreaktion]]en mit verwandten Bakterien [[falsch-positiv]]e Befunde möglich sind. Ein neuer Ansatz beruht auf [[rekombinant]]en [[Antigen]]en wie [[GlpQ]], welches bei allen Rückfallfieber-induzierenden Borrelien-Arten vorkommt.
  
Ein positiver, serologischer Test ist ein Nachweis für eine Borrelieninfektion, sagt aber nichts über den Zeitpunkt der Infektion aus. Diese kann lange zurückliegen, ohne dass ein Zusammenhang mit der akuten Infektion besteht
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===Lyme-Borrliose===
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Die Diagnose der Lyme-Borreliose erfolgt primär klinisch bzw. anamnestisch. Die Labordiagnostik basiert überwiegend auf [[Serologie|serologisch]]en Methoden, i.d.R. zweistufig mittels [[ELISA]] als [[Suchtest]] und [[Immunoblot]] als [[Bestätigungstest]]. Bisher (2020) fehlen jedoch zuverlässige [[Marker]] für die Krankheitsaktivität einer Borreliose. Ein positiver, serologischer Test ist daher nur ein Nachweis für eine Borrelieninfektion, sagt aber nichts über den Zeitpunkt der Infektion aus. Diese kann lange zurückliegen, ohne dass ein Zusammenhang mit der akuten Infektion besteht. Die kulturelle Anzucht gestaltet sich ebenfalls schwierig.
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Die medikamentöse Therapie der Borreliose erfolgt in der Regel durch [[Tetrazyklin]]e (z.B. [[Doxycyclin]]) oder [[Betalaktamantibiotikum|Betalaktamantibiotika]] (z.B. [[Amoxicillin]] oder [[Ceftriaxon]]). Borrelien sind relativ resistent gegenüber [[Rifampicin]], [[Sulfonamid]]en, [[Fluorchinolon]]en und [[Aminoglykosid]]en.
 
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[[Fachgebiet:Neurologie]]
 
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[[Fachgebiet:Veterinärmedizin]]
 
[[Tag:Borreliose]]
 
[[Tag:Borreliose]]

Aktuelle Version vom 29. Mai 2020, 17:43 Uhr

Synonyme: Borrelieninfektion
Englisch: borreliosis

1 Definition

Als Borreliosen bezeichnet man die Gruppe der durch Borrelien (Spirochäten) ausgelösten Erkrankungen.

2 ICD10-Codes

3 Systematik

Im Folgenden sind einige wichtige durch Borrelien verursachte Erkrankungen inkl. Überträgern (Vektoren) aufgeführt:

Klinisch wichtige Spezies
Erregerspezies Krankheit Übertragungsweg
Borrelia recurrentis Epidemisches Rückfallfieber (Läuserückfallfieber) Läuse (Pediculus humanus)
Borrelia duttoni Endemisches Rückfallfieber (Zentral- und Südafrika) Lederzecken (Ornithodorus Spp.)
Borrelia burgdorferi Lyme-Borreliose Schildzecken (Ixodes ricinus)
Borrelia carteri Rückfallfieber (Indien) Läuse (Pediculus humanus)
Borrelia caucasica Rückfallfieber (Kaukasus) Lederzecken (Ornithodoros verrucosus)

4 Diagnostik

4.1 Rückfallfieber

Grundlage der Diagnose eines Rückfallfiebers ist der direkte mikroskopische Nachweis der Spirochäten im Blut. Zunehmend kommen DNA-Amplifikationsmethoden (z.B. PCR) zum Einsatz. Auch ein kultureller Nachweis aus Blut- oder Liquorproben ist grundsätzlich möglich, mit Ausnahme von Borrelia myamotoi, jedoch häufig nur in Speziallaboratorien durchführbar. Die serologische Bestätigung eines Rückfallfiebers basiert meist auf intakten Zellen einer einzigen Borrelien-Art, sodass falsch-negative und aufgrund von Kreuzreaktionen mit verwandten Bakterien falsch-positive Befunde möglich sind. Ein neuer Ansatz beruht auf rekombinanten Antigenen wie GlpQ, welches bei allen Rückfallfieber-induzierenden Borrelien-Arten vorkommt.

4.2 Lyme-Borrliose

Die Diagnose der Lyme-Borreliose erfolgt primär klinisch bzw. anamnestisch. Die Labordiagnostik basiert überwiegend auf serologischen Methoden, i.d.R. zweistufig mittels ELISA als Suchtest und Immunoblot als Bestätigungstest. Bisher (2020) fehlen jedoch zuverlässige Marker für die Krankheitsaktivität einer Borreliose. Ein positiver, serologischer Test ist daher nur ein Nachweis für eine Borrelieninfektion, sagt aber nichts über den Zeitpunkt der Infektion aus. Diese kann lange zurückliegen, ohne dass ein Zusammenhang mit der akuten Infektion besteht. Die kulturelle Anzucht gestaltet sich ebenfalls schwierig.

5 Therapie

Die medikamentöse Therapie der Borreliose erfolgt in der Regel durch Tetrazykline (z.B. Doxycyclin) oder Betalaktamantibiotika (z.B. Amoxicillin oder Ceftriaxon). Borrelien sind relativ resistent gegenüber Rifampicin, Sulfonamiden, Fluorchinolonen und Aminoglykosiden.

Diese Seite wurde zuletzt am 29. Mai 2020 um 17:43 Uhr bearbeitet.

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